Russland als Spielverderber: Immofinanz streicht Dividende

Russland als Spielverderber: Immofinanz streicht Dividende
Russland als Spielverderber: Immofinanz streicht Dividende

Immofinanz-CEO Oliver Schumy

Russland vermiest der Immofinanz das Ergenis des Geschäftsjahres 2014/15. Der Immobilien-Konzern muss einen Verlust von 361,4 Millionen Euro hinnehmen und streicht die Dividende.

Russland - eines der großen Hoffnungsgebiete für Österreichs Wirtschaft - ist seit der Ukraine-Krise und den folgenden Sanktionen der Europäischen Union von einer schweren Krise gekennzeichnet. Seit Mitte 2014 hat die Landeswährung, der Rubel gegenüber dem Euro stark abgewertet. Die zu Jahresbeginn und im Frühjahr 2015 gesetzten Bemühungen der russischen Nationalbank, den Kursverfall durch massive Stützungskäufe zu stoppen, konnten die Tendenz nur kurzfristig umkehren. Seit Mai verliert der Rubel gegenüber dem Euro wieder kontinuierlich an Wert. Aktuell bekommt man für einen Euro etwas mehr als 68 Rubel (aktueller Wechselkurs EUR/RUB) , Tendenz weiter steigend. Im Juni 2014 waren es noch 46 Rubel, ein Jahr davor etwa 40 Rubel.

Der Rubel-Kurs als Indikator für Russlands Krise.

Der Immobilienkonzern Immofinanz (ISIN AT0000809058) ist eines der heimischen Unternehmen, das besonders stark in Russland investiert ist. Entsprechend stark bekommt die Immofinanz in ihrer nun vorgelegten Bilanz für das Geschäftsjahr 2014/25 auch die Krise zu spüren. Es sind vor allem die Bewertungen der in US-Dollar finanzierten Moskauer Shopping Center und die Abwertungen bei einigen weiteren osteuropäischen Immobilien, die dem Unternehmen die Jahresbilanz gehörig verhageln.

Das Auf und Ab des Rubel-Kurses spiegelt sich auch im Börsenkurs der Immofinanz wider.

Nachdem im vergangenen Jahr auch der Euro gegenüber dem Dollar stark verloren hat - übers Jahr steht hier ein Minus von über 18 Prozent (aktueller Wechselkurs EUR/USD) - wurde die Immofinanz im Geschäftsjahr 2014/15 von den Wechselkurseffekten doppelt getroffen. Nach einem Gewinn von 72 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2013/14 muss der Kontern nun einen Verlust von 361,4 Millionen Euro einstecken. Weiters getrübt wird das Jahresergebnis durch einen negativen unbaren Effekt, der auf die Bewertung der Umtauschanleihe auf BUWOG-Aktien zurückzuführen ist. Auch ein operatives Ergebnis von 316,5 Millionen Euro (Plus 17 Prozent) kann die Bilanz nicht retten.

Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar in den vergangenen zwölf Monaten über 18 Prozent an Wert verloren. Eine Änderung ist auch bei diesem Wechselkurs noch nicht in Sicht.

Nachdem die Russland-Krise beileibe noch nicht ausgestanden ist und sich auch bei den Wechselkursen - sowohl zwischen Euro und Rubel als auch zwischen Euro und Dollar - keine Entspannung abzeichnet, hat der Immofinanz-Vorstand nun beschlossen , für das Geschäftsjahr 2014/15 keine Dividende vorzuschlagen. Die endgültigen Geschäftszahlen werden am 6. August nach Handelsschluss an der Wiener Börse bekanntgegeben.

Neue Strategien

Am 7. August will der neue Vorstand des Unternehmens mit CEO Oliver Schumy zur künftigen strategischen Ausrichtung der Immofinanz Stellung nehmen. Das Unternehmen hatte sich einen im April dieses Jahres eskalierten Übernahmekampf mit dem Konkurrenten CA-Immo geliefert. Die CA-Immo (ISIN AT0000641352) hält aktuell 5,7 Prozent an der Immofinanz und ist damit nach Rudolf Fries der größte Einzelaktionär.

Laut APA, die den CA-Immo-CEO Bruno Ettenauer zitiert, warte die CA-Immo nun ab, welche Strategie der neue Immofinanz CEO Schumy präsentiert. Ettenauer erklärte, dass die Immofinanz anders als im April angekündigt keine einzige CA-Immo-Aktie gekauft habe.

Auch die CA-Immo befindet sich aktuell in einer Restrukturierungsphase. Das Unternehmen will sich vornehmlich auf den Bürosektor konzentrieren. Nicht in dieses Portfolio passende Immobilien werden konsequent abverkauft. Bis 2017 soll der Anteil von Büro-Immobilien dadurch von aktuell 79 Prozent auf 90 Prozent erhöht werden. Für das Jahr 2015 sind aus den Verkaufserlösen von rund 200 Millionen Euro einkalkuliert.

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