Rosenbauer: Volle Auftragsbücher aber etwas weniger Gewinn

Optimismus beim oberösterreichischen Feuerwehr-Ausrüster Rosenbauer: Die Auftragslage ist besser als jemals zuvor in der Unternehmensgeschichte. In den ersten neun Monaten des Jahres hat das Unternehmen ein EBIT von 27,6 Millionen Euro erwirtschaftet.

Rosenbauer: Volle Auftragsbücher aber etwas weniger Gewinn
Rosenbauer: Volle Auftragsbücher aber etwas weniger Gewinn

Der Rosenbauer AT, in Österreich eines der Feuerwehrautos mit der größten Beliebtheit.

Der oberösterreichische Feuerwehrausrüster Rosenbauer (ISIN AT0000922554) hat heuer bis September etwas weniger verdient, blickt aber mit dem bisher höchsten Auftragsbestand der Firmengeschichte optimistisch in die Zukunft.

"Die Feuerwehrbranche sieht sich auch 2015 sehr unterschiedlichen Herausforderungen gegenüber", hält das Unternehmen fest. Das Wachstum wird überwiegend aus Asien sowie dem Nahen und Mittleren Osten kommen. Am nordamerikanischen Markt sollte 2015 ein positiver Nachfragetrend einsetzen, die Branche in Europa wird wohl nur einen leichten Aufschwung – wenn überhaupt – nehmen.

Generell ließe sich sagen, dass nach wie vor in jenen Ländern in Feuerwehrtechnik und -ausrüstung investiert wird, in denen ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis nach Natur- oder Terrorkatastrophen vorhanden ist oder hohe Finanzmittel aus dem Verkauf von Rohstoffen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sorge die weltweite Zunahme des Flugverkehrs für eine gute Nachfrage nach Spezialfahrzeugen.

Kennzahlen

In den ersten drei Quartalen 2015 konnte der Rosenbauer Konzern seinen Wachstumskurs fortsetzen und den Umsatz von 562 Millionen Euro auf 627,5 Millionen Euro steigern. Hintergrund der Umsatzverbesserung sind die verstärkten Auslieferungen in die arabischen Länder sowie Nordamerika und positiver Währungseffekte.

Das EBIT lag mit 27,6 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau von 31,6 Millionen Euro. Rosenbauer begründet diesen Ergebnisrückgang vor allem mit der kostspieligen Markteinführung neuer Produkte und dem ebenso teuren Auftritt auf der weltgrößten Branchenmesse. Diese ließen die Sonstigen Aufwendungen des Unternehmens um 20 Prozent auf 78,8 Millionen Euro anstiegen.

Der Auftragsbestand zum 30. September 2015 liegt mit 846,1 Millionen Euro um elf Prozent über dem Vorjahreswert und erreicht damit einen absoluten Höchstwert. Rosenbauer verzeichnete auch in den ersten neun Monaten eine positive Entwicklung des Auftragseingangs. In den ersten drei Quartalen konnte ein Auftragseingang von 698,6 Millionen Euro erzielt werden, um zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Der Konzern kann sich somit über eine gute Auslastung der Fertigungsstätten sowie eine gute Visibilität in Bezug auf die kommenden Monate freuen.

Ausblick

Wenn auch der Feuerwehrmarkt weltweit kein einheitliches Bild zeigt, rechnet Rosenbauer mit einer leichten Belebung der Gesamtnachfrage. Aufgrund der guten Entwicklung der Auftragseingänge in den letzten Monaten und der erweiterten Produktionskapazitäten geht das Management von einer Fortsetzung des Wachstumskurses aus.

Die derzeit hohen Aufwendungen für die Markteinführung neuer Produkte und der Auftritt auf der weltgrößten Branchenmesse werden sich mit einer zeitlichen Verzögerung weiter positiv im Ergebnis niederschlagen. Damit sich das angestrebte Wachstum auf einer soliden finanziellen Basis umsetzen lässt, werden in allen Fertigungsbereichen die Prozesse und Abläufe weiter optimiert.

Für 2015 geht man weiterhin von einer Umsatzsteigerung von zehn Prozent aus. Aufgrund der Aufwendungen für die Markteinführung neuer Produkte sowie aufgrund von Lieferverschiebungen dürfte sich das operative Ergebnis sich jedoch nicht im gleichen Maß verändern. Es wird eine EBIT-Marge unter sechs Prozent erwartet.

Börse

An der Börse notiert Rosenbauer aktuell bei 75,40 Euro und hat somit im Monatsabstand leicht an Wert abgegeben (-0,53%). Im laufenden Jahr hat das Papier aber immer noch um 5,53 Prozent zugelegt, über die letzten drei Jahre steht ein solides Plus von 19,22 Euro,