VW- Konzern übertrifft eigene Prognose haushoch

VW- Konzern übertrifft eigene Prognose haushoch

Volkswagen Vorstandschef Martin Winterkorn

Der deutsche Autokonzern verkauft im Vorjahr mehr als zehn Millionen Autos verkauft. Ein Absatzziel, das ursprünglich für 2018 anvisiert wurde. Gewinnziele sind laut Experten allerdings nicht haltbar. China sorgt zwar für das stärkste Wachstum, doch China-Hersteller holen stark auf.

Der deutsche Autokonzern Volkswagen hat erstmals in einem Jahr weltweit mehr als zehn Millionen Fahrzeuge verkauft. „Vom kleinen e-up!* bis hin zum schweren LKW hat unser Konzern im vergangenen Jahr insgesamt 10,14 Millionen Fahrzeuge an Kunden übergeben. Gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 4,2 Prozent. Toyota, das noch keine Absatzzahlen für das Gesamtjahr veröffentlicht hat, könnte sogar noch ein paar tausend Autos mehr verkauft haben. Das regional stärkste Wachstum sowie knapp 36,3% des gesamten Konzernabsatzes verzeichnete der Konzern in China.

Geplante Gewinnsteigerung unrealistisch?

"2015 dürfte Volkswagen aber aufgrund der Stärke in China zur weltweiten Nr. 1 aufsteigen", glaubt Autoanalyst Frank Schwope von der Nord/LB. Er warnt aber: " Profitabilität ist viel wichtiger ist als reine Größe." Er geht davon aus, dass der Konzern im Jahr 2018 11,5 Mio. bis 12,0 Mio. Fahrzeuge verkaufen wird. Ein neues Absatzziel des Konzerns für 2018 dürfte wohl spätestens auf der Bilanzpressekonferenz im März veröffentlicht werden. "Die vom Vorstand für die Marke VW-Pkw ausgegebene Gewinn-Marge für 2017 in Höhe von 6 Prozent halten wir insbesondere angesichts branchenüblicher, wiederkehrender Krisen und Unternehmensschwächen dauerhaft für absolut nicht erreichbar."

Druck chinesischer Hersteller nimmt massiv zu

Selbst in einzelnen Jahren würde das Gewinnziel einem Massenhersteller wie VW-Pkw schwerfallen. Ab der nächsten Dekade werde zudem die Konkurrenz chinesischer Hersteller massiv zunehmen, so dass die etablierten Automobil-Hersteller zunehmend unter Druck geraten werden.

In den letzten zehn Jahren hat der Konzern damit seine Fahrzeugauslieferungen verdoppelt, wie Konzernvertriebsvorstand Christian Klingler erklärte. Ein beeindruckendes Ergebnis vor allem angesichts der in den letzten Jahren sehr angeslannten Wirtschaftslage und schwierigen Marktsituationen.

Einbußen nur bei Nutzfahrzeugen

Während die Marken Audi, Skoda, Porsche und SEAT prozentual zweistellig zulegen konnten, mussten MAN, Scania und die VW-Nutzfahrzeuge Einbußen bei den Verkaufszahlen hinnehmen. Die Details: Unter den zu dem Konzern gehörenden Marken war die namensgebende Volkswagen wie immer die stärkste. 2014 wurden weltweit 6,12 Millionen VW's an Kunden ausgeliefert. Weiters wurden 1,74 Millionen Audi (+10,5 Prozent) sowie 189.800 (+17,1 Prozent) Porsches verkauft werden. Erstmals konnte auch mit der Marke Skoda die Millionengrenze überschritten werden. 1,04 Millionen verkaufter Autos bedeuten ein Plus von 12,7 Prozent. Daneben brachte der Konzern noch 390.500 Seats (plus 10 Prozent) an den Mann.

Damit liegen die Wolfsburger fast gleichauf mit Weltmarktführer Toyota, der sich 10,2 Millionen Wagen für 2014 zum Ziel gesetzt hat. Analysten rechnen damit, dass VW Toyota bereits im laufenden Jahr vom Thron verdrängen wird, weil Volkswagen in China stärker wächst.

General Motors mit Problemen

Dagegen hat sich die bisherige Nummer drei der Welt, die Opel-Mutter General Motors, vorerst aus dem Rennen um die Weltmarktspitze verabschiedet. Der US-Konzern hat wegen Qualitätsmängeln vor allem mit sich selbst zu tun. Einige Experten sehen die Amerikaner derzeit hinter dem französisch-japanischen Konzern Renault-Nissan auf Rang vier. Es wird erwartet, dass auch Toyota und GM ihre Absatzzahlen für das abgelaufene Jahr in Detroit bekannt geben werden.

Den Sprung über die imageträchtige Hürde von zehn Millionen Fahrzeugen hat Volkswagen geschafft, obwohl die Marke VW Pkw schwächelt. Die Auslieferungen der Hauptmarke schrumpften im Dezember um zwei Prozent. Dennoch verkaufte VW Pkw im Gesamtjahr erstmals mehr als sechs Millionen Autos.

Damit VW auch bei der Rendite auf Schiene kommt, hat Winterkorn ein Sparprogramm aufgelegt. Dadurch sollen die Kosten bis 2017 jährlich um fünf Milliarden Euro sinken. Unter anderem sollen weniger profitable Fahrzeugmodelle auslaufen und kaum gefragte Sonderausstattungen aus dem Programm genommen werden.

Neuen Schwung beim Absatz erhoffen sich die Wolfsburger vom Passat, der in achter Generation seit einigen Wochen bei den Händlern steht.

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