Rekord am Tag der Aktie: Dax nimmt die 12.000 Punkte-Hürde

Rekord am Tag der Aktie: Dax nimmt die 12.000 Punkte-Hürde
Rekord am Tag der Aktie: Dax nimmt die 12.000 Punkte-Hürde

An der deutschen Börse geht es weiter aufwärts. Binnen eines Monats hat er über 1000 Punkte zugelegt.

10.000 Punkte im Jänner, 11.000 Punkte im Februar - und 12.000 Punkte im März. Der deutsche Leitindex Dax kennt derzeit keine Decke. Seit Jahresbeginn hat er schon um über 20 Prozent zugelegt.

Immer schneller, immer höher - der Dax kennt in diesem Jahr offenbar nur eine Richtung: nach oben. Auch in der dritten März-Woche wird sich an dieser Grundtendenz nach Einschätzung von Analysten wenig ändern. Gleich zum Wochenbeginn hat der Dax die 12.000-Punkte-Marke durchbrochen und damit einen neuen Rekord aufgestellt: Erstmals in der Geschichte hat der Leitindex diese Hürde überschritten. Seit Jahresbeginn hat der Leitindex damit bereits um über 20 Prozent zugelegt. Das Jahr 2014 hatte der Dax noch bei 9814 Punkten beendet.

In der vergangenen Woche hatte der Dax rund zwei Prozent zugelegt. Das schaffe er auch am Montag der dritten Märzwoche, an dem die Frankfurter Börse den Tag der Aktie feiert, locker wieder. Bis zum Nachmittag, 16 Uhr, legte der Index um 2,03 Prozent (241,65 Punkte) zu und notierte bei 12.143,26 Zählern.

Experten sehen das im März gestartete Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) als Hauptgrund für die starken Gewinne im Dax. Mit ihren Käufen von Staatspapieren hat die EZB die Renditen am Rentenmarkt nach unten gedrückt und gleichzeitig einen weiteren Wertverlust des Euro eingeleitet. Der Euro ist nun auf dem besten Weg zu einer Währungsparität mit dem US-Dollar. (Aktueller Wechselkurs EUR/USD).

Weitere Unterstützung könnte für den Dax auch der große Verfallstermin am Freitag bringen. Bei der Fälligkeit von Aktien- und Index-Optionen sowie Futures könnten nach Einschätzung von Analysten und Händler viele Anleger auf hohe Kurse gewettet haben. "Da wird so eine Marke wie 12.000 Zähler gerne für Käufe instrumentalisiert", sagte ein Händler.

"WAS HOCH FLIEGT, KANN TIEF FALLEN"

FXCM-Analyst Jens Klatt stellt nun die Frage, wie es weitergehen kann: "Erinnern sollte man sich bereits jetzt an den Klassiker 'Was hoch fliegt, kann umso tiefer fallen'." Wenn die letzten Skeptiker überzeugt seien, dass es dank der EZB nur weiter aufwärtsgehe, werde der Dax unsanft aus seinem Höhenrausch gerissen.

Auch andere Strategen zeigen sich besorgt: "Die Kursrallye am Aktienmarkt ist nicht mehr gesund", warnen die Analysten der DZ Bank, die dennoch mit einer Fortsetzung der Rally rechnen. Die Kurse spiegelten nicht die Fundamentaldaten wider. "Der Dax ist reif für eine Korrektur", stimmt Analyst Christian Henke von IG Markets zu. NordLB-Experte Basse schließt nicht aus, dass die US-Notebank Fed den Europäern die Kauflaune verderben kann. Die Zentralbanker beraten am Dienstag und Mittwoch die Geldpolitik, und viele Experten rechnen damit, dass sie dann ein erstes klares Signal für eine Zinserhöhung im Sommer geben wird. Auf Dauer werde sich der europäische Markt laut Basse nicht von der Wall Street abkoppeln können - wie im bisherigen Jahresverlauf und in der vergangenen Woche.

Dax-Jahressieger: Merck legt 79 Prozent zu

Allerdings ist der DAX-Anstieg auch mit soliden Ergebnissen der deutschen Wirtschaft verbunden. Auf Jahressicht gab es in den 30 DAX-Werten nur vier Verlierer. Am schlimmsten hat es die von Streiks gebeutelte Lufthansa (ISIN DE0008232125) getroffen. Übers Jahr hat die Airline 31,54 Prozent verloren. Seit Jahresbeginn stehen -6,54 Prozent auf dem Kurszettel. Die drei weiteren Verlierer waren übers Jahr gerechnet der Energiekonzern RWE (ISIN DE0007037129) (-18,19%), der Sportartikel-Hersteller Adidas (ISIN DE000A1EWWW0) (-7,41%) und der Energiversorger E.On (ISIN DE000ENAG999) (-0,59%). Seit Jahresbeginn konnte Adidas wieder ins Plus drehen, lediglich RWE (-9,18%), die Lufthansa (-6,54%) und E.On (-5,67%) sind noch im Minus.

Dem gegenüber stehen Werte mit teils beträchtlichen Gewinnen. Jahressieger im Dax ist der Chemie- und Pharmakonzern Merck (ISIN DE0006599905) mit einem Kursplus von 79,06 Prozent. Alleine seit Jahresbeginn hat Merck seinen Wert an der Börse um weitere 32,87 Prozent verbessert. Damit stellt der deutsche Konzern sogar das US-Paradeunternehmen Apple (ISIN US0378331005) in den Schatten: Apple konnte seinen Börsenwert in den vergangenen fünf Jahren um "nur" 284 Prozent steigern.

Die Kursentwicklung der Merck-Aktie über die letzten fünf Jahre ist höchst beachtlich. Das Papier ist von 30 auf 105 Euro gestiegen - ein Plus von 350 Prozent.

Platz zwei im Jahresranking ist Fresenius Medical Care (ISIN DE0005785802) mit einem Kursplus von 61,68 Prozent (Plus 27,71% seit Jahresbeginn). An dritter Stelle liegt der Automobilhersteller BMW (ISIN DE0005190003) mit einem Plus von 53,29 Prozent. Auch die Deutsche Telekom (ISIN DE0005557508), Fresenius SE (ISIN DE0005785604) und Bayer (ISIN DE000BAY0017) haben übers Jahr gesehen über 50 Prozent gewonnen.

Bestperformer seit Jahresbeginn ist das Bergbauunternehmen K+S (früher Kali und Salz AG). K+S (ISIN DE000KSAG888) hat seit Anfang Jänner um 40,06 Prozent auf aktuell 32,15 Euro zugelegt. Über die letzten zwölf Monate steht ein Plus von 46,31 Prozent zu Buche. Gefolgt wird die Hitliste der Dax-Gewinner seit Jahresbeginn von den Autoherstellern Daimler (ISIN DE0007100000), Volkswagen (ISIN DE0007664005) und BMW (ISIN DE0005190003)

BILANZSAISON NEIGT SICH DEM ENDE ZU

Zum Ende des ersten Quartals 2015 werden von Unternehmensseite nicht mehr allzu viele Impulse erwartet. Zwar haben noch einige Dax-Firmen, darunter Linde (ISIN DE0006483001), BMW und HeidelbergCement (ISIN DE0006047004) zu Bilanzpressekonferenzen geladen. Doch liegen die meisten Eckdaten den Investoren schon vor. Lediglich der Industriegase-Konzern Linde gewährt zum ersten Mal in diesem Jahr einen Blick in die Bücher. Zudem warten Anleger noch auf Geschäftszahlen des Chemiekonzerns Lanxess (ISIN DE0005470405).

Auf der Konjunkturseite steht neben der Fed-Sitzung am Dienstag der ZEW-Konjunkturindex für Deutschland an. Auch die Zinssitzung der Schweizer Notenbank (SNB) am Donnerstag dürfte das Interesse auf sich ziehen. Schließlich habe die SNB durch die Aufgabe des Euro-Mindestkurses zum Franken (aktueller Wechselkurs EUR/CHF) den Markt Mitte Januar überrascht, erklärt Analyst Manuel Andersch von der BayernLB.

Börse

Schwache Dividendenrendite bei Österreichs Börsecompanys

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt