RBI: Russland-Tochter wird "nach wie vor hoch positiv sein"

Russland ist für die Osteuropa-Tochter der mit Abstand wichtigste Ertragsbringer. In den ersten neun Monaten erwirtschaftete sie einen Nettogewinn von 289 Millionen Euro - während es im Gesamtkonzern wegen Verlusten in Ungarn und der Ukraine 225 Millionen Euro waren.

RBI: Russland-Tochter wird "nach wie vor hoch positiv sein"
RBI: Russland-Tochter wird "nach wie vor hoch positiv sein"

RBI-Chef Karl Sevelda kämpft an mehreren Fronten.

Die Raiffeisen Bank International (RBI) erwartet trotz des Rubel-Verfalls in diesem Jahr hohe Gewinne in Russland. Das Ergebnis der dortigen Tochter werde 2014 "nach wie vor hoch positiv sein", obwohl sich die Währungsabwertung negativ auf Einnahmen und Kapital auswirke, erklärte die Bank am Mittwoch. An der Börse kam das gut an: Die Raiffeisen-Aktie, die in den vergangenen Tagen massiv an Wert verloren hatte, legte gut zwei Prozent zu.

Russland ist für die Osteuropa-Tochter der mit Abstand wichtigste Ertragsbringer. In den ersten neun Monaten erwirtschaftete die russische Tochter einen Nettogewinn von 289 Millionen Euro - während es im Gesamtkonzern wegen Verlusten in Ungarn und der Ukraine 225 Millionen Euro waren.

Kampf an mehreren Fronten

Die Rubel-Abwertung bekommt die Bank gleich an mehreren Fronten zu spüren: Zum einen schmälert sie das Eigenkapital der Russland-Tochter, das bereits im Verlauf des dritten Quartals um 13 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro geschrumpft war. Zum anderen könnten die höheren Zinsen und der schwache Rubel "einzelne Kunden unter Druck setzen und damit ihre Fähigkeit beeinträchtigen, Kredite zu bedienen", erklärte die Bank. Es gebe jedoch auch positive Effekte, etwa durch steigende Zinsmargen und geringere Kosten.

Die Finanzlage der seit 18 Jahren bestehenden russischen Tochter sei gut. Sie habe viele Einlagen von Firmen- und Privatkunden und sei daher nicht auf Geld der Zentralbank angewiesen. Derzeit würde die Bank nur "sehr selektiv" neue Geschäfte abschließen - und wenn, dann nur mit bestehenden Kunden. Die westlichen Sanktionen gegen Russland hätten sich bislang nicht negativ ausgewirkt. Allerdings könne die RBI das mittelfristig nicht ausschließen.

Kurs-Tief am Mittwoch

Der Kursrutsch der russischen Währung hatte an den Märkten Sorge vor einer Staatspleite Russlands genährt. Am Mittwochnachmittag erholte sich die russische Währung jedoch, nachdem die Zentralbank weitere Stützungsmaßnahmen angekündigt hatte. Ähnlich verhielt es sich auch mit dem Aktienkurs der RBI.

Die Aktie der RBI verlor am Dienstag bis zu zehn Prozent an Wert und markierte ein neues Allzeit-Tief von 11,40 Euro. Damit war es aber noch nicht vorbei, die Talfahrt setzte sich auch am Mittwoch fort und erreichte schließlich das neue historische Tief von 10,47 Euro, bevor der Kurs wieder zur Erholung ansetzte. Am Ende des Tages schloss die Aktie mit einem Plus von 2,43 Prozent bei 11,79 Euro - und war damit die drittstärkste ATX-Aktie des Tages nach Conwert (plus 2,85 Prozent) und Immofinanz (plus 2,55 Prozent). Im Jahresvergleich können sich RBI-Aktionäre allerdings nicht allzu glücklich schätzen: Seit Jahresbeginn hat die Aktie über die Hälfte ihres Wertes eingebüßt - und legt somit den größten Jahres-Kursverlust im österreichischen Leitindex hin.