RBI zum Halbjahr mit 288 Millionen Gewinn

RBI zum Halbjahr mit 288 Millionen Gewinn
RBI zum Halbjahr mit 288 Millionen Gewinn

RBI-Vorstandschef Karl Sevelda.

Die Restrukturierung der Raiffeisen Bank International beginnt zu greifen. In einem von einer hohen Volatilität auf den Devisenmärkten, niedrigen Zinsen, der Rezession in Russland und der Ukraine und einem Wirtschaftsaufschwung in Zentraleuropa geprägtem Halbjahr konnte die RBI einen Gewinn von 288 Millionen Euro erwirtschaften. Damit liegt die Bank um 16 Prozent unter dem Vorjahresergebnis von 344 Millionen Euro. Vorstandsvorsitzender Karl Sevelda ist dennoch "nicht unzufrieden".

Die Raiffeisen Bank International (RBI, ISIN AT0000606306), hatte es zuletzt nicht leicht. Die Wirtschaftskrise in Russland - die dortige Tochter ist für die Bank die mit Abstand wichtigste - hat die RBI hart getroffen. Karl Sevelda, Vorstandsvorsitzender der Bank, ist daher vorsichtig, in seiner Prognose für das Gesamtjahresergebnis 2015 und räumt ein, dass es auf Konzernebene zu einem Verlust kommen könnte. Die einkalkulierten Restrukturierungskosten von 550 Millionen Euro, von denen ein Großteil im zweiten Halbjahr schlagend wird, sind der Hauptgrund für Seveldas Skepsis.

Zumindest im ersten Halbjahr konnte ein Verlust noch vermieden werden. Unter dem Strich blieb dem RBI-Konzern ein Plus von 288 Millionen Euro übrig, wovon 204 Millionen aus dem zweiten Quartal stammen. Das sind um 16 Prozent weniger als im Vorjahres-Vergleichszeitraum (344 Millionen), aber für Sevelda angesichts der widrigen Umstände ein zufriedenstellendes Ergebnis. „Das erste Halbjahr war von vier Faktoren geprägt: der hohen Volatilität auf den Devisenmärkten, dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld, der Rezession in Russland und der Ukraine sowie dem Wirtschaftsaufschwung in Zentraleuropa", erklärt der Bankenchef, "insgesamt bin ich mit dem Halbjahresergebnis nicht unzufrieden." Positiv hebt Sevelda hervor, dass es der Bank gelungen ist, die Eigenkapitalquote der Bank weiter zu verbessern. Das Eigenkapital stieg von 8,302 Milliarden Euro auf 8,783 Milliarden Euro.

Die Betriebserträge gingen vor allem wegen des Kursverfalls des russischen Rubel und der ukrainischen Hryvna um elf Prozent oder 303 Millionen Euro auf 2,44 Milliarden Euro zurück. Auch der Zinsüberschuss und der Provisionsüberschuss reduzierten sich. Ersterer um 14 Prozent auf nunmehr 1,68 Milliarden Euro, zweiterer um drei Prozent auf 745 Millionen Euro.

Kleiner Lichtblick an der Börse

An der Börse hat sich die RBI im ersten Halbjahr 2015 passabel geschlagen. Zu Jahresbeginn notierte das Papier bei 12,70 Euro, am Stichtag 30. Juni schloss die Aktie mit 13,05 Euro. Bei der Vorlage der Halbjahresbilanz notierte das Papier bei 13,06 Euro. Zum Börsenstart zog das Papier nach Vorlage der Zahlen um 7,36 Prozent an. Das ist allerdings nur ein kleines Lebenszeichen. Vom Allzeit-Hoch Anfang Juli des Jahres 2007, das bei 118,50 Euro lag, ist die Aktie nämlich meilenweit entfernt. Wer zwischen Februar 2006 und April 2008 in die Bank investiert hat wird die seither entstandenen Verluste wohl auf lange Sicht nicht mehr wettmachen können. Das Ergebnis je Aktie reduzierte sich der Halbjahresbilanz im Vergleich zum Vorjahr weiter von zuvor 1,24 Euro auf nunmehr nur noch 0,98 Euro.

Die RBI-Aktie gibt nach Vorlage der Halbjahreszahlen ein kleines Lebenszeichen.

Sevelda will die Restrukturierung der Bank nun weiter forcieren. Unter dem Strich will die RBI 20 Prozent ihrer Kosten sparen. Der eingeschlagene Restrukturierungskurs zeigt sich auch an der Entwicklung der Mitarbeiter- und Geschäftsstellenzahlen. Im ersten Halbjahr 2015 sank die Mitarbeiterzahl um 1.497 auf 53.233. Die Personalkosten reduzierten sich damit in der Bilanz um 120 Millionen Euro auf nunmehr 656 Millionen Euro. Von den 2.866 Geschäftsstellen wurden in bis Ende Juni 85 geschlossen. Laut Halbjahresbericht unterhält die Bank nun noch 2.781 Filialen. Der Verwaltungsaufwand der Bank ist unter dem Strich dennoch leicht gestiegen, und zwar um weitere sechs Millionen Euro auf 697 Millionen Euro.

Bis Ende 2017 sollen die "risikogewichteten Aktiva des Konzerns" - vor allem das Polen-Geschäft - gegenüber Jahresende 2014 um 16 Milliarden Euro (von Ausgangswert 68,7 Milliarden Euro) reduziert werden. Bei einem Verkauf der Polbank könnte für die RBI allerdings das Schweizer-Franken-Kredit-Exposure schlagend werden. In Polen liegt das aktuell bei 3,21 Milliarden Euro. Rechnet man die Märkte Serbien, Ungarn, Kroatien und Rumänien hinzu, so liegt das Schweizer-Franken-Kredit-Exposure der Bank gegenwärtig bei 4,04 Milliarden Euro.

Die RBI-Tochter Polbank ist mit ihrem großen Franken-Exposure keine Ausnahme in Polen. Polnische Bank haben Fremdwährungskredite in Schweizer Franken im Wert von
umgerechnet 34 Milliarden Euro vergeben. Durch ein umstrittenes Gesetz drohen ihnen daraus empfindliche Einbußen, weil Kunden ihre Kredite in Zloty zurückzahlen dürfen. Die acht Banken mit den höchsten Beständen an Frankenkredieten sind: PKO (7,9 Milliarden Euro), mBank (4,8 Milliarden Euro), Millennium (4,6 Milliarden Euro), Getin Noble (3,3 Milliarden Euro), BPH (3,2 Milliarden Euro), Raiffeisen Polbank (3,2 Milliarden Euro), BZ (2,7 Milliarden Euro), Pekao (1,2 Milliarden Euro).

Service: Halbjahresergebnis und Finanzbericht zum Download

Download: RBI-Halbjahresergebnis Jan.-Jun. 2015

Download: RBI-Halbjahres-Finanzbericht Jan.-Jun. 2015

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