RBI-Gewinn im 1. Quartal 2015 auf 83 Millionen Euro halbiert

RBI-Gewinn im 1. Quartal 2015 auf 83 Millionen Euro halbiert
RBI-Gewinn im 1. Quartal 2015 auf 83 Millionen Euro halbiert

RBI-Chef Karl Sevelda leidet unter dem Franken und profitiert vom Rubel.

Wechselkursschwanken belasteten das Ergebnis der Raiffeisenbank International; der Anteil an faulen Kreditem ist ebenso gestiegen. Die Aktie sackt nach Verkündung der Ergebnisse um gut zwei Prozent ab - hat aber seit Jahresbeginn rund 20 Prozent an Wert gewonnen.

Wien Der Konzerngewinn der Raiffeisen Bank International (RBI) hat sich im ersten Quartal 2015 im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 83 Millionen Euro (im Gegensatz zu 161 Millionen Euro im Vorjahr) halbiert. Allerdings ist das Ergebnis deutlich besser als im vorherigen Quartal: Von Oktober bis Dezember 2014 hatte die RBI noch ein negatives Konzernergebnis von -718 Millionen Euro ausgewiesen.

Belastet haben insbesondere Wechselkursveränderungen, darunter die Abwertung der ukrainischen Hrywnja sowie die Aufwertungen des Schweizer Franken und des US-Dollars. Positiv habe sich die Stärke des Rubels ausgewirkt, die zu einem stabilen Eigenkapital beitrug. Der russische Rubel wertete im 1. Quartal zwar um 16 Prozent auf, lag im Schnitt aber um 32 Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals. Die ukrainische Hrywnja verlor 46 Prozent an Wert, der Belarus-Rubel 18 Prozent.

Das Ergebnis je Aktie sank um 52,4 Prozent auf 0,29 Euro, nach 0,60 Euro im Vorjahresquartal. Das Eigenkapital (common Equity Tier 1/Transitional) sank im Vergleich zu Ende 2014 um 0,4 Prozentpunkte auf 10,4 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern verringerte sich im Quartalsvergleich um 21,9 Prozent von 240 auf 188 Millionen Euro. Der Anteil fauler Kredite (Non-performing Loan Ratio) stieg im Vergleich zu Ende 2014 um 0,6 Prozentpunkte auf 11,9 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) sank von 54.730 auf 54.468.

Download: Zwischenbericht 1. Quartal 2015 der RBI

Von der APA befragte Analysten hatten einen Nettogewinn von nur 60 Millionen Euro und einen Vorsteuergewinn von 94,7 Millionen Euro erwartet.

Aktie stieg im laufenden Jahr fast 20 Prozent

Bis 9:50 Uhr fiel die Aktie der RBI an der Wiener Börse um 2,19 Prozent auf 14,98 Euro. Allerdings hatte die Aktie der Osteuropabank nach ihrem Einbruch im Vorjahr ein Comeback erlebt: Seit Jahresbeginn ging es bisher um 19,51 Prozent aufwärts; nach dem Allzeittief am 28.1. mit 9,005 Euro lag das Papier in den vergangenen Wochen meist über einem Wert von 15 Euro. Von den 112,71 Euro, die das Papier im Juni 2007 wert war. Wenig überraschend raten die meisten der bei Bloomberg gelisteten Analysten daher zum Halten der Aktie, manche gar zum Kaufen: Kepler bestätigt seine "Buy"-Empfehlung zum Beispiel am Donnerstag und sieht den Zielkurs bei 17 Euro; Nomura bleibt bei "Neutral" mit einem Zielkurs von 14 Euro.

Die RBI ist der zweitgrößte Kreditgeber in Osteuropa. Angesichts seiner vergleichsweise dünnen Kapitaldecke will sich das Institut jedoch von Teilen seines Auslandsgeschäfts trennen: In Polen laufe bereits der Verkaufsprozess für die dortige Tochter. Die Interessenten hätten Einblick in die Bücher, erklärte die Bank. In Slowenien führe die RBI weiterhin Verhandlungen mit mehreren Interessenten für das dortige Geschäft. Für das Asien- und USA-Geschäft habe die Bank Berater beauftragt, die nun Möglichkeiten für eine Verkleinerung oder einen Rückzug prüfen.

Ziel all dieser Maßnahmen ist es, die harte Kernkapitalquote bis Ende 2017 auf zwölf Prozent zu steigern. Ende März lag sie bei 9,9 Prozent. Der Weg dahin ist jedoch voller Hürden, denn die Bank hat große Töchter in der krisengebeutelten Ukraine und in Russland. Dort sorgen Währungsschwankungen immer wieder für Einbußen. Zudem machten der Bank die niedrigen Zinsen zu schaffen. Selbst neun Prozent geringere Kosten dank des laufenden Sparprogramms und sinkende Vorsorgen für faule Kredite konnten die Einbußen nicht ausgleichen.

Die RBI ist mit ihren Problemen jedoch nicht allein: Auch die UniCredit Bank Austria musste mit ihren großen Töchtern in Russland und der Ukraine zu Jahresbeginn einen Gewinneinbruch hinnehmen. Besser schlug sich hingegen die kleinere Konkurrentin Erste Group, die nicht in den beiden Ländern vertreten ist und von einer steigenden Kreditvergabe bei gleichzeitig sinkenden Vorsorgen für faule Darlehen profitierte.

Vor, während und nach der Finanzkrise: Erste Group, RBI und ATX im Vergleich.

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