RBI-Chef Sevelda stellt Standortfrage

RBI-Chef Sevelda stellt Standortfrage

RBI-Chef Karl Sevelda

Die Raiffeisen Bank International (RBI) könnte sich den Aussagen ihres CEO Karl Sevelda zufolge aus einzelnen Märkten zurückziehen. Aktuell werden die Standorte geprüft. Die Geschäfte in Ungarn in der Ukraine werden besonders genau angesehen.

Die börsenotierte Raiffeisen Bank International (RBI) hat einzelne Bankenmärkte auf dem Prüfstand stehen. Die Bank überprüft ihre Märkte und Geschäftsfelder, berichtete Bankchef Karl Sevelda am Montag bei einer Telefonkonferenz. Die Aktivitäten werden auf ihre Rentabilität hin abgeklopft.

Was nicht profitabel zu betreiben ist oder zu viel Kapital bindet, könnte restrukturiert oder aufgegeben werden. Das könnte bedeuten, dass man den einen oder anderen Markt verlasse. Zu Details äußerte sich Sevelda aber nicht.

Die RBI wird heuer erstmals in ihrer Geschichte mit einem Verlust abschließen. Nach dem Verlustjahr 2014 peilt die Bank nach den Worten ihres Finanzvorstands Martin Grüll allerdings ab dem kommenden Jahr einen Gewinn im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich an.

Länder zur Disposition

Vor genau einem Jahr hatte die RBI das erste Mal bestätigt, einen Verkauf der Banken in der Ukraine und Ungarn zu prüfen und einen Ausstieg auch aus Slowenien nicht ausgeschlossen. Zu Geschäftsfeldern, die zur Diskussion stehen könnten, hat es bisher keine Angaben gegeben.

Vor allem Heuer in Ungarn rechnet die Bank heuer mit einem hohen Verlust haben. Vorbei sind die Zeiten, als die RBI in unserem östlichen Nachbarland noch 100 Millionen Euro nach Steuern verdienen konnte. Mit der gesetzlichen Auflage, einen Teil des mit Fremdwährungskrediten verdienten Geldes an die Kreditnehmer zurückzahlen zu müssen kommt nun eine weitere Belastung auf die RBI zu, weitere 40 Millionen Euro muss die RBI in Ungarn im Rahmen der neuen ungarischen Bankenabgabe zahlen.

In der Ukraine ist die Lage für die Bank den Aussagen Grülls zufloge momentan recht ruhig, obwohl im Dombass (Donezbecken) je nach Tag bis zu 60 oder 70 der 80 Filialen geschlossen bleiben müssten. Früher habe die RBI in der Ukraine gutes Geld verdient - im Vorjahr knapp unter 100 Mio. Euro nach Steuern -, und man hoffe, dass das auch künftig wieder der Fall sein werde. Man sei "die beste Bank in der Ukraine", die Zinsspanne liege bei beachtlichen 8,5 Prozent.

Russland sieht Grüll nach wie vor als Kernmarkt. "Wir sind aber vorsichtiger geworden", gibt der Finanzvorstand zu. Von den Sanktionen sei man indirekt nur marginal betroffen - im Ausmaß eines einstelligen Millionen-Betrages -, etwa durch eine erhöhte Unsicherheit und den Rubel-Verfall gegenüber dem Euro. In Rubel laufe das Geschäft sehr ordentlich.

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