Raiffeisen-Aktie rutscht unter die 10-Euro-Marke

Raiffeisen-Aktie rutscht unter die 10-Euro-Marke

RBI-Chef Karl Sevelda macht harte Zeiten durch.

Der Absturz der RBI-Aktie hat einen neuen Tiefpunkt erreicht: Zum ersten Mal wurde der Wert von zehn Euro durchbrochen, nachdem das Papier im Jahr 2014 um mehr als 50 Prozent an Wert verloren hatte - und somit der größte Verlierer im ATX war.

Die Aktien der Raiffeisen Bank International (RBI) sind am Freitagmittag erstmals seit dem Börsendebüt unter die Marke von 10 Euro gesunken. Bis 13.45 Uhr fielen die Titel zwischenzeitlich auf 9,995 Euro. Zuletzt notierten sie mit einem Tagesminus von 4,76 Prozent bei genau 10 Euro.

Ein Aktienanalyst der Erste Group verwies auf einen möglichen Nachlauf in Reaktion auf die Aufhebung des Franken-Mindestkurses durch die Schweizer Nationalbank am Donnerstag. Am Vortag hatten RBI-Aktien trotz der Maßnahme noch zugelegt.

Fremdwährungskredite in Polen

Für die RBI sind die Fremdwährungskredite in Franken vor allem in Polen ein Thema. Dort wurden 2,9 Mrd. Euro als Fremdwährungskredite an Kunden vergeben, die nun mit deutlich höheren Rückzahlungen rechnen müssen. Dem Analysten zufolge seien diese Unsicherheiten wenig förderlich für die möglichen Pläne der RBI mit dem Polen-Geschäft. Um die Verluste in Russland auszugleichen, wären ein IPO an der Warschauer Börse oder der Verkauf der polnischen Tochter Optionen gewesen. "Dafür ist das Umfeld natürlich jetzt deutlich schwieriger", so der Analyst.

Im Lauf des vergangenen Jahres hat die Aktie der RBI massiv an Wert verloren und rast von einem Allzeittief zum nächsten: Allein seit Jahresbeginn 2015 hat das Papier um mehr als 20 Prozent eingebüßt, im Vorjahr war die Aktie mit einer Halbierung des Wertes der größte Verlierer im ATX - und nun ist auch die Marke von zehn Euro zum ersten Mal durchbrochen worden. Die Marktkapitalisierung der RBI beläuft sich nun auf 2,9 Milliarden Euro. Das 52-Wochen-Hoch, 31,79 am 23. Jänner 2014, scheint nun in weiter Ferne zu liegen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass Österreichs Banken - darunter vor allem die RBI - im Osten noch schwierige Entscheidungen treffen müssen.

Analysten raten zum Kauf

Die Analysten sind in Bezug auf die Aktie sehr positiv eingestellt: Alan Webborn, Analyst bei Societe Generale, riet etwa am Freitag noch zum Kauf - mit einem Zielkurs von 16,20 Euro. Am Vortag, als die SNB den Euro-Franken-Mindestkurs kippte, änderten drei Analysten ihre Prognosen auf "Buy" (AlphaValue, Kursziel: 22 Euro), "Outperform" (Exane BNP Paribas, 23 Euro) und "Hold" (Berenberg, 17 Euro). Insgesamt raten 37,9 Prozent der der in Bloomberg gelisteten Analysten zum Kauf, 58,6 Prozenten zum Halten der Aktie und nur 3,4 Prozent zum Verkaufen. Das Konsensrating liegt bei 3,69, der 12-Monate-Zielkurs bei 19,61 Euro und das Ertragspotential bei absurd hohen 96,1 Prozent.

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