Post avisiert Aktionären höhere Dividende für 2014

Post avisiert Aktionären höhere Dividende für 2014

Die Post bringt eine frohe Botschaft für Aktionäre.

Den Umsatz konnte die Österreichische Post zwar nur leicht steigern. Unterm Strich stimmt dennoch die Rechnung. Für die Aktionäre hat die Post eine positive Botschaft: Eine erhöhte Dividende wird avisiert. Kummer bereitet lediglich die Tochter trans-o-flex.

Wien. Die Österreichische Post dürfte die Rückgänge im Kerngeschäft Brief wegen der E-Mail-Konkurrenz und lange Zeit auch beim Packerlgeschäft im Griff haben. Das Jahr 2014 war erfolgreich, wenn auch die Erlöse nur um 0,2 Prozent gestiegen sind. Das Vorsteuerergebnis (EBT) legte um 13,3 Prozent auf 194 Mio. Euro zu, beim Betriebsergebnis (EBIT) gab es ein Plus von 5,9 Prozent auf 196,9 Mio. Euro, der Umsatz blieb mit 2,37 Mrd. Euro stabil. Erfreuliches Post gibt's für die Aktionäre: Die Dividende soll von 1,90 auf 1,95 Euro je Aktie steigen.

Die Post bestätigte somit die bereits mitgeteilten vorläufigen Zahlen. Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit verzeichnete im Gesamtjahr 2014 ein Minus von 7,3 Prozent. Dem Wachstum im Paketbereich von 3,1 Prozent stand eine Rückgang im Briefbereich von 1,5 Prozent gegenüber. Hier ist das Internet Segen und Fluch zugleich. Dank Onlinehandel steigt das Paketaufkommen, gleichzeitig verdrängen E-Mails die Briefe.

Ein Sorgenkind

Das Sorgenkind der teilstaatlichen, börsenotierten Post AG bleibt die deutsche Tochter trans-o-flex. Diese schlug sich mit minus 48,7 Mio. Euro in den Büchern nieder. Zusätzlich fiel auch eine Wertminderung für eine Beteiligung in Polen in Höhe von 9,7 Mio. Euro an. Demgegenüber stand ein positiver Einmaleffekt aus dem Verkauf der ehemaligen Unternehmenszentrale in der Postgasse im 1. Wiener Gemeindebezirk von 62,4 Mio. Euro an. Nach wie vor beachtlich ist die Eigenkapitalquote der Post AG von 42,1 Prozent.

82,6 Mio. Euro investierte die Post im Vorjahr. Mittlerweile gibt es 260 Selbstbedienungszonen und 126 Abholstationen, so die Post am Donnerstag in einer Aussendung. Der Personalaufwand erhöhte sich um 3,4 Prozent bzw. 36 Mio. Euro. Dieser Anstieg sei auf die Integration von Distributionsgesellschaften in Deutschland und Anpassungen bei den Personalrückstellungen zurückzuführen. Konzernweit ging die Beschäftigtenzahl um 299 Mitarbeiter auf nunmehr 23.912 zurück. 18.403 davon arbeiten in Österreich.

Zum Ausblick meinte Generaldirektor Georg Pölzl: "Die Österreichische Post geht von einem Anstieg des Konzernumsatzes in der Größenordnung von ein bis zwei Prozent aus. Gleichzeitig wird eine EBITDA-Marge um die 12 Prozent und eine kontinuierliche Verbesserung im EBIT angestrebt."

Mitarbeiterabbau

Die Zahl der Mitarbeiter (umgerechnet in Vollzeitkräfte) des Post-Konzerns wurde im Vorjahr um 299 Mitarbeiter oder minus 1,23 Prozent auf nunmehr 23.912 Beschäftigte reduziert. Der größte Teil der Konzernmitarbeiter ist in der Österreichischen Post AG beschäftigt (18.403). Insgesamt 5508 Mitarbeiter arbeiten in den Tochtergesellschaften.

Der Wechsel von Postbeamten in den Verwaltungsdienst des Bundes scheint an Attraktivität verloren zu haben. Im Vorjahr sind nur 50 Mitarbeiter gewechselt. 500 Postler, für die die Post keine Verwendung mehr hatte, sind in den vergangenen Jahren zum Bund gewechselt. Die Post hat dafür rund 200 Millionen Euro an Rückstellungen gebildet.

Mehr Geld für Mitarbeiter

Für 2014 wurde eine Mitarbeiterbeteiligung aus. Sie steigt um 2,6 Prozent auf 832 Euro. Die Prämie geht an alle Mitarbeiter in Österreich, sofern sie nicht schon anderweitig eine Leistungsbeteiligung erhalten, wie zum Beispiel die Führungskräfte oder die Leiter der Postämter. Von den 18.403 Beschäftigten erhalten rund 15.000 die 832 Euro.

Der Vorstand war prozentuell gesehen zurückhaltender, auch wenn die Einzelsummen andere sind. Der Vorstandsbezug (fixe und variable Vergütung) von Post-Chef Pölzl erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 1,13 Mio. Euro, die drei weiteren Vorstände erhielten zwischen 680.000 und 891.000 Euro Jahresbezug brutto, geht aus dem heute, Donnerstag, präsentierten Geschäftsbericht hervor.

Auf die Kritik der Belegschaftsvertreter, wonach die Aktionäre gut bedient würden, die Mitarbeiter aber bis an die Belastungsgrenze arbeiten müssten, reagierte Pölzl bei der Bilanzpressekonferenz mit einem Rechenbeispiel: Die geplante Erhöhung der Dividende um 2,6 Prozent entspricht exakt dem Anstieg der Mitarbeiterbeteiligung. Geht es nach Pölzl, dann soll die leistungsabhängige Bezahlung ausgebaut werden.

Die Republik Österreich ist mit 52,8 Prozent Mehrheitseigentümer der Post. Der Rest ist in Streubesitz.

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