Ölpreis fällt auf Fünf-Jahrestief - Gold legt zu

Der Ölpreis ist weiter auf Talfahrt. Und zieht die Börsen in Nahost mit. Die Anleger in Europa werden langsam nervös. Auch hier hat der fallende Ölpreis die Börsen ins Minus gedreht. Der Goldpreis legt um rund ein Prozent zu.

Ölpreis fällt auf Fünf-Jahrestief - Gold legt zu

Wien. Der Preisverfall am Rohölmarkt hält an: Am Dienstag ist der Brent-Öl-Preis abermals gesunken. Mit einem Preisabschlag von weiteren 1,4 Prozent auf 65,29 Dollar je Barrel (159 Liter) war die Nordsee-Ölsorte so billig wie zuletzt im September 2009.

Der Preis für OPEC-Öl ist am Montagabend auf 63,78 Dollar pro Barrel gefallen. Am Freitag hatte das Barrel nach Angaben des OPEC-Sekretariats in Wien noch 65,32 Dollar gekostet. Der OPEC-Preis setzt sich aus einem Korb von zwölf Sorten zusammen. Der fallende Ölpreis hinterlässt auch an den Börsen seine Spuren. Die Wertpapiermärkte der arabischen Förderländer bekommen den Preisverfall ebenso zu spüren. Die Aktienindizes von Dubai, Abu Dhabi, Saudi-Arabien, Kuwait und Oman verlieren zwischen zwei und 3,5 Prozent. Die beiden letzteren schließen dabei mit 6534,82 beziehungsweise 6102,45 Punkten auf dem tiefsten Stand seit knapp zwei Jahren.

"Solange die OPEC keine Produktionskürzung vornimmt, könnte es noch weiter bergab gehen", sagte ein australischer Analyst der Nachrichtenagentur Bloomberg. Das Kartell und vor allem Saudi Arabien wollen mit Preisnachlässen ihre Marktanteile vehement verteidigen. Jüngst zog auch der Irak nach und gewährte asiatischen Kunden Abschläge.

Speed kills

"Normalerweise sind fallende Ölpreis gut für die Volkswirtschaften der Welt und einige Branchen", sagte Philippe Gijsels, Chef-Analyst von BNP Paribas Fortis Global Markets. "Die Geschwindigkeit des Verfalls macht Anleger aber nervös." Seit Ende Juni hat sich der wichtige Rohstoff Öl wegen eines weltweiten Überangebots um mehr als 40 Prozent verbilligt.

Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black erklärte der Nachrichtenagentur Reuters, dass zudem die Furcht vor einer Abkühlung der chinesischen Konjunktur für die aktuellen Verkäufe verantwortlich seien. Genährt würden diese Spekulationen von der Ankündigung, dass China nur noch Unternehmensanleihen mit Top-Bonitätsnoten als Sicherheiten für Kredite akzeptieren wolle. Eine rückläufige Kreditvergabe könnte vor allem die Bautätigkeit in China dämpfen.

Der Abwärtstrend setzt sich nahtlos auch in Europa fort. Alle wichtige Börsen sind ins Minus gerutscht. Der DAX notiert mit 0,79 Prozent bei 9941,12 Punkten. Der ATX in Wien verliert 1,4 Prozent auf 2254,57 Zähler.

Der Goldpreis zeigte sich mit Gewinnen. Im Londoner Goldhandel wurde heute gegen 11.00 Uhr die Feinunze (31,10 Gramm) bei 1.204,74 Dollar um rund ein Prozent fester (nach 1.193,00 Dollar im Nachmittags-Fixing am Montag) gehandelt.