Ölfeldausrüster SBO bohrt mit Millionenverlust

Der Sparkurs vieler großer Ölkonzerne macht dem österreichischen Zulieferer Schoeller-Bleckmann (SBO) kräftig zu schaffen. In den ersten drei Quartalen wurden rund zwei Millionen Euro Verlust eingefahren. Der Umsatz des Ölbohrer-Herstellers ist um mehr als ein Viertel auf 257,6 Mio. Euro eingebrochen. Der Auftragsstand ging um zwei Drittel zurück. Aktionäre müssen um ihre Dividende bangen.

Ölfeldausrüster SBO bohrt mit Millionenverlust

Ölkonzerne haben bei SBO die Order nach Ölbohrwerkzeugen massiv zurückgefahren.

Wien/Ternitz. Der sinkende Ölpreis hält die Ölkonzerne zum sparen an. Das spürt auch die Entourage der Ölriesen, vor allem bei den Zulieferern und Servicefirmen.

Der Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann leidet weiterhin unter dem massiven Einbruch der Bohrtätigkeit der Ölkonzerne infolge des massiv gesunkenen Ölpreises. Der Umsatz in den ersten neun Monaten 2015 brach gegenüber dem Vorjahr um 27,8 Prozent auf 257,6 Mio. Euro ein, nach Steuern wurde ein Verlust von 2 Mio. Euro verbucht, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. SBO produziert Bohrköpfe und Bohrgestänge, die für die Suche nach Öl und Gas verwendet werden.

Trotz des Markteinbruchs habe man in den ersten neun Monaten dennoch ein positives operatives Ergebnis (EBIT) vor Wertminderungen in Höhe von 16,5 Mio. Euro erzielt, streicht das Unternehmen hervor. Der Free Cashflow betrug 70,9 Mio. Euro und man habe zum Stichtag 30. September eine Netto-Cash-Position von 12,2 Mio. Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging um 46,5 Prozent auf 55 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis vor Steuern betrug nach den ersten neun Monaten 0,3 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie war mit -0,13 Mio. Euro negativ.

"Das Marktumfeld hat sich im dritten Quartal weiter verschlechtert und wir stellen uns darauf ein, dass dieser Abschwung länger dauern könnte als frühere", sagte SBO-Chef Gerald Grohmann laut Aussendung. "Aber wir wissen, wie man mit den Zyklen in unserer Industrie umgeht. Wir stellen das Unternehmen jetzt so auf, dass es den nächsten Aufschwung, der früher oder später kommen wird, optimal nutzen kann."

Dass das Nettoergebnis negativ ausfällt, kommt für die Analysten nicht überraschend, nachdem sich schon zum Halbjahr unterm Strich nur noch eine schwarze Null ausgegangen war und der Ölpreis weiterhin niedrig bleibt. Das Barrel (159 Liter) der Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) kostet aktuell knapp mehr als 42 Dollar, für die Nordseesorte Brent bekommt man etwas mehr als 45 Dollar.

So kam es auch zu einem Rückgang bei den Aufträgen. In den ersten neun Monaten sind die Order der Ölkonzerne um mehr als die Hälfte auf 154,2 Mio. Euro zurück gegangen. Der Auftragsstand lag zum Ende des dritten Quartals mit 40,2 Mio. Euro um zwei Drittel unter dem Vorjahreswert.

Warten auf die Dividende

Ob die Aktionäre eine Dividende bekommen, hänge von einigen Parametern ab, sagte SBO-Konzernchef Grohmann am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Das überlegen wir uns Anfang nächsten Jahres, wenn wir wissen, wie der Verlust entstanden ist. Wenn er durch Wertberichtigungen entstanden ist, ist das nicht cashwirksam." Der SBO-Chef will einerseits das Jahresergebnis abwarten und andererseits mögliche Zukäufe sowie den Ausblick auf das kommende Jahr bei der Beurteilung der Gewinnausschüttung berücksichtigten.

Eine rasche Besserung der Geschäfte sei derzeit aber nicht in Sicht. "2016 wird sicher ein schwieriges Jahr, das kann man sagen. Es ist noch nicht so, dass man jetzt schon einen klaren Zeitpunkt für den nächsten Aufschwung erkennt", sagte Grohmann.

Die Anleger haben die schlechten Ergebnisse überraschenderweise mit Wohlwollen quittiert. Die SBO-Aktie notierte mit einem kräftigen plus von 5,2 Prozent an der Wiener Börse.