Niedriger Ölpreis: Gut für die Verbraucher, schlecht für die OMV

Niedriger Ölpreis: Gut für die Verbraucher, schlecht für die OMV
Niedriger Ölpreis: Gut für die Verbraucher, schlecht für die OMV

Die OMV leidet wie die gesamte Branche darunter, dass sich der Ölpreis innerhalb eines Jahres auf rund 50 Dollar mehr als halbiert hat.

Der anhaltend nierige Ölpreis kostet den österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV rund eine Milliarde Euro an Sonderaufwendungen. Während die Erträge in der Öl- und Gasförderung im dritten Quartal weiterhin sinken, läuft das Geschäft mit der Weiterverarbeitung von Öl zu Treibstoffen auf Hochtouren. Außerdem will sich die OMV von bis zu 49 Prozent ihrer Tochter Gas Connect trennen.

Die OMV hat im dritten Quartal um fünf Prozent weniger Öl und Gas produziert und um sieben Prozent weniger verkauft als in den drei Monaten davor. Von Juli bis September produzierte die OMV 292.000 boe/d (Barrel Öl-Äquivalente/Tag) - nach 307.000 boe/d im Vorquartal und 311.000 boe/d im gleichen Quartal des Vorjahres. Weniger gefördert wurde vor allem in Rumänien - die Produktionsmenge der Petrom-Gruppe sank gegenüber dem Vorquartal von 181.000 auf 174.000 boe/d - und in Norwegen. Beides wird mit geplanten Wartungsarbeiten begründet.

Hoffnung setzt OMV-Controlling-Chef Christoph Trentini auf die Produktion in den beiden Krisenländern Libyen und Jemen. "Wir gehen mittelfristig davon aus, dass sich die Lage dort stabilisiert", sagte er erst vor wenigen Tagen. Derzeit steht wegen den Unruhen die Ölförderung still.

Raffineriegeschäft zieht an

Weiterhin zu schaffen macht der OMV der niedrige Ölpreis. In den vergangenen drei Monaten kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent durchschnittlich 50,47 Dollar und damit nur noch halb so viel wie vor einem Jahr. Aktuell steht der Kurs bei 48,73 Dollar je Fass. Das tiefe Preisniveau wird teuer für die OMV: Sonderaufwendungen von rund einer Milliarde Euro muss der österreichische Konzern dafür bereitstellen.

Reagiert hat sie darauf bereits mit einer Kürzung von Investitionen sowie einem Sparprogramm. Ein breiter Stellenabbau blieb bisher aus. OMV-Chef Rainer Seele dementierte kürzlich einen Medienbericht, wonach die Belegschaft um 20 Prozent reduziert werden solle.

Zwar erzielt die OMV durch den sinkenden Ölpreis deutlich geringere Erlöse, doch andererseits sinken dadurch auch die Kosten für den Eigenverbrauch der Raffinerien. Die OMV-Referenz-Raffineriemarge stieg gegenüber dem Vorquartal von 7,78 auf 7,84 Dollar pro Fass. Im dritten Quartal 2014 hatte sie nur 4,90 Dollar betragen. Der Auslastungsgrad der Raffinerien stieg zuletzt leicht von 92 auf 93 Prozent, war aber geringer als vor einem Jahr (97 Prozent).

Für die kommenden Jahr erwartet die OMV eine Erholung des Ölpreises. Im kommenden Jahr soll der Brent-Preis auf 55 Dollar pro Fass steigen, 2017 auf 70 Dollar, 2018 auf 80 und 2019 auf 85 Dollar pro Fass, so die Annahme. Der Euro-Dollar-Wechselkurs wird für diesen Zeitraum bei 1,15 erwartet.

An der Wiener Börse verbilligte sich die OMV-Aktie nach Handelszahlen am Vormittag um 1,83 Prozent.

Gas-Tochter wird verkauft

Geld in die Kasse bringen soll der Verkauf von bis zu 49 Prozent ihrer 100-Prozent-Tochter Gas Connect Austria (GCA). Man suche bereits nach einem Berater für die Transaktion, die im Laufe des kommenden Jahres unterzeichnet werden soll.

"Als ein erstes Ergebnis der laufenden Überprüfung unseres Downstream-Gas-Asset-Portfolios haben wir uns entschieden, eine Minderheitsbeteiligung an unserem regulierten Gastransport-Geschäft in Österreich zu verkaufen", erklärte der Vorstand für Downstream - Refining & Marketing, sowie Gas & Power, Manfred Leitner. "In Zeiten eines schwierigen Ölpreisumfelds ergreifen wir geeignete Maßnahmen, um unser Portfolio zu optimieren und auch den Cashflow sowie die Bilanz des Konzerns zu stärken." Es gebe bereits Investoren, die ihr Interesse an einer Beteiligung an der GCA bekundet hätten.

Die Gas Connect Austria betreibt ein rund 900 km langes Erdgas-Hochdruckleitungsnetz in Österreich. Das Unternehmen ist für die Vermarktung und Bereitstellung von Transportkapazitäten an den Grenzübergangspunkten und für die im Inland benötigten Transportkapazitäten für Erdgas zuständig. Die Absatzmenge belief sich 2014 auf 149 Mrd. Kubikmeter.

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