MAN sieht schwarz für 2015: Mitarbeiter in Steyr werden bei VW geparkt

MAN sieht schwarz für 2015: Mitarbeiter in Steyr werden bei VW geparkt

Die Dauerkrise in Europa und Brasilien macht MAN zu schaffen, der weltweite Absatz von LKW und Bussen sackte weltweit um 14 Prozent ab. Es soll weiter gespart werden; unter anderem wird mit dem Betriebsrat über eine Drosselung der Produktion in Steyr verhandelt.

Der auch in Österreich vertretene deutsche Lastwagen- und Maschinenbauer MAN (ISIN: DE0005937007) blickt wegen der Dauerkrise in seinen beiden wichtigsten Märkten Europa und Brasilien pessimistisch ins Jahr 2015. Umsatz, operatives Ergebnis und Rendite dürften stagnieren, kündigte die VW-Tochter am Mittwoch in München an. Das Sparprogramm aus dem Lkw- und Busgeschäft wird deshalb auf den gesamten Konzern ausgeweitet.

"In finanziell angespannten Zeiten gilt es, besonderes Augenmerk auf die Ausgaben zu legen", sagte MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen. Das Segment Nutzfahrzeuge leidet darunter, dass sich der Markt in Europa nur langsam erholt, und die Ukraine-Krise das Russland-Geschäft abwürgt. In Brasilien herrscht Flaute, zudem drücken Rabattschlachten auf die Rendite. Mit - weitaus profitableren - Großmotoren für Schiffe kann MAN dies nicht ausgleichen. Die Sparte Power Engineering sorgte schon 2014 dafür, dass der Konzerngewinn überhaupt stieg.

Verkauf von LKW und Bussen sackt ab

Das operative Ergebnis legte 2014 dank rentabler Geschäfte mit Dieselmotoren und Maschinen auf 384 Mio. Euro zu, nach 309 Mio. Euro im Jahr davor. MAN hatte im vergangenen Jahr die Rechnungslegung entsprechend der Standards des Wolfsburger Mutterkonzerns geändert. Weil in Europa die Nutzfahrzeugerlöse um fast ein Zehntel und in Südamerika um fast ein Viertel einbrachen, und die Geschäfte mit Motoren für Kraftwerke und mit Turbomaschinen schwächelten, schrumpfte bei MAN der Umsatz um 9,9 Prozent auf 14,3 Mrd. Euro.

Die Zahl der weltweit verkauften Lastwagen und Busse sackte um 14 Prozent ab auf knapp 121.000. Die operative Rendite des Gesamtkonzerns betrug 2,7 Prozent - das sind zwar mehr als die 1,9 Prozent aus dem Jahr zuvor, aber weit weniger als das eigentlich von MAN ausgegebene Ziel: 8,5 Prozent Marge über einen Geschäftszyklus hinweg, Schwankungsbreite zwei Prozent rauf oder runter.

Drosselung in München, Salzgitter und Steyr geplant

Um dorthin zu gelangen, hatte MAN bereits ein Sparprogramm im europäischen Nutzfahrzeugsegment aufgesetzt. Dazu zählte Kurzarbeit ebenso wie die Verlagerung der verlustreichen Busproduktion von Sachsen in die Türkei oder der gemeinsame Einkauf mit dem Mutterkonzern VW. Über eine Drosselung der Kapazität in den Werken München, Salzgitter und Steyr wird mit dem Betriebsrat verhandelt. Das Sparprogramm werde jetzt auf den gesamten Konzern ausgeweitet, kündigte Pachta-Reyhofen nun an.

Im Werk in Steyr indes hat MAN überraschend die Kurzarbeit für 1.500 bis 1.600 der insgesamt 2.400 Mitarbeiter beendet. Dies jedoch nicht wegen einer verbesserten Auftragslage, sondern, weil einige Mitarbeiter bis zum Sommer beim Mutterkonzern VW in Deutschland aushelfen können. Wie es dann weitergeht, ist offen.

Im Konzernsegment Commercial Vehicles schrumpfte die Rendite 2014 auf 2,1 Prozent. Das Geschäft in Lateinamerika warf dabei mit 2,9 Prozent noch mehr ab als das in Europa mit 1,8 Prozent. Zum Vergleich: Die Lkw-Sparte von Daimler wies für das vergangene Jahr eine Marge von 6,4 Prozent aus. Die ungeliebte schwedische Konzernschwester Scania, mit der MAN künftig enger kooperieren soll, glänzte trotz aller Krisen mit 9,5 Prozent.

Börse

Schwache Dividendenrendite bei Österreichs Börsecompanys

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt