Lustpille für die Frau macht den Hersteller sexy

Lustpille für die Frau macht den Hersteller sexy

Addyi - das Viagra für Frauen soll im Herbst in den Handel kommen.

Die Pille zum Erfolg: Nach der Zulassung der vom Pharma-Unternehmen Sprout Pharmaceuticals entwickelten Lust-Pille für Frauen, übernahm der kanadische Konzern Valeant die Firma mit ihren 34 Mitarbeitern. Kaufpreis: Eine Milliarde Dollar.

Die umstrittene Lustpille für die Frau macht das kleine Unternehmen Sprout Pharmaceuticals mit nur 34 Mitarbeitern begehrenswert. Der kanadische Pharmakonzern Valeant zahlt eine Milliarde Dollar für die Firma, deren "Frauen-Viagra" erst am Dienstag die Zulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA erhalten hat. Plus einen offiziell nicht näher definierten Anteil an den zukünftigen Einnahmen, der von weiteren Milestones abhängig ist. 500 Millionen Dollar werden sofort in bar gezahlt, die zweiten 500 Millionen Dollar werden im ersten Quartal 2016 überwiesen. Alle Sprout-Mitarbeiter werden übernommen.

Sprout Chief Executive Officer, Cindy Whitehead erklärt in einer Stellungnahme, extrem stolz zu sein. "Die Partnerschaft mit Valent ermöglich es uns jetzt, das Produkt Frauen, die auf darauf gewartet haben, kostengünstiger und in größeren Mengen anbieten zu können. Valeant ermöglicht uns außerdem, Addyi über die Vereinigten Staaten hinaus weltweit anzubieten."

Die Aktie des neuen ADDYI-Eigentümers Valeant

Die Tablette soll Ende des Jahres in den USA auf den Markt kommen und wurde für jüngere Frauen vor der Menopause entwickelt, die unter Lustmangel (HSDD, Hypoactive Sexual Desire Disorder) leiden. Für Frauen nach der Menopause sowie für Männer ist das Produkt ausdrücklich nicht gedacht. Entsprechende Warnhinweise werden am Produkt angeführt.

Als Wirkstoff kommt das ursprünglich vom deutschen Unternehmen Boehringer Ingelheim entwickelte Flibanserin zum Einsatz.. Angespornt durch den Umsatzerfolg der Potenzpille Viagra von Pfizer hatte der Familienkonzern große Hoffnungen in die Pille gesetzt. Dem auch als "rosa Viagra" bekannten Mittel wurden vor fünf Jahren Umsätze in Höhe von zwei Milliarden Dollar im Jahr allein in den USA zugetraut. Doch das Präparat fiel 2010 bei der US-Gesundheitsbehörde durch und Boehringer stoppte daraufhin noch im selben Jahr die weitere Entwicklung. Jetzt trauen Experten dem Mittel nur noch 100 Millionen Dollar Spitzenumsatz im Jahr zu. Zum Vergleich: Pfizer erlöste 2014 mit den blauen Viagra-Pillen 1,7 Milliarden Dollar.

Die FDA hatte der Pille zwei Mal die Zulassung verweigert, weil der Nutzen des Medikaments die Risiken nicht aufwiege. Befürworter des Mittels argumentierten aber, es sei nicht fair, Frauen den Zugang zu der Therapie zu verwehren. Im Juni hatte ein Experten-Gremium empfohlen, es unter strengen Bedingungen und mit deutlichen Warnungen vor den Nebenwirkungen wie zu niedrigem Blutdruck und Ohnmachtsanfällen vor allem im Zusammenhang mit Alkohol zuzulassen.

Lustpille war ursprünglich Antidepressivum

Nach der jüngsten Empfehlung des Expertenkomitees habe es großes Interesse an Sprout gegeben, so Firmenchefin Cindy Whitehead. Man habe etwa drei Wochen verhandelt, sagte Valeant-Chef J. Michael Person dem Sender CNBC. Der in Montreal ansässige Hersteller Valeant ist Kanadas größtes Pharmaunternehmen. 2014 betrug der Umsatz mehr als acht Milliarden Dollar. Im selben Jahr war Valeant mit dem Versuch gescheitert, sich den kalifornischen Botox-Hersteller Allergan einzuverleiben. Der Konzern hat sein Wachstum seit längerem mit Zukäufen vorangetrieben. Er rechnet mit einem Abschluss der jüngsten Übernahme im dritten Quartal 2015.

Flibanserin sollte ursprünglich ein Antidepressivum werden und bei Frauen mit Libido-Störungen vor der Menopause angewendet werden. Dann fanden Forscher heraus, dass der Wirkstoff bei den Neurotransmittern im Gehirn ansetzt, die eine Rolle beim sexuellen Verlangen spielen. Damit wirkt das Präparat völlig anders als das Männer-Potenzmittel Viagra, das gegen Erektionsstörungen die Blutzufuhr in die Genitalien fördert.

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