Lloyds setzt Banker vor die Tür - Analysten sagen: "Kaufen!"

Lloyds setzt Banker vor die Tür - Analysten sagen: "Kaufen!"

Sein Job wackelt: 150 Filialen sollen geschlossen werden.

Die britische Großbank Lloyds kündigt jeden zehnten Mitarbeiter, bisher haben dort schon 30.000 Menschen ihren Job verloren. Die Aktien verbilligten sich am Dienstag; nun sprechen Analysten Kaufempfehlungen für die Aktie aus.

Die britische Großbank Lloyds setzt erneut zum Kahlschlag an und streicht 9000 Stellen. Das Institut bestätigte am Dienstag Reuters-Informationen, wonach in den nächsten drei Jahren jeder zehnte Arbeitsplatz wegfällt, um die Kosten zu senken. Lloyds hat bereits 30.000 Jobs abgebaut. Zudem will das Management unterm Strich 150 Filialen schließen, weil Kunden verstärkt Online-Angebote nutzen. Das entspricht in etwa sechs Prozent des Filialnetzes. Weltweit bauen Banken Tausende Stellen ab, weil sie sich wegen der Konjunkturschwäche auf ungemütlichere Zeiten im Privatkundengeschäft und Investmentbanking einstellen.

Das Institut, das vor allem auf Privatkunden in Großbritannien spezialisiert ist, war während der Finanzkrise mit rund 20 Milliarden Pfund vom britischen Staat vor dem Kollaps gerettet worden. Im Gegenzug erhielt das Land 41 Prozent der Anteile. Derzeit ist die Regierung noch mit 25 Prozent beteiligt. Die Bank legte nun weitere 900 Millionen Pfund (1,14 Milliarden Euro) zur Entschädigung von Kunden zurück, denen Versicherungspolicen verkauft wurden, die sie gar nicht brauchten. Insgesamt hat Lloyds damit für diesen Skandal schon mehr als elf Milliarden Pfund aufbringen müssen - mehr als jede andere britische Bank und knapp die Hälfte der Gesamtbelastung für die Branche. Analysten rechnen nächstes Jahr mit weiteren Kosten hierfür von einer Milliarde Pfund. An der Londoner Börse verbilligten sich Lloyds-Aktien um knapp zwei Prozent.

Aktie überbewertet - Analysten euphorisch

Für das dritte Quartal wies Lloyds einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn von 2,2 Milliarden Pfund aus. Das entspricht einem Zuwachs von 41 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Grund für das Plus war, dass weniger Kredite geplatzt sind. Derzeit weist die Bank ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 740 auf - das ist deutlich mehr als das KGV von 20, bis zu dem Unternehmen in etwa als realistisch bewertet gelten. Dennoch änderten am 28.10. sieben Analysten ihre Empfehlung auf "Buy", "Outperform" oder "Overweight". Insgesamt gibt es für die Bank nun aktuell 20 Kaufempfehlungen, 9 Holds und 5 Sells. Den 12-Monats-Zielkurs sehen die Analysten bei 86,15 Pfund - was einem Ertragspotenzial von 16,4 Prozent entspricht.

Im Stresstest der europäischen Aufseher hatte das Geldhaus im Vergleich zu anderen britischen Banken am schlechtesten abgeschnitten und nur knapp bestanden.

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