Kriselnde Air Berlin rutscht noch weiter ins Minus

Kriselnde Air Berlin rutscht noch weiter ins Minus

Air Berlin: Beim Billifgflieger stimmt die Rechnung nicht

Die Air Berlin trudelte im Jahr 2014 weiter in die Krise. Trotz der Finanzspritzen von Etihad dürfte das Minus bei knapp 390 Millionen Euro liegen. Die Vorlage der Verlustbilanz wurde auf Ende April verschoben.

Bei der Billigflugflinie Air Berlin (ISIN GB00B128C026) geht die Rechnung einfach nicht auf. 2014 rutschte der Konzern wegen hoher Restrukturierungs- und Einmalaufwendungen noch einmal tiefer in die Verlustzone.

Nach vorläufigen Angaben betrug der operative Verlust (Ebit) 278,8 bis 303,8 Millionen Euro nach einem Minus von 231,9 Millionen Euro im Vorjahr. Netto lag das Minus demnach im Bereich von 361,7 bis 386,7 Millionen Euro nach einem Verlust von 315,5 Millionen Euro im Jahr zuvor. Der Umsatz stieg leicht auf 4,16 Milliarden Euro. Die endgültigen Zahlen für 2014 sollen im April veröffentlicht werden.

Egebnis deutlich unter den Erwartungen

Insgesamt liege das Unternehmensergebnis für 2014 deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen von Air Berlin, räumte Deutschlands zweitgrößte Airline ein. Konzernchef Stefan Pichler, der den Posten im Februar antrat, gab sich jedoch zuversichtlich: "Die negative Performancespirale vergangener Jahre werden wir in 2015 durch eine Neuausrichtung unseres Geschäftsmodells durchbrechen." Im ersten Quartal werde das bereinigte operative Ergebnis um etwa 25 Millionen Euro besser ausfallen als vor einem Jahr, als ein Verlust von 182,8 Millionen Euro zu Buche gestanden habe.

Der Grund für die Verluste ist die übereilte Expansion. Als Chef der Airline machte der Düsseldorfer Joachim Hunold die Airline zur zweitgößten Fluglinie Deutschlands nach der Lufthansa.

Die arabische Airline Etihad kaufte 2011 knapp 30 Prozent der Aktien und hält die Berliner seither mit Finanzspritzen in der Luft. Pichler legte ein weiteres Sanierungsprogramm auf. Damit soll 2016 operativ der Sprung in die schwarzen Zahlen gelingen. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Netzplanung, der Vertrieb und das Festsetzen der Preise. Nächstes Jahr will die Airline so wieder schwarze Zahlen erwirtschaften.

Ausdrücklich gelobt wurde in der Aussendung die österreichische Tochterairline Niki. Niki weise 2014 erneut eine "sehr profitable Kostenstruktur" aus und erschließe sich Wachstumsperspektiven durch eine hervorragende Stückkostenposition. Genaue Zahlen wurden nicht genannt. Innerhalb des Air-Berlin-Konzerns sei Niki der Wachstumscarrier im deutschsprachigen Raum mit klarem touristischen Fokus. Wie bereits im Dezember angekündigt, tauscht Air Berlin bis zum Sommer alle sieben Niki-Embraer-Regionaljets gegen fünf größere Airbus-Flieger aus. Durch die dann reine Airbus-Flotte werden vor allem Kostenvorteile erhofft.

Air Berlin-Chef Pichler will 2015 die jahrelange Abwärtsspirale endlich durchbrechen und 2016 konzernweit schwarze Zahlen abliefern. Pichler folgte im Februar dem Österreicher Wolfgang Prock-Schauer als CEO. Mit den von Pichler nun vorgelegten vorläufigen Verlustzahlen für 2014 schneidet Air Berlin aber noch schlechter ab als von Analysten befürchtet. Die Aktie des Unternehmens startete am Freitag mit einem Minus von bis zu 2,5 Prozent.

Pichler hatte Anfang März einen neuen Billigtarif und mehr Angebote für Geschäftsreisende angekündigt. In drei Phasen sollen Management und Vertrieb umgebaut werden. Pichler will das Flugangebot stärker auf ertragreiche Strecken ausrichten und die Drehkreuze wie Düsseldorf und Berlin ausbauen. Das Flugangebot soll zunächst weiter schrumpfen. Außerdem will das Management den Vertrieb verbessern. Von neuer Software verspricht sich das Unternehmen eine bessere Durchsetzung höherer Ticketpreise.

Für heuer erwartet Air Berlin durch die eingeleiteten Änderungen im Geschäftsmodell "eine deutliche Ergebnisverbesserung". Diese solle "die Grundlage für eine angestrebte Rückkehr zur Profitabilität in 2016 schaffen", hieß es. Während Pichler für die kommenden Monate das Flugangebot weiter zusammengestrichen hat, peilt er für die Zeit ab April nächsten Jahres wieder Wachstum an - und erwartet dann Gewinne.

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