Keine Entspannung nach Stresstest: An den Börsen geht es bergab

Statt der erhofften und erwarteten Gewinne gab es an Europas Börsen am Tag nach der Bekanntgabe der Ergebnisse des Banken-Stresstests der EZB klare Verluste.

Keine Entspannung nach Stresstest: An den Börsen geht es bergab

Die Erleichterung der Anleger über die Ergebnisse des Banken-Stresstests der EZB hielt nicht lange an. Nur im Frühhandel gab es Gewinne, danach zogen aber auch schon wieder dunkle Wolken am Börsenhimmel auf. Am Vormittag wurde der neue Ifo-Geschäftsklimaindex der deutschen Wirtschaft bekanntgegeben, und der zeigte nun schon zum sechsten Mal in Folge eine Abwärtstendenz. Im Oktober sank er von 104,7 auf 103,2 Punkte und damit war der Optimismus auch schon wieder dahin.

Die Konjunktursorgen haben am deutschen Aktienmarkt am Montag die insgesamt guten Ergebnisse der europäischen Bankentests überlagert. Schwache Wirtschaftsdaten aus Deutschland hatten den DAX bereits nach der ersten Handelsstunde wieder unter die Marke von 9.000 Punkten und ins Minus gedrückt. Überraschenderweise entwickelte sich der ATX dagegen leicht positiv. Der Leitindex der Wiener Börse stieg gegenüber dem Freitag-Schluss (2.160,50) um 5,77 Punkte oder 0,27 Prozent auf 2.166,27 Zähler.

In einem europäischen Branchenvergleich waren Bankwerte zum Handelsschluss klar im Minus angesiedelt. Belastet wurde der Sektor vor allem von Kursverlusten in italienischen Finanztiteln, hieß es aus dem Handel. Von insgesamt 25 beim Stresstest durchgefallenen Banken waren neun italienische Geldhäuser, darunter auch die Monte dei Paschi di Siena, deren Aktien in Folge um 21,50 Prozent einbrachen. Im Euro-Stoxx-50 verloren UniCredit 2,55 Prozent und Intesa Sanpaolo gaben 3,14 Prozent ab. Finanzexperten zeigten sich angesichts des schlechten Abschneidens der italienischen Geldinstitute beim Banken-Stresstest besorgt und befürchten eine Vergemeinschaftung der Schulden auf Umwegen, sollte die Europäische Zentralbank jetzt diesen Kreditinstituten Finanztitel abkaufen, die nicht erster Güte sind.

Verluste in ganz Europa

Abseits der Stresstest-Ergebnisse sackten BASF um klare 3,14 Prozent ab. Negative Analystenstimmen setzten die Aktien weiter unter Druck, nachdem die Papiere des Chemiekonzerns am Freitag bereits etwas mehr als drei Prozent verloren hatten. Zum Wochenschluss hatte das Unternehmen seine Prognosen für das kommende Jahr gekappt.

Zudem rückten TNT Express mit Zahlen in den Fokus. Der niederländische Logistik-Konzern hat im dritten Quartal rote Zahlen geschrieben. Unterm Strich rutschte der Konzern mit 55 Mio. Euro in die Verlustzone nach einem Gewinn von 6 Mio. Euro im Vorjahr. Die Aktien sackten um klare 6,80 Prozent ab.

Air Berlin fielen um 2,19 Prozent. Die angeschlagene Fluggesellschaft und Mutter der österreichischen Billigairline Niki, streicht im Zuge ihres Sparprogramms weitere 200 Stellen. Auch Air France-KLM gingen mit einem Minus von 3,02 Prozent aus dem Handel. Medienberichten zufolge treffe sich am morgigen Dienstag der Unternehmens-Vorstand um Sparmaßnahmen, darunter möglicherweise auch Stellenreduktionen, zu diskutieren.