Lufthansa-Manager Kay Kratky folgt Jaan Albrecht als AUA-Chef

Lufthansa-Manager Kay Kratky folgt Jaan Albrecht als AUA-Chef

AUA-Chef Jaan Albrecht soll Insidern zufolge das Ruder an den bisherigen Lufthansa-Passagiersparten-Vorstand Kay Kratky abgeben.

Lufthansa-Passagiersparten-Vorstand Kay Kratky soll das Erbe von Noch-AUA-Chef Jaan Albrecht antreten. Er tritt ein schwieriges Erbe an: Die Lufthansa konnte ihren Verlust deutlich eindämmen, bei der AUA gibt es dagegen wenig Veränderung zum Vorjahr.

Nun ist es offiziell: Kay Kratky (57), derzeit bei der AUA-Mutter Lufthansa für den Flugbetrieb und das Management des Drehkreuzes Frankfurt zuständig, ist als neuer AUA-Chef nominiert. Er soll den neuen Job am 1. August antreten, teilte die Lufthansa heute, Dienstag, mit. Offiziell muss noch der AUA-Aufsichtsrat am 12. Mai die Personalie absegnen.
Der derzeitige AUA-Chef Jaan Albrecht (60) wechselt zur deutsch-türkischen SunExpress, einem Joint Venture zwischen Lufthansa und Turkish Airlines.

Kratky flog ab 1981 als Pilot bei der Lufthansa. Ab 2001 leitete er die Verkehrszentrale und den Besatzungseinsatz bei Lufthansa Cargo, 2004 übernahm er die Leitung des weltweiten Frachtgeschäfts. Zwischen 2008 und 2011 war er General Manager der Jade Cargo International mit Sitz im südchinesischen Shenzhen. Seit April 2011 ist Kratky Vorstands-Mitglied bei der Deutschen Lufthansa. Dort trägt er die Verantwortung für den Flugbetrieb und das Management des Drehkreuzes in Frankfurt.

Nach dem ersten Quartal sind die Lufthansa-Manager gut gelaunt: Der Betriebsverlust (adjusted Ebit) habe nach einem Fehlbetrag von 240 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum in den ersten drei Monaten des heutigen Jahres 167 Millionen Euro betragen, gab die Lufthansa bekannt. Der Umsatz zog um acht Prozent auf knapp sieben Milliarden Euro an. Das angesichts des reiseschwachen Jahresauftaktquartals, in dem Airlines meist rote Zahlen einfliegen. Geld wird üblicherweise erst in der Sommer-Hochsaison verdient.

Lufthansa-Passagiersparten-Vorstand Kay Kratky, aufgenommen am 29.03.2015 in Berlin.

Im Gegensatz zur Mutter ist der Verlust bei der heimischen Austrian Airlines fast unverändert – er belief sich im ersten Quartal 2015 auf 53 Millionen Euro, nach 54 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Schuld sind auch weiterhin die Krisen in Nahost, Russland und der Ukraine. Um 11,9 Prozent gingen die Passagierzahlen zurück, das Angebot wurde um sieben Prozent reduziert.

Albrecht kündigte an, dass der neue Vorstandsvorsitzende (CEO) am 18. Mai mit auf der Bühne sein wird, wenn die AUA vor Mitarbeitern und Medien ihre neue Strategie - samt neuer Uniformen für die Belegschaft - vorstellen wird. Die Präsentation war bereits für einen früheren Zeitpunkt geplant gewesen – wurde aber auf Grund des Germanwings-Absturzes verschoben.

Billiges Kerosin, streikende Piloten

Rückenwind bekam Lufthansa durch den niedrigen Ölpreis; das billige Kerosin half, die streikbedingten Flugausfälle zu verkraften. Die Pilotenstreiks bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und der Tochter Germanwings belasteten das Ergebnis mit 42 Millionen Euro.

Im aktuellen Quartal seien die Vorausbuchungen wegen der Streikgefahr zurückgegangen und belasteten das Ergebnis um weitere 58 Millionen Euro. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte 2015 zuerst zu einem zweitägigen und dann zu einem viertägigen Ausstand aufgerufen. Aktuell wird darum gerungen, mit einer Gesamtschlichtung alle tariflichen Probleme abzuräumen.

Zunehmend Sorgen machen der Lufthansa auch die mit den Beschäftigten vereinbarten Betriebsrenten. Wegen der weiter gesunkenen Zinsen am Kapitalmarkt erhöhten sich die Pensionslasten im ersten Quartal den Angaben zufolge um 3,4 Milliarden Euro.

Kein Höhenflug an der Börse

Nur noch 5,9 Milliarden Euro ist Lufthansa an der Börse wert; seit Jahresbeginn hat die Aktie von Deutschlands Vorzeige-Airline knapp acht Prozent an Wert verloren – damit ist sie die zweitschlechteste Aktie im DAX, der seit Jahresbeginn knapp 20 Prozent gewonnen hat.

In den vergangenen zwölf Monaten ging es um gut 27 Prozent bergab. Den größten Kursverlust verzeichnete die Aktie im Juni vergangenen Jahres mit einem Absturz von 14 Prozent – damals musste das Unternehmen auf Grund mehrerer Streiks und überraschend schwacher Umsatzentwicklung eine Gewinnwarnung ausgeben. Am 5.5.2015, 11 Uhr vormittags, notierte die Aktie bei 12,74 Euro; das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 8,00. Damit ist das Wertpapier zwar recht billig – zum Kauf wird es von Analysten aber kaum empfohlen, die meisten (je 38,7 Prozent) raten zum Halten oder gar zum Verkaufen der Aktie.

Im Gesamtjahr möchte Lufthansa einen Betriebsgewinn von mehr als 1,5 Milliarden Euro machen, wobei aber die Kosten für Konzernumbau und Streiks noch nicht mit gerechnet sind – diese dürften sich im ersten Halbjahr auf 100 Millionen Euro summieren. Der tragische Absturz der Germanwings-Maschine am 24. März belastet den Konzern hingegen nicht, da die meisten Schäden versichert sind. Zu Buchungsrückgängen bei Lufthansa ist es dem Vorstand zufolge nicht gekommen; und auch der Buchungseinbruch bei Germanwings sei nur eine „vorübegehende Buchungsdelle“ gewesen.

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