"Investieren ist ein Marathon und kein Sprint"

"Investieren ist ein Marathon und kein Sprint"

Wohin mit dem Geld? Ein Experte der Schoellerbank warnt vor Hochzinsanleihen und rät stattdessen zu konventionellen Anleihen, auch wenn derzeit eine Durststrecke in Kauf genommen werden muss. Die interessanteste Anlageform bleiben aber Akten - sofern es sich um gesunde Unternehmen handelt.

"Investieren ist ein Marathon und kein Sprint", schreibt die Schoellerbank im aktuellen Kapitalmarktausblick für das erste Quartal 2015. Die Bank warnt vor "High-Yield-Anleihen" und "Emerging-Market-Anleihen". "Wir sind nicht bereit, in diesem Bereich das Kapital unter Risiko zu setzen, um kurzfristig die Performance etwas aufzubessern", so Robert Karas, Leiter des Asset Managements.

"Und in diesem Marathon müssen Anleger auch Zeiten akzeptieren, in denen Sicherheit überhaupt keine Zinsen zahlt", führt Karas in einer Presseaussendung am Montag aus. Er spricht damit die Situation im Bereich der Staatsanleihen an. Die derzeitigen Renditen von unter 0,6 Prozent für deutsche und unter 0,75 Prozent für österreichische zehnjährige Staatsanleihen seien viel zu gering, um das Kapital über lange Zeit zu binden.

Empfohlen werden für solche konventionellen Anleihen wesentlich kürzere Laufzeiten - auch wenn die Renditen "mager bis gar nicht vorhanden sind". Nicht zuletzt aus diesem Grund hält Karas weiterhin an inflationsgeschützten Anleihen fest. Ein starkes Ansteigen der Inflation in 2015 erwartet er allerdings nicht.

Aktien sind interessant - aber es kommt auf die Qualität an

Generell geht der Veranlagungsexperte für 2015 von einem ähnlichen Umfeld wie 2014 aus - mit Qualitätsunternehmen zu fairen Preisen und ohne Überhitzungstendenzen. "Marktteilnehmer werden im Spannungsfeld wenig attraktiver Anlagealternativen zwischen Angst vor Kursrückgängen und Hoffnung auf Renditen hin- und hergerissen sein", meint Karas.

Die interessanteste Anlageklasse in diesem Umfeld seien Aktien, aber nur in entsprechender Qualität und zu einem fairen Preis, und nur in dem Ausmaß, als auch zwischenzeitliche Rückschläge verkraftet werden könnten. An einer Beimischung von Fremdwährungen im Anlageportfolio will Karas weiter festhalten.

Nachdem zuletzt vor allem der Ölpreis unter Druck geraten ist, erwartet Karas weiterhin "herausfordernde" Rohstoffmärkte. "Wir glauben nicht an nachhaltig tiefe Energiepreise - und erwarten hier keine schnelle Kehrtwende", so der Veranlagungsexperte der Schoellerbank.

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