Übernahme-Poker um Immofinanz: Zehetner erhöht den Einsatz

Übernahme-Poker um Immofinanz: Zehetner erhöht den Einsatz
Übernahme-Poker um Immofinanz: Zehetner erhöht den Einsatz

Immofinanz-Chef Eduard Zehetner zieht sämtliche Register, um eine nicht so freundliche, weil zu billige Übernahme abzuwehren. Sein Credo: Angriff ist die beste Verteidigung.

Angriff ist die beste Verteidigung: Immofinanz-Chef Eduard Zehetner zieht in der Übernahmeschlacht mit dem Widersacher CA Immoo/O1 den nächsten Joker aus dem Köcher. Zehetner will nun die Kontrollschwelle auf 15 Prozent absenken. CA Immo/O1 müssten bereits schon bei Überschreiten dieser Schwelle an alle Aktionäre ein Angebot legen. Und das wäre recht teuer. Anfang der Woche ging der Imofinanzchef nach zwei Übernahmeofferten selbst in die Offensive, und legte ein Teil-Übernahmeoffert an die Aktionäre der CA Immo.

Der nächste Streich im Übernahmekampf zwischen der Immofinanz und der CA Immo mit ihrem Hauptaktionär O1: Die Immofinanz greift zu einer eher ungewöhnlichen Maßnahme. Sie will auf der außerordenlichen Hauptversammlung die laut Übernahmegesetz bei 30 Prozent angesetzte Kontrollschwelle auf 15 Prozent senken. Ab dieser Grenze müsste eine Beteiligung der Übernahmekommission gemeldet werden. Die Konsequenz: Innerhalb von 20 Börsentagen muss dann ein Übernahmeangebot an alle Aktionäre erfolgen.

Eine Komplettübernahme der Immofinanz würde die finanziellen Mittel der CA Immo/O1 aber wohl bei weitem übersteigen. Die Immofinanz wird aktuell an der Börse mit knapp über 3 Mrd. Euro bewertet.

Mints will Sperrminorität

Die CA Immo und ihr russischer Miteigner Boris Mints (O1 Group) wollen wie berichtet ihre Anteile an der Immofinanz auf 15 Prozent aufstocken und dafür 2,80 Euro je Aktie bezahlen. Dafür müssten sie gut 420 Mio. Euro auf den Tisch legen. Sie streben einen faktischen Stimmrechtsanteil von zumindest 25 Prozent - die Sperrminorität - an.

Immofinanz-Chef Eduard Zehetner bezeichnete das Angebot als "lächerlich". Anfang der Woche hat er mit einem Gegenangebot zur Übernahme von bis zu 29 Prozent der CA Immo reagiert, das er nun auf Empfehlung der Übernahmekommission auf der ao. HV absegnen lassen will.

Zehetner ging zuletzt davon aus, dass CA Immo/O1 bereits auf die eine oder andere Art zehn Prozent der Immofinanz-Anteile halten. Andernfalls würde das in Aussicht gestellte Angebot für 15 Prozent keinen Sinn machen.

Abstimmung am 17. April

Auf der für 17. April einberufenen außerordentlichen Hauptversammlung sollen die Aktionäre also neben der nachträglichen Genehmigung des freiwilligen öffentlichen Teilangebots der Immofinanz für Aktien der CA Immo auch über Satzungsänderungen abstimmen.

Die am Donnerstagabend veröffentlichte Tagesordnung sieht Beschlussfassungen über Satzungsänderungen zur Herabsetzung der Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder und Änderungen von Bestimmungen zur Mandatsdauer, Herabsetzung der Kontrollschwelle nach § 22 (2) Übernahmegesetz auf 15 Prozent, Streichung der Ermächtigung, den Bilanzgewinn von der Verteilung auszuschließen sowie die Aufhebung der Herabsetzung von Beschlussmehrheiten geplant. Des weiteren steht die Wahl von zwei Aufsichtsratsmitgliedern am Programm.

Zehetner wird bis Ende April noch als Vorstandschef der Immofinanz fungieren und dann abtreten. Was danach kommt, lässt er noch offen. "Zunächst müssen wir das Ganze hier ordentlich abwickeln", sagt Zehetner im Gespräch mit FORMAT.AT. "Ich werde jedenfalls ab 1. Mai etwas mehr Zeit haben und bin nicht so verplant."

Neues Rückkaufprogramm

Die börsenotierte Immofinanz plant im Rahmen des Aktienrückkaufprogrammes 2015 über die Börse bis zu 30 Millionen Stück eigene Aktien - das sind rund 2,8 Prozent des Grundkapitals - zurückzukaufen. Auf Basis des heutigen Schlusskurse von 2,695 Euro entspricht dies einem Wert von mehr als 80 Mio. Euro.

Das Programm beginnt am 1. April und läuft voraussichtlich bis Ende des Jahres, teilte die Immofinanz am Donnerstagabend mit. Die Preisobergrenze je Aktie bei maximal 3,20 Euro, die Preisuntergrenze bei mindestens 1,04 Euro.

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