Hohe Nachfrage nach EZB-Geldspritze: 97,8 Milliarden Euro abgerufen

Hohe Nachfrage nach EZB-Geldspritze: 97,8 Milliarden Euro abgerufen

EZB-Chef Mario Draghi kann sich freuen: Das neue EZB-Geld findet rege Nachfrage.

Die Geldspritze der Europäischen Zentralbank (EZB) funktioniert. Die Nachfrage der Banken bei der dritten Salve der EZB lag nach Angaben der Notenbank deutlich über den Erwartungen von Investoren.

Frankfurt . Die von der EZB beschlossene Intervention am Kapitalmarkt zeigt ihre Wirkung - zumindest was die Nachfrage anbetrifft. Die EZB hat zum dritten Mal die Geldschleusen geöffnet. Und 143 Banken aus den Euro-Ländern sicherten sich bei dieser längerfristigen Kreditlinie, die im Fachjargon TLTRO genannt wird. Insgesamt wurden 97,8 Milliarden Euro abgerufen, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.

Befragte Ökonomen hatten lediglich mit 40 Mrd. Euro gerechnet. Die Währungshüter hatten beschlossen, in das Finanzsystem bis Mitte 2016 mehrere dieser größeren Geldsalven zu pumpen.

Im Dezember sicherten sich 306 Banken aus den Euro-Ländern rund 130 Mrd. Euro. Beim ersten Geschäft dieser Art im September hatten sich 255 Banken etwa 83 Mrd. Euro gesichert. Die EZB will mit diesen Geldspritzen die Kreditvergabe in der Währungsunion ankurbeln.

Kritiker hingegen verurteilen derartige Geldspritzen der EZB. Das Geld würde nicht bei denen ankommen, die das Geld unbedingt brauchen. Firmen würden demnach nur schwer Kredite bekommen, was eigentlich das Ziel der EZB-Geldsalven ist. Mit den frischen Geld sollen neue Impulse für Wirtschaft gesetzt werden, um das Wachstum vor allem in den Ländern Südeuropas anzukurbeln.

Banken, die die Gelder abrufen, würden hingegen mit dem neuen Geld an Kapitalmärkten spekulieren, statt das Geld zur Vergabe von Krediten dem lokalen Wirtschaftskreislauf zuzuführen, was der primäre Auftrag der Banken sei.

Die bedeutenden Finanzmärkte Europas haben am Donnerstag alle im Plus noitiert.

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