Grundsolide Renditen bei Immobilienaktien

Grundsolide Renditen bei Immobilienaktien
Grundsolide Renditen bei Immobilienaktien

Sowohl langfristig orientierte Anleger als auch mutige Spekulanten können auf Aktien heimischer Immobilienunternehmen bauen. Mit Aktien von Immobilienunternehmen kann man auch mit geringen Mitteln vom Anstieg der Mieten und der Preise von Häusern profitieren.

Rudolf Fries nutzte die Gunst der Stunde. Der Kernaktionär des Immobilienunternehmes Immofinanz (ISIN AT0000809058) kaufte heuer am 8. August 822.779 Immofinanz-Aktien zum Stückpreis von 2,1927 Euro. Börsenwert der gesamten Transaktion: 1,9 Millionen Euro.

Fries bewies Weitblick. Der Kurs der durch den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine stark belasteten Aktie stieg kurz darauf wieder an. Die Baader Bank erhöhte ihr Kursziel für die Immofinanz-Aktie auf drei Euro, was dem prominenten Aktienkäufer ein Plus von fast 30 Prozent bescheren könnte.

Doch es ist nicht nur das Immofinanz-Papier alleine, das Besitzern von Aktien dieser Branche intakte Chancen bietet. Günther Artner, Analyst bei der Erste Bank (ISIN AT0000652011), meint: "Immobilienaktien sind im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld einer der aussichtsreichsten Sektoren.“ Die Begründung des Experten: Die Nachfrage nach Wohnimmobilien ist in Österreich anhaltend stark. Alleine der Ballungsraum Wien wird bis 2030 auf zwei Millionen Einwohner anwachsen. Für Deutschland gilt ähnliches.

Doch Immobilienunternehmen sind auch stark in Gewerbeimmobilien engagiert - ein Bereich, der aktuell eher weniger Wachstumschancen hat. Aber hier spricht für Artner die noch tiefe Bewertung der Aktien dieses Sektors. Und in eher volatilen Börsenzeiten sind Titel mit soliden Substanzwerten noch am sichersten.

Die besten Titel

Wichtigstes Auswahlkriterium für Immobilienaktien ist das Verhältnis ihres Buchwerts zum Börsenkurs - also um wieviel das Unternehmen tatsächlich mehr wert ist, als es der Aktienkurs ausdrückt. Hier werden die meisten österreichischen Papiere an der Börse mit einem Abschlag von 30 bis 40 Prozent zu ihrem tatsächlichen Wert gehandelt. Ein Wert, der bei ausländischen Immobilien-Papieren nicht so hoch ist. Der aber vielleicht auch erklärt, warum die Kurse heimischer Immobilienaktien in der Vergangenheit doch ungewöhnlich starken Schwankungen ausgesetzt waren: Das Vertrauen ausländischer Investoren war nach den Skandalen in der Branche getrübt. Die Kurse der österreichischen Titel sanken übermäßig. Doch jetzt stehen heimische Immo-Aktien wieder überall im Fokus.

Die solideste ist derzeit wohl die Buwog (ISIN AT00BUWOG001). Das heuer von der Immofinanz abgespaltene Unternehmen, das Wohnimmobilien verwaltet und entwickelt, hat seit seinem Börsengang eine beachtliche Performance geliefert. Die Aktie brachte seit April ein Plus von zwölf Prozent. Doch ihr wird weiteres Potenzial nach oben zugetraut. Die Analysten von Kepler Cheuvreux bestätigen ihre Kaufempfehlung und erhöhen das Kursziel auf 16,5 Euro. Was noch einmal ein Potenzial von rund sechs Prozent bedeutet.

Das vielleicht Interessanteste für sicherheitsorientierte Anleger ist bei der Buwog-Aktie aber die Dividendenrendite von 4,7 Prozent. Und die ist für österreichische Privataktionäre sogar KESt-frei, da sie für das Unternehmen als Einlagenrückzahlung gilt. Die Buwog verspricht, diese steuerbegünstigte Auszahlungspolitik noch mehrere Jahre beizubehalten.

Für risikofreudigere Investoren empfiehlt sich die Aktie der Buwog-Mutter Immofinanz. Ihr Kurs ist durch die Russland-Krise stark gesunken. Die Aktie notiert nur mehr bei einem Wert, der jenem entspricht, wenn sämtliche Gewerbeimmobilien in Russland komplett abzuschreiben wären. Dabei handelt es sich um Einkaufscenter in den besten Lagen Moskaus. Artner: "Der Kurs gibt nur mehr den halben Wert wieder. Hier ist großes Potenzial vorhanden.“

Die Aktie der CA Immo (ISIN AT0000641352) war lange Zeit der attraktivste Immobilienwert an der Wiener Börse. Die meisten Analysten sehen auch weiterhin eine positive Entwicklung. Das Kursziel geben die Raiffeisen Centrobank mit 17,5 und die HSCB mit 17,2 Euro an. Doch trotz guter Ergebnisse der CA Immo hat der Kernaktionär Bank Austria angekündigt, sich von seinem knapp 17-prozentigen Anteil zu trennen. Günther Artner mahnt deshalb zu Vorsicht: "Beim Kurs der CA Immo ist schon etwas zu viel Übernahmefantasie eingepreist.“

Die Aktie der s Immo (ISIN AT0000652250) galt bislang eher als sehr defensives Papier. Doch das hat sich nun geändert. Im ersten Halbjahr hat der Wert um zwölf Prozent zugelegt. s Immo präsentierte auch erstaunlich gute Ergebniszahlen zum Halbjahr. Die Erste Bank hob das Kursziel daraufhin auf sieben Euro, die HSCB auf 6,6 Euro an. Erste-Analyst Artner meint: "Diese Aktie ist ein Topkauf.“

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