11 Gründe warum US-Börsen 2015 boomen könnten

New York anlässlich der Jubiläumsfeier 9/11

New York anlässlich der Jubiläumsfeier 9/11

Der S&P 500 Index ist seit Ende Oktober um rund sieben Prozent auf über 2000-Punkte gestiegen und mancher Anleger fragt sich nun, ob dass die letzten Ausläufer einer langen Hausse sind. Doch die britische Fondsgesellschaft Threadneedle erklärt, warum die Chancen gut stehen, dass die US-Börsen weiter haussieren.

Die US-Börse zählt seit 2009 zu den etablierten Märkten mit dem höchsten Kursanstieg. Doch Anleger sollten nicht nur auf die Höhe der Kurszuwächse achten, wenn es um Investmententscheidungen geht. Neben Kursen zählen Bewertung, Fundamentaldaten und die Entwicklung der Währung und längerfristige Einflüsse und deren Auswirkungen für Anleger. Die britische Fondsgesellschaft Threadneedle hat nun diese Einflussfaktoren für die US-Börsen für 2015 prognostiziert und zieht optimistische Schlüsse.

1.Historisch betrachtet günstiges Bewertungsniveau

So glaubt Threadneedle, dass zu viele Marktkommentatoren bei der Einschätzung des S&P 500 zu sehr auf die Kursentwicklung konzentrieren und nicht genug auf das Bewertungsniveau. Ein historischer Vergleich der Marktbewertungenzeigt, dass sich der Markt nahe dem Durchschnitt seit 1960 bewegt. Die Kennziffer dafür ist die sogenannte historische S&P 500 Trailing PE ratio. Richard Adams, US-Aktienspezialist bei Threadneedle: „Wir ziehen diese Kennzahl dem zyklisch bereinigten Kurs-Gewinn-Verhältnis auch Price Earnings Ratio vor, da sie über einen viel längeren Zeitraum geht." So mögen die Kurse in den vergangenen sechs Jahren zwar deutlich gestiegen sein, aber die Unternehmensgewinne haben ebenfalls kräftig zugelegt. “ Die allgemein gängige KGV-Kennziffer würde nur den Durchschnitt der Gewinne der vergangenen zehn Jahre widerspiegeln, „der aber stark die schwere Krise 2009 reflektiert, aber durch den kürzeren Zeitraum keinen Rückschluss auf die Zukunft zulässt“, so Adams.

2. US-Aktien im Vergleich zu anderen besonders günstig

Für Anleger, die Anlageklassen gegeneinander abwägen müssen, ist der US-Aktienmarkt gemessen an der Risikoprämie für Aktien nach Einschätzung von Threadneedle im Vergleich zu Anleihen sogar sehr preiswert. Adams: „Wenn dieses Verhältnis bestehen bleibt, könnte vor allem US-Aktien auch gegenüber Anleihen weiterhin eine deutliche Outperformance gelingen.“

3. Niedrige Inflation bieten gute Basis für weitere Kurszuwächse

Außerdem besteht historisch gesehen eine Wechselbeziehung zwischen Inflation und KGV. Bei einer Inflation von derzeit etwa 2 % hätten die Kurs-Gewinn-Verhältnisse demnach noch Luft nach oben. In den USA weicht das Bewertungsniveau mit einem Trailing-KGV von 17,9 zum Ende des dritten Quartals 2014 nicht stark von den Vergleichsmärkten ab. Der MSCI Europe Index notierte bei 20, der FTSE 100 bei 16,6 und der japanische Topix bei 16.

4. US-Wirtschaft wächst stärker als jene klassischer Wachstumsländer wie Brasilien

Ob weitere Kursanstiege bevorstehen oder nicht hängt auch stark von den Fundamentaldaten ab. „Die reale Wirtschaft und das reale Bruttoinlandsprodukt in den USA befindet sich in der mittleren Phase ihrer Konjunkturerholung“, analysiert Adams. Threadneedle rechnet für 2015 mit einem USA-BIP-Wachstum von 2,5 bis 3 Prozent – damit würden die USA stärker wachsen als andere große Volkswirtschaften und sogar die wachstumsstarken BRIC-Staaten Brasilien und Russland übertreffen.

5. Konsum steigt durch Anstieg verfügbaren Einkommens

Den größten Beitrag zum Wachstum leisten die US-Verbraucher. Einige Jahre mussten die US-Verbraucher den Gürtel enger schnallen, doch jetzt hat sich ihre Finanzlage gebessert. Sie haben ihre übermäßigen Schulden, die sie sich in den Jahren des Überschwangs während des vergangenen Jahrzehnts aufgeladen hatten, diszipliniert zurückgezahlt, und die verfügbaren Einkommen erholen sich stetig.

6. Importierte Waren werden für Amerikaner billiger und befeuern Konsum zusätzlich

Kräftigen Rückwind erhalten Verbraucher durch den stärkeren Dollar. Damit werden importierte Güter billiger. Zusätzlich führt das Überangebot an Öl und das langsamere Wachstum in Asien und Europa zu niedrigeren Energiepreisen in den USA. Dank Schieferenergie-Revolution und Ölschwelle durch die saudischen Ölproduzenten dürfte der günstige Preis für Öl und Gas niedrig bleiben.

7. Niedrige Zinsen kurbeln Ausgaben an

Günstig wirken sich auf US-Wirtschaft auch das Zinsniveau aus, die sich auf einem Rekordtief befinden. Anleihenrenditen könnten sogar noch weiter sinken, da der steigende Dollar Kapital in US-Vermögenswerte anlockt.

8. Lebensmittelpreise auf Talfahrt

„Selbst was die Lebensmittelkosten betrifft, haben die US-Verbraucher Glück", so US-Experte Adam. Denn eine Rekordernte hat die Preise von Agrarrohstoffen auf Talfahrt schickte.

9. Zehn Prozent Gewinnwachstum prognostiziert

Aufgrund dieser positiven Faktoren rechnet Threadneedle für 2015 für US-Unternehmen mit Gewinnwachstum von im Schnitt knapp zehn Prozent. Zykliker könnten defensive Werte 2015 ihrer Einschätzung nach überrunden. Während der jüngsten Rallye stiegen zwar noch sowohl defensive als auch zyklische Titel. Defensive Aktien etwa von Versorger und Basiskonsumgüter wurden aufgrund ihrer soliden Qualitäten und hohen Dividenden gewählt. In einem Umfeld niedriger Inflation und niedriger Zinsen könnte das Kurszuwächse solcher Titel zwar unterstützen, aber Threadneedle sieht für 2015 bei zyklischen Aktien bessere Gelegenheiten.

10.Techunternehmen profitieren von steigenden Investitionen und hoher Innovationsdynamik

Bestes Beispiel bietet laut der Fondsgesellschaft der Technologiesektor, in dem steigende Investitionsausgaben und viele neue Innovation und das starke Wachstum des Internets eine positive Dynamik schaffen. Aktien, dieser Unternehmen seien noch nicht entsprechend gestiegen. So bilden die USA weiterhin das Epizentrum der technologischen Innovation. Etwa im Bereich des mobilen oder drahtlosen Internets, ebenso beim 3D-Druck, fahrerlosen Autos, fortgeschrittener Robotertechnik, Energieexploration, Advanced Materials, künstlicher Intelligenz, Bio- oder Nanotechnologie. Die technologischen Innovationen haben das Potential das Produktivitätswachstum weiter voranzutreiben und sollte Anlegern gute Kaufgelegenheiten bieten.

11. Binnenmarktorientierte Ölfirmen profitieren

Die anhaltende Stärke des Dollar wird zwar die US-Einnahmen durch den Export senken, dafür aber den Konsum befeuern. „Davon werden binnenmarktorientierten Unternehmen profitieren", glaubt Threadneedle. Die Börsenexperten geht weiters davon aus, dass die Schieferenergie-Revolution vor allem in Staaten wie Texas, Louisiana und Colorado weiter Wachstum und Arbeitsplätze schaffen wird. Threadneedle-Manager Adams: „Davon dürften Ölproduzenten, die Binnenmarkt leben, profitieren."

Börse

Schwache Dividendenrendite bei Österreichs Börsecompanys

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt