GoPro - Ein Hero im freien Fall

Nur kurz, etwas länger als ein Sekundenglück, konnte der einstige US-Börsenstar GoPro die Anleger begeistern. Der Action-Kamerahersteller bekommt nun die Härten des Kapitalmarktes zu spüren.

GoPro - Ein Hero im freien Fall

TALFAHRT. Zu wenig action - GoPro bleibt hinter den Prognosen zurück und kann trotz Gewinn nicht überzeugen. Seit Sommer geht es mit dem Action-Kamerahersteller an der Börse nur noch abwärts.

Im Vorjahr noch als Börsenstar gefeiert, ist nun beim Action-Kamera-Hersteller GoPro (ISIN US38268T1034) Katerstimmung eingekehrt. Bei Mountain-Bikern, Skateboardern und Snowboardern gilt das US-Unternehmen als Nonplusultra der Actioncam-Szene, nimmt sie doch ruckelfreie Bilder auf, die via Internet an die Community übertragen werden können.

Doch am Indoor-Parkett der Börse kommt die GoPro weniger gut an: Ein Analyst nach dem anderen gibt dem erst seit Juni 2014 an der Börse notierten Unternehmen schlechte Noten. Selbst Topqualität, Modellvielfalt und zuletzt auch Preissenkungen der neuesten Kamera Hero4 kann den Wertverfall der GoPro-Aktie nicht stoppen. Und auch das neueste Produkt, eine Drohne für Privatnutzer, sowie 360-Grad-Video-Projekte mit Facebook und Google können die Finanzcommunity nicht milde stimmen.

GoPro hat zudem mit erstarkter Konkurrenz zu kämpfen. Der Umsatz wird sich im vierten Quartal 2015 nur zwischen 500 und 550 Millionen Dollar einpeilen; 690 Millionen Dollar standen bei Analysten bisher am Radar.

Für die Aktionäre bedeutet dies, dass statt der avisierten 82 Cent nur noch 35 bis 40 Cents pro Aktie zu verdienen sind. Es ist somit das zweite Quartal in Folge, dass GoPro seine Prognosen nicht erfüllt. Obwohl das Unternehmen im Sommer schwarze Zahlen schrieb, ging es an der Börse nun schneller bergab, als Snowboarder die Skipiste hinunterjagen. Die Aktie notiert sogar unter dem IPO-Preis von 24 Dollar.

Erschienen im FORMAT Ausgabe 47/2015.
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