voestalpine steigert Gewinn um 18 Prozent - Dividende wird erhöht

voestalpine steigert Gewinn um 18 Prozent - Dividende wird erhöht
voestalpine steigert Gewinn um 18 Prozent - Dividende wird erhöht

Solides Geschäft: voestalpine-Chef Wolfgang Eder kann den Aktionären eine höhere Dividende bieten.

Der voestalpine-Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 den Gewinn auf 594,2 Mio. Euro gesteigert. Der Umsatz ist nur leicht gestiegen. Die Dividende soll nun von 95 Cent auf einen Euro pro Aktie erhöht werden. Für das nächste Geschäftsjahr peilt CEO Wolfgang Eder eine weitere Verbesserung an. Die Aktie hebt ab.

Der Stahl- und Technologiekonzern voestalpine konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 bei stabilem Umsatz den Jahresüberschuss (vor Minderheiten und Hybridkapitalanteilen) deutlich um 18 Prozent von 503,4 auf 594,2 Mio. Euro verbessern. Der Umsatz konnte nur um ein Prozent von 11,08 auf 11,19 Mrd. Euro gesteigert werden. Für 2015/16 wird eine weitere Verbesserung der operativen Ergebnisse erwartet.

Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 12,4 Prozent von 788,4 auf 866,3 Mio. Euro. Den Aktionären stehe eine von 0,95 auf 1,00 Euro erhöhte Dividende ins Haus. "Einmal mehr haben sich unsere Innovationsstärke und die Fokussierung auf den Hochtechnologiebereich in einem nach wie vor schwierigen konjunkturellen Umfeld bezahlt gemacht", freut sich Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG: "Letztlich ist es uns damit gelungen, unsere Ergebnisführerschaft weiter auszubauen."

Die Geschäftsentwicklung der Voestralpine 2014/2015 im Video-Überblick.

Aufgrund der erstmaligen Vollkonsolidierung von bisher nach der Equity-Methode einbezogenen Gesellschaften werde es im Geschäftsjahr 2015/16 - insbesondere im 1. Quartal - aufgrund der Neubewertung der bisherigen Anteile mit deren beizulegenden Zeitwert neuerlich zu einem deutlich positiven außerordentlichen Ergebniseffekt von voraussichtlich rund 90 Mio. Euro kommen, teilte der Stahlkonzern am Mittwoch vor der Bilanzpressekonferenz in einer Pflichtveröffentlichung mit. Auch in Europa stünden die Zeichen wieder in Richtung leichtes Wachstum - trotz volatiler Rohstoffpreise und Wechselkurse, sowie politischer Unsicherheiten im Nahen Osten und der Ukraine.

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2014/15 sei von starkem Wachstum in Nordamerika, einer am Ende besser als zu Beginn prognostizierten verlaufenen Entwicklung Chinas, rezessiven Tendenzen in Brasilien und einem zuletzt deutlich gestiegenen Optimismus in Europa geprägt gewesen.

Video-Statement von Voestalpine-CEO Wolfgang Eder zum Geschäftsjahr 2014/15.

Portfoliobereinigungen führten zudem zu positiven Einmaleffekten in Höhe von 45,2 Mio. Euro auf EBIT- und 61,9 Mio. Euro auf EBITDA-Basis. Aber auch auf rein operativer Basis gab es deutliche Zuwächse.

Die Nettofinanzverschuldung stieg nach Rückzahlung einer 500 Mio. Euro schweren Hybridanleihe von 46 auf 58,4 Prozent an.

Größtes Austro-Investment in den USA

Mit 1,18 Mrd. EUR investierte der voestalpine-Konzern im letzten Geschäftsjahr mehr als je zuvor in seine Zukunft und die Realisierung seiner Internationalisierungsstrategie. Lag der Anteil der Auslandsinvestitionsmittel im Geschäftsjahr 2005/06 noch bei unter 20 %, fließen nun rund die Hälfte der Investitionen ins Ausland, davon fast 30 % in Länder außerhalb Europas.

Dabei kommt der Bau der Direktreduktionsanlage in Corpus Christi/USA trotz schwieriger Wetterbedingungen planmäßig voran. Die voestalpine tätigt dort die größte Auslandsinvestition in der Unternehmensgeschichte und die größte eines österreichischen Unternehmens in den USA. 80 Prozent der geplanten Absatzmenge sind bereits durch entsprechende Vereinbarungen vergeben. Für die verbleibenden 20% gibt es weltweite Nachfrage, insbesondere aus Europa und dem NAFTA-Raum. Die Verhandlungen sind auch hier weit fortgeschritten, heißt es vom Unternehmen in einer Presseaussendung. "Unsere Annahmen bezüglich der Großinvestition in Texas haben sich uneingeschränkt bestätigt," sagt Eder: "Nicht zuletzt dieses hohe Kundeninteresse beweist, dass wir sowohl mit unserem Produkt HBI/Eisenschwamm als auch in Bezug auf die Standort- und Logistikentscheidung richtig liegen." Die Anlage soll wie geplant im ersten Kalenderquartal 2016 hochgefahren werden.

47.418 Mitarbeiter, 1400 Lehrlinge

Der voestalpine-Konzern beschäftigte zum 31. März 2015 (inkl. Lehrlingen und Leiharbeitskräften auf Basis FTE/Vollzeitäquivalent) 47.418 Mitarbeiter. Die Beschäftigtenzahl blieb damit annähernd konstant (Vorjahr: 47.485).

Zum Geschäftsjahresende bildete die Gruppe weltweit unverändert rund 1.400 Lehrlinge aus, davon 65 Prozent in österreichischen und 35 Prozent an internationalen Standorten.

Aktie hebt ab

Die Aktien der voestalpine haben am Mittwoch im Frühhandel an der Wiener Börse mit klaren Kursgewinnen auf die vor Handelsbeginn vorgelegten Geschäftszahlen für das Gesamtjahr 2014/15 reagiert. Gegen 9.30 Uhr notierten die Papiere des Linzer Stahlkonzern um deutliche 4,76 Prozent höher bei 40,17 Euro. Zum Vergleich: Der heimische Leitindex ATX verzeichnete zum selben Zeitpunkt ein Plus von 0,62 Prozent.

Das Plus der Voest-Aktie summiert sich im laufenden Jahr somit auf 22,55 Prozent; das 52-Wochen-Hoch lag am 27. Mai bei 40,30 Euro. Das KGV liegt derzeit bei gesunden 12,27; das Kurs-Buchwert-Verhältnis bei 1,06.

Die Unternehmensgruppe ist mit rund 500 Konzerngesellschaften und Standorten in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten vertreten, sie notiert seit 1995 an der Wiener Börse.

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