Gescheitert: CA Immo/O1 verfehlen 15-Prozent-Ziel bei Immofinanz

Gescheitert: CA Immo/O1 verfehlen 15-Prozent-Ziel bei Immofinanz

Immofinanz-Chef Eduard Zehetner hat den Übernahmeversuch von CA Immo/O1 erfolgreich abgewehrt

Samt Parallelkäufen über die Börse brachten es die Bieter CA Immo mit seinem Hauptaktionär O1 Group nur auf 6,08 Prozent der Immofinanz-Aktien. Die CA Immo/O1 ist somit mit ihrem Offert gescheitert.

Wien. Gescheitert sind die CA Immo und ihr Kernaktionär O1 Group Ltd. mit ihrem Angebot für den Erwerb von 15 Prozent der ebenfalls börsennotierten Immofinanz. Es wurden nur 1,57 Prozent an Aktien eingereicht, sodass CA Immo und O1 nach dem Settlement über 6,08 Prozent der Anteile am Grundkapital der Immofinanz und der Stimmrechte verfügen, teilte die CA Immo Freitagfrüh mit.

Aus der Beteiligungsschlacht zwischen der CA Immobilien AG und der Immofinanz AG ist somit die Luft heraußen. Aus den wechselseitig geplanten Anteilserwerben größeren Ausmaßes, von der Gegenseite als feindlich empfunden, wird vorerst nichts.

CA Immo und O1 wollten für 420 Mio. Euro 13,5 Prozent des Immofinanz-Grundkapitals (bzw. 15 Prozent nach Abzug der Immofinanz-eigenen Aktien) kaufen. Der CA Immo und ihrem 26-Prozent-Kernaktionär O1 Group des russischen Immo-Tycoons Boris Mints seien bei ihrem Angebot nur 1,57 Prozent Immofinanz-Aktien angedient worden, sodass CA Immo und O1 nach dem Settlement lediglich über 6,08 Prozent der Anteile am Immofinanz-Grundkapital und den Stimmrechten verfügten, teilte die CA Immo Freitagfrüh mit. Das öffentliche Angebot sei daher auch nicht mehr von einer kartellrechtlichen Freistellung abhängig.

Als Reaktion auf das CA-Immo-Offert hatte die Immofinanz vor Wochen ein Gegenangebot lanciert, das auf den Erwerb von 29 Prozent der CA Immo abzielte. Dafür war man bereit, rund 531 Mio. Euro locker zu machen. Donnerstagabend zog die Immofinanz dieses Angebot aber überraschend zurück - mit der Begründung, dass soweit absehbar auf der ordentlichen Hauptversammlung der CA Immo übernächste Woche eine Satzungsänderung beschlossen werde, wonach bei der CA Immo für die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern künftig statt einer einfachen Mehrheit 75 Prozent der Stimmen nötig wären. AR-Abberufungen könne damit künftig der CA-Immo-Aktionär O1 Group Ltd. mit seinen 26 Prozent blockieren - was einen Durchgriff auf Entscheidungen des Unternehmens fast verunmöglichen würde. "Das Teilangebot für Aktien der CA Immobilien Anlagen AG wird daher nicht durchgeführt", so die Immofinanz.

Zudem wollte die Immofinanz - um das Offert für die CA Immo unerschwinglich zu machen - die Kontrollschwelle, ab der allen Aktionären ein Angebot gelegt werden muss, von 30 auf 15 Prozent senken. Dies will man sich am heutigen Freitag bei einem Sonder-Aktionärstreffen absegnen lassen, obwohl es aktuell als Abwehrmaßnahme gar nicht mehr nötig ist.

Wäre die CA Immo dagegen mit ihrem 15-Prozent-Offert erfolgreich gewesen, hätte sie bei Absenkung der Schwelle für die gesamte Immofinanz bieten müssen - und diese wird an der Börse mit mehr als 3 Mrd. Euro bewertet, fast doppelt so hoch wie die CA Immo. Eine solche Absenkung der Kontrollschwelle für ein Streubesitzunternehmen ist gar nicht so unüblich. So haben etwa Erste Group und Wienerberger schon vor einigen Jahren einen solchen Schritt getätigt und die Schwelle, ab der ein Pflichtangebot zu legen ist, auf 20 Prozent herabgesetzt.

Bei den letzten Immofinanz-Hauptversammlungen lag die Präsenz im Schnitt etwas über 26 Prozent - ein Investor mit 15 Prozent oder mehr kommt so in der HV ziemlich sicher auf eine relative Mehrheit und kann damit das Unternehmen kontrollieren. Daher rief man diesmal die Aktionäre auch über Zeitungsinserate zur Teilnahme an der HV und zur Nutzung der Stimmrechte auf. Die im Übernahmegesetz fixierte Schwelle von 30 Prozent der Stimmrechte scheint der Immofinanz jedenfalls zu hoch. Eine Herabsetzung diene dem Schutz der Aktionäre durch die Sicherstellung einer Kontrollprämie.

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