George Saffaye: "Ich sehe keine Blase"

George Saffaye, Stratege für US-Aktien bei The Boston Company, spricht im Interview mit dem FORMAT über die Aussichten für Technologie-, Auto- und Finanzwerte, über die Spekulation um die Zinserhöhung der US-Notenbank und den Dollar.

George Saffaye: "Ich sehe keine Blase"

George Saffaye - The Boston Company

FORMAT: Im Sommer kam die Wall Street unter Druck. Im Oktober erzielte der S&P 500 die siebentbeste Monatsperformance der vergangenen 25 Jahre. Seit zwei Wochen sind die US-Börsen wieder auf Zickzackkurs. Muss man sich an solche Verläufe gewöhnen?
George Saffaye: Viele Marktteilnehmer hatten für September eine US-Zinserhöhung erwartet. Diese blieb aus. Das sorgte für Überraschung und hat die Volatilität deutlich erhöht. Investoren müssen auch weiterhin mit Rückschlägen und starken Schwankungen rechnen.

Fed-Chefin Janet Yellen warnte Ende Oktober vor einem Crash. Wie groß ist die Absturzgefahr?
Saffaye: Ich halte einen Crash nur mit einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit für möglich. Ein Absturz wäre nur wahrscheinlich, wenn sich Konzerngewinne deutlich verschlechtern. Und wenn sich eine Blasenbildung mit extremen Überbewertungen abzeichnet. Ich sehe keine Blase. Ich sehe keine extrem hohen Bewertungen.

Welche Entwicklung trauen Sie den US-Börsen 2016 zu?
Saffaye: Ich glaube, dass bei den amerikanischen Aktienindizes im nächsten Jahr Anstiege von fünf bis zehn Prozent möglich sind.

Von der Bewertung her sind Wall-Street-Aktien aber nicht mehr günstig.
Saffaye: Die Bewertungen liegen über dem langjährigen Schnitt. Als Investor ist man aber immer gut beraten, nicht zu versuchen, das richtige Timing zu erwischen. Das ist extrem schwierig. In den vergangenen fünf Jahren hat es gereicht, investiert zu sein, haben doch die US-Aktienindizes trotz einiger Rückschläge in Summe stark zugelegt. Geldpolitische Maßnahmen in den USA, in Europa und Japan haben den Aktienkursen Vorschub geleistet.


Zur Person. George Saffaye, 48, fungiert bei der zur BNY Mellon gehörenden Investmentboutique The Boston Company als Stratege für US-Aktien. Davor war der Experte in verschiedenen Positionen für Dreyfus, Credit Suisse Asset Management und Warburg Pincus tätig. Saffaye studierte Finance und Investments am Bernard Baruch College der City University of New York.

Die ganze Geschichte lesen Sie im FORMAT Ausgabe 47/2015.
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