FMA verdonnert Verbund-Vorstände zu Geldstrafe

FMA verdonnert Verbund-Vorstände zu Geldstrafe

Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber wird Marktmanipulation angelastet.

Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber soll in einem Zeitungsinterview "falsche Signale" gesendet haben, heißt es - ihm wird nun Marktmanipulation angelastet.

Die Finanzmarktaufsicht hat den Vorstand des Stromkonzerns Verbund zu einer Strafe von 77.000 Euro verurteilt, schreibt der "Standard". Die Behörde wirft den Managern vor, über einen Deal im Jahr 2012 nicht richtig informiert zu haben. Der Verbund weist dies zurück, eine Sprecherin betonte auf APA-Nachfrage, man habe "immer korrekt informiert" und werde gegen den Bescheid Beschwerde einlegen.

Es geht um den Tausch der Verbund-Beteiligung an der türkischen Enerjisa gegen Innkraftwerke des deutschen Versorgers E.ON im Jahr 2012. Aus Sicht der FMA wurde die Öffentlichkeit über dieses Geschäft nicht zeitgerecht informiert. Dafür sei der gesamte Vorstand verantwortlich. Verbund-Generaldirektor Wolfgang Anzengruber wurde darüber hinaus auch "Marktmanipulation" angelastet. Er habe in einem Zeitungsinterview "falsche Signale" betreffend die Zukunft von Enerjisa ausgesandt und so "Irreführung des Markts" verursacht, zitiert der "Standard". Der Verbund-Chef hatte im September und Oktober 2012 gesagt, ein Ausstieg aus der Türkei stehe nicht bevor, obwohl genau das längst in Verhandlung gewesen sei, so der Vorwurf. Der Deal wurde am 3. Dezember 2012 fixiert.

Verbund-Sprecherin Ingun Metelko betonte am Montagabend, dass es sich um ein sehr komplexes Geschäft gehandelt habe, über das zu jedem Zeitpunkt richtig informiert worden sei. Der Verbund werde daher in den nächsten Tagen gegen den FMA-Bescheid Stellung beziehen. Frist dafür sind vier Wochen.

Zahlen müssten das Bußgeld übrigens die Vorstandsdirektoren persönlich, eine Abwälzung auf die Gesellschaft ist unzulässig, weil dies eine Schädigung der Gesellschaft und damit pflichtwidrig wäre. Die FMA habe auch nicht den Strafrahmen ausgeschöpft, denn Marktmanipulation könne mit bis zu 150.000 Euro geahndet werden, Verletzung der Ad-hoc-Pflicht mit bis zu 60.000 Euro, schreibt der "Standard". Mit der Beschwerde gegen den FMA-Bescheid werde das nichtöffentliche FMA-Verfahren zu einem öffentlichen Verwaltungsverfahren.

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