Flughafen Wien erhöht Prognose nach Neun-Monats-Gewinn

Kosten und Nettoverschuldung gesenkt, mehr Passagiere abgefertigt: In den ersten neun Monaten stieg der Gewinn der Flughafen Wien AG um 11,9 Prozent auf knapp 85 Millionen Euro an. Die Jahresprognose wurde daraufhin angehoben, von 85 auf 95 Millionen Euro. Die Aktionäre dürften sich über eine höhere Gewinnausschüttung freuen.

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Die gute Verkehrs- und Geschäftsentwicklung beschert der Flughafen Wien AG einen schönen Gewinn: Unterm Strich bleibt bis September ein Gewinn von 84,4 Millionen Euro, ein Anstieg um knapp zwölf Prozent. Das EBIT legte um 11,7 Prozent auf 118,2 Millionen Euro zu.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wurde bis September im Jahresabstand um 8,8 Prozent auf 218,6 Mio. Euro verbessert und die Nettoverschuldung seit Ende 2014 von 506 auf 402 Mio. Euro verringert. Der Umsatz soll im Gesamtjahr bei über 650 Mio. Euro liegen, in den ersten drei Quartalen waren es 495,1 Mio. Euro (+3,8 Prozent).

Höhere Dividende

Die Zahl der Fluggäste wuchs in den ersten zehn Monaten um 1,4 Prozent, im Berichtsmonat Oktober gab es jedoch einen Passagierrückgang um 0,3 Prozent, so der Airport-Betreiber. Das Unternehmen begründete dies mit der Krisensituation in Russland und den Kapazitätsrücknahmen bei Austrian Airlines. Im Gesamtjahr 2015 soll die Passagierzahl um 1 Prozent höher als 2014 sein.

Gute Aussichten für die Aktionäre. "Zuletzt war die Ausschüttungsquote 42,5 Prozent und jetzt würde ich sagen, niedriger wird sie sicher nicht", sagt Flughafen-Wien-Finanzchef Günther Ofner. 2014 zahlte der Airport Wien 1,65 Euro je Aktie, heuer dürfte es etwas mehr sein.

Auf das kommende Geschäftsjahr blickt der Manager grundsätzlich positiv. "Es ist nichts bekannt, dass man dem Jahr 2016 mit Sorge entgegenblicken müsste", sagte Ofner. Die zuletzt erzielten Kostensenkungen, etwa bei den Energiekosten, sollten auch im nächsten Jahr wirken. "Das gute an der Entwicklung ist, dass sie wirklich nachhaltig ist", sagte der Finanzchef. Eine konkrete Prognose will das Unternehmen aber erst im Januar veröffentlichen.

Dem Flughafen Wien ist es vor allem gelungen, die Energiekosten deutlich zu senken. "Es sind nicht nur die Energiepreise gesunken, sondern wir haben auch den Verbrauch deutlich reduziert durch eine Summe von Maßnahmen", sagte Ofner.

An der Wiener Börse legten die Papiere des Flughafen Wiens um 1,2 Prozent auf 86,5 Euro zu.

Airport City wächst

Die Verbesserung der Ertragskennzahlen und die signifikante Senkung der Nettoverschuldung seien der konsequenten Umsetzung der Strategie zur Kostensenkung und Produktivitätssteigerung zu verdanken, so die Flughafen Wien AG. Auch die Entwicklung zur Airport City schreite voran: Der Wiener Logistikkonzern Kühne+Nagel mit 120 Beschäftigten verlege seine Zentrale auf den Flughafen.

Bis September wurden 17,486.471 Passagiere abgefertigt, ein Anstieg um 1,5 Prozent gegenüber den ersten drei Quartalen 2014; der Sitzladefaktor verschlechterte sich auf 74,7 (75,6) Prozent. In den ersten zehn Monaten lag die Passagierzahl mit 19,520.273 um 1,4 Prozent höher, im Berichtsmonat Oktober selbst gab es einen Rückgang um 0,3 Prozent auf 2,033.802; davon waren 1,437.404 Lokalpassagiere (+2,0 Prozent) und 587.694 Transferpassagiere (-5,3 Prozent).

Das maximale Abfluggewicht legte in den ersten zehn Monaten um 3,0 Prozent auf 7,124.400 Tonnen zu, im Oktober betrug der Zuwachs im Jahresabstand 0,2 Prozent auf 744.495 Tonnen. Die Zahl der Flugbewegungen (an und ab) sank in den ersten zehn Monaten um 1,7 Prozent auf 192.989 und verringerte sich im Oktober um 3,1 Prozent auf 20.008. Das Cargo-Volumen (Luftfracht und Trucking) ging in den ersten zehn Monaten um 0,8 Prozent auf 224.739 Tonnen zurück und schrumpfte im Oktober sogar um 4,4 Prozent auf 25.797 Tonnen.

Auslandsbeteiligungen mit Zuwächsen

Die Auslandsbeteiligungen entwickelten sich gut, so der Flughafen Wien: Der Malta Airport legte von Jänner bis Oktober bei den Passagieren um 7,4 Prozent auf über 4,1 Mio. Passagiere zu, beim Flughafen Kosice wuchs die Zahl der Fluggäste um 11,7 Prozent auf 358.050.

Ende September beschäftigte die Flughafen-Wien-Gruppe 4.366 Mitarbeiter, um 3,8 Prozent mehr als ein Jahr davor (4.208). Die Investitionen gingen um knapp 17 Prozent auf 45 Mio. Euro zurück. Das Eigenkapital stieg auf 1,003 Mrd. Euro (nach 953 Mio. Euro Ende 2014), und die Eigenkapitalquote legte auf 52,9 (50,3) Prozent zu. Das Gearing verbesserte sich auf 40,1 (53,1) Prozent.

Größter Einzelaktionär der Flughafen Wien AG ist mit 29,9 Prozent der australische Fonds IFM über seine Tochter Airport Group Europe S.à r.l., je 20 Prozent halten die Stadt Wien und das Land Niederösterreich, 10 Prozent Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung und rund 20 Prozent stehen im Streubesitz.