FedEx kauft TNT - Über 40 Prozent Kursgewinn

FedEx kauft TNT - Über 40 Prozent Kursgewinn

Kann FedEx aus den Fehlern von UPS lernen?

Übernahme-Poker: US-Paketdienstleister FedEx will die deutlich kleinere niederländische TNT um 4,4 Milliarden Euro kaufen. Konkurrent UPS hat sich mit dem gleichen Ansinnen schon einmal die Finger verbrannt. Die Nachricht von der geplanten Übernahme hat an der Amsterdamer Börse ein Kursfeuerwerk ausgelöst.

Der US-Logistikriese FedEx (ISIN: US31428X1063) wird den niederländischen Logistiker TNT Express NV (ISIN: (NL0009739424) für 4,4 Milliarden Euro übernehmen; den bestehenden TNT-Aktionären bieten die Amerikaner im Rahmen der Übernahme acht Euro pro Aktie - wodurch die Papiere am Montag um 33 Prozent in die Höhe schossen. In trockenen Tüchern ist die Übernahme aber noch lange nicht; denn die europäische Wettbewerbsbehörde muss für den Deal noch grünes Licht geben - eine Übernahme von TNT durch den US-Rivalen United Parcel Service (UPS, (ISIN: US9113121068)) war zwei Jahre zuvor an genau diesem Punkt gescheitert. UPS hatte im Jänner 2012 9,50 Euro pro Aktie geboten.

Für den erneuten Verkaufsanlauf mit anderem Käufer stehen die Chancen diesmal aber nicht schlecht, heißt es in einer Analyse des Finanz-Informationsdienstes Bloomberg. FedEx habe weniger Präsenz in Europa und könne aus den Fehlern seines größeren Rivalen lernen. Das Management von TNT soll auch mit den neuen Eigentümer bestehen bleiben, allerdings wird das Luftfracht-Geschäft abgegeben, heißt es von Bloomberg. FedEx ist betreiber der weltweit größten Cargo-Airline. Beide Unternehmen sind zuversichtlich, dass die Übernahme reibungslos verlaufen wird - in der ersten Hälfe 2016 soll alles abgeschlossen sein.

Über 40 Prozent Kursgewinn

Schon vor der Ankündigung des FedEx-Deals hatte die TNT-Aktie eine beachtliche Performance gebracht: Von Jahresbeginn bis 2. April war sie um 8,4 Prozent gestiegen; insgesamt ergibt sich so ein Kursgewinn von 41 Prozent seit 1. Jänner - ein gutes Geschäft für die Aktionäre.

Knapp 70 Prozent der TNT-Aktien befinden sich in Streubesitz. Post NL (ISIN: NL0009739416) - der niederländische Postdienstleister, der 14,7 Prozent an TNT hält - soll laut TNT und FedEx bereits zugestimmt haben, seine Anteile zu verkaufen. Post NL bekommt dafür 642 Millionen Euro, wodurch diverse Schulden getilgt werden können - die Aktien des Postunternehmens stiegen daraufhin um 16 Prozent an der Börse in Amsterdam. Im laufenden Jahr ergibt sich so ein Kursplus von knapp 50 Prozent.

Deutsche Post sieht auch Chancen

Das Marktvolumen im Express-Geschäft in Europa beziffern Experten mit sechs Milliarden Euro. Die Deutsche Post ist nach eigenen Angaben mit einem Anteil von mehr als 40 Prozent führend für internationale Express-Sendungen. Auf Platz zwei rangiert UPS mit 25 Prozent gefolgt von TNT und FedEx mit zwölf beziehungsweise zehn Prozent. Könnte ein frisch fusionierter Riese für die Deutsche Post gefährlich werden? Ganz im Gegenteil, heißt es aus der Bonner Konzernzentrale.

Die Deutsche Post rechnet sich durch die geplante Übernahme des niederländischen Rivalen TNT Express durch den US-Paketdienstleister FedEx Chancen aus. Die Integration solch großer Zukäufe mit unterschiedlichen Kulturen verlaufe nicht immer glatt, sagte ein Post-Sprecher am Dienstag. Das führe bei Mitarbeitern wie auch bei Kunden und Partnerunternehmen zu Unruhe. Gerade im Expressgeschäft könnten sich Kunden daher umorientieren. "Wir sehen daher auch Businesschancen", sagte der Sprecher. Er betonte aber: "Wir schauen uns das in Ruhe an." Zunächst seien die Kartellbehörden am Zuge.

Express- und Kurierdienste im Vergleich
Unternehmen Marktkapitalisierung Kurs EPS KGV
TNT 4,3 Mrd. 7,84 -59,37% --
UPS 80,25 Mrd. 88,94 -28,82% 20,38
FedEx 43,43 Mrd. 153,07 37,78% 19,14
Österreichische Post 3,13 Mrd. 46,30 19,23% 21,34
Post NL 2,03 Mrd. 4,61 -- 9,02
Deutsche Post 36,12 Mrd. 29,83 -1,16% 17,44
Quelle: Bloomberg Währung: Euro

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