EVN fährt satten Verlust ein

Der niederösterreichische Energieversorger EVN hat das Geschäftsjahr 2013/14 mit einem satten Verlust abgeschlossen. Zum geschäftlich ungünstigen milden Winter kommt vor allem eine satte Abschreibung auf eine Investition, die sich nun doch nicht realisieren lässt. Analysten hatten mit einem noch höheren Verlust gerechnet.

EVN Kraftwerk Theiss

EVN Kraftwerk Theiss

Wien/Maria Enzersdorf Das Geschäftsjahr 2013/14 ist für den Energieversorger EVN ein Desaster. Tiefrote Zahlen präsentiert nun der nierderösterreichische Stromerzeuger. 299 Millionen Euro Verlust bleiben unterm Strich. Einziger Trost: Eine Überraschung war es letztendlich nicht, wurde das schlechte Ergebnis bereits im Frühherbst avisiert. Nicht nur das Ergebnis ist zurückgegangen. Auch beim Umsatz hat EVN einen Rückschlag zu verkraften. Die Erlöse sind im Jahresvergleich um 6,2 Prozent auf 1,975 Milliarden Euro gesunken.

Hohe Abschreibungen

Der Grund für die roten Zahlen liegt unter anderem in einer Reihe von satten Abschreibungen - in Summe 269,5 Mio. Euro. So mussten für Abschreibungen auf Firmenwerte und Kundenstöcke in Bulgarien und Mazedonien, für die Schlammtrocknung und Anlagenteile des Blockheizkraftwerks in Ljuberzy (Moskau) sowie für Erzeugungskapazitäten (Kraftwerke) und Investitionen in Österreich, Deutschland und Bulgarien vorgenommen werden. Der größte Anteil entfällt jedoch auf eine Leasingforderung bei der "Müllverbrennungsanlage Nr. 1" in Moskau, die alleine mit 191,4 Mio. Euro abgeschrieben wurde. Die Begründung: "Erhebliche Zweifel an der Realisierbarkeit des Projekts machten diesen Schritt erforderlich." Die Abschreibungen waren heuer insgesamt um 209,6 Millionen Euro über dem Vorjahr.

Aber auch die Zahlen vor Abschreibungen sehen alles andere als rosig aus: Vor Abschreibungen verdiente EVN 184,1 Mio. Euro, was einem Rückgang von 66 Prozent beim EBITDA entspricht.

Operativ gelitten hat der niederösterreichische Versorger 2013/14 im In- und Ausland unter der warmen Witterung und den dadurch deutlich gesunkenen Heizgradsummen. Zum Umsatzrückgang trugen auch frühere Tarifentscheidungen in Bulgarien und Mazedonien bei, zudem wirkte sich die vom bulgarischen Regulator beschlossene Rückführung von Erlösen aus früheren Perioden aus.

Trotz des Verlustjahres wird die EVN eine Dividende ausschütten. 42 Cent pro Aktie sollen gezahlt werden. Am 15. Jänner zur Hauptversammlung soll die Dividende von durchgewunken werden. Das ist möglich, weil die Effekte, die zum Jahresverlust führten, überwiegend nicht zahlungswirksam waren. Der Aktienkurs hat trotz mieser Ergebnisse am Donnerstagvormittag mit einem Plus von 0,59 Prozent auf 10,29 Euro zugelegt. Zum Börseschluss notierte das Papier allerdings mi 0,39 Prozent schwächer bei 10,19 Euro. Seit dem Jahreshöchststand von 12,50 Euro im Jänner hat die Aktie allerdings 17,9 Prozent verloren.

Für das neue Geschäftsjahr 2014/15 (per 30.9.) ist die EVN freilich optimistisch - trotz der schwieriger werdenden Rahmenbedingungen. Der Stromerzeuger rechnet mit einem über dem "Normaljahr" 2012/13 liegenden Konzernergebnis. Ein Wermutstropfen macht der Konzern alllerdings schon aus, der das Ergebnis doch negativ beeifnlussen könnte: Die Forderungen aus Tarifentscheidungen in Bulgarien sowie im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Duisburg-Walsum in Deutschland sowie dem Fortgang der Aktivitäten in Moskau könnten das künftige Ergebnis dann doch noch wesentlich beeinflussen.