Euro auf tiefstem Stand seit 11 Jahren - kommt die Trendwende?

EZB-Zentrale in Frankfurt

Euro: Zeichnet sich eine Trendwende ab?

Der Euro fiel am Mittwoch, den 4. März auf 1,1082 Dollar. Damit hat der Euro gegenüber dem Dollar alleine seit Mai 2014 rund 20 Prozent seines Werts verloren. Warum die Währung abstürzt und wie es weitergehen könnte.

Das Anfang der Woche gestartete Anleihenkaufprogramm der EZB in Höhe von 1,14 Billionen Euro zeigt nun offenbar weitere Wirkung. Bereits seit bekannt wurde, dass die EU die Märkte mit Geld überflutet, ist der Euro/Dollar-Kurs abgestürzt. Nun ziehen offenbar noch mehr Investoren Geld aus dem europäischen Währungsraum ab. Der Eurokurs litt auch darunter, dass das Wachstum des Dienstleistungssektors in Italien und Spanien im Februar unter den Erwartungen geblieben ist. Am Mittwoch fiel der Euro nun auf 1,1082 Dollar. Aktueller Wechselkurs Euro-Dollar

Konjunkturelle Sorgen sind kleiner geworden

Die europäische Währung fällt, obwohl sich die Konjunktur im Euroraum zuletzt aufgehellt hat. “Die konjunkturellen Sorgenfalten sind zuletzt etwas kleiner geworden, nachdem sich einige Stimmungsbarometer verbessern oder im Expansionsbereich verharren konnten”, schrieb Helaba-Analyst Ralf Umlauf in einem Kommentar gegenüber dem Onlineportal Onvista.

Seit Mitte 2014 hat der Euro gegenüber dem Dollar ständig an Wert verloren.

Nimmt man für weitere Prognosen die Charttechnik zu Hilfe, könnte sich nach dem starken Euro-Absturz, jedoch eine Trendwende abzeichnen. Laut Chartanalyse von Chefökonom der Assenagon-Investmentgruppe Martin Hüfner nähert sich der Euro-Dollar-Kurs einem "kritischem Punkt". Hüfner hat sich angesehen, wie sich der US-Dollar gegenüber dem Euro bzw. der D-Mark in den letzten 60 Jahren entwickelt hat. Die Wechselkursentwicklung verlief demnach überraschend stetig und stabil. Hüfner in seinem Kommentar: " Im Augenblick rechnet jeder damit, dass der US-Dollar weiter aufwerten wird. Das kann gar nicht anders sein. Die US-Wirtschaft wächst mit ordentlichen Raten. Die Zinsen sollen angehoben werden. Das Leistungsbilanzdefizit hat sich verringert. Der Fehlbetrag in den öffentlichen Haushalten ist geringer. Die Inflation ist fast Null. Unter solchen Bedingungen muss auch die Währung an Wert gewinnen."

Euro-Kurs vor Trendwende?

Aber muss es zwangsläufig so sein? fragt Hüfner. Der Charttechnik zufolge befindet sich der Euro/Dollar-Kurs am knapp vor einem Ausbruch nach unten. Diese Linie wurde seit 1953 nie nennenswert unterschritten. Seine Schlussfolgerung: "Die Entwicklung des Euro/Dollar-Kurses war über all die Jahre keineswegs so chaotisch, wie es in der Hektik des Tagesgeschäfts manchmal den Eindruck macht. Die Kurse bewegten sich vielmehr in relativ geordneten Bahnen, konkret in einer Bandbreite von +/-25 Prozent. Wenn sie an das obere Ende des Bandes stießen, drehten sie wieder nach unten. Wenn sie das untere Ende erreichten, ging es wieder nach oben."

Hüfner: "Wenn sich die Zyklen wie in der Vergangenheit fortsetzen würden, dann stünden wir jetzt vor einem Wendepunkt. Der US-Dollar müsste schwächer werden, der Euro stärker. Das steht im Widerspruch zur derzeitigen Konsensprognose. Natürlich kann es diesmal auch anders kommen. Geschichte wiederholt sich nicht. Das Erreichen des Chartpunktes sollte aber ein Anlass sein, noch einmal nachzudenken, ob es wirklich so zwangsläufig ist, dass sich der Euro weiter abwerten muss. In jedem Fall gibt es an solchen Punkten größere Unsicherheiten, vielleicht auch Turbulenzen an den Märkten."

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