eBay steht vor der Komplett-Aufspaltung

eBay steht vor der Komplett-Aufspaltung

Im vergangenen Quartal wuchs der Umsatz mit der Bezahl-Tochter Paypal um 18 Prozent, das Enperprise-Segment um neun Prozent - und das Geschäft mit der namensgebenden Website um nur ein Prozent. Nun soll der Konzern umgekrempelt werden: Die stark wachsenden Segmente werden abgespalten; finanziert wird der Umbau mit der Kündigung von 2400 Mitarbeitern.

eBay wird womöglich noch stärker zerlegt als ohnehin schon geplant. Der Online-Händler teilte in der Nacht zum Donnerstag mit, einen Verkauf oder Börsengang der Sparte Enterprise zu prüfen. Diese ist auf die Entwicklung und den Betrieb von Onlineshops für Unternehmenskunden spezialisiert und wurde von eBay vor vier Jahren für 2,4 Milliarden Dollar übernommen. Bekannt ist bereits, dass der rasant wachsende Bezahldienst PayPal abgespalten werden soll. Damit können die einzelnen Teile des US-Konzerns leichter übernommen werden - und auf Sicht der Aktionäre bessere Preise erzielen. Die eBay-Aktie verteuerte sich in Frankfurt um 3,7 Prozent.

Als mögliche Interessenten gelten an der Börse Amazon, der chinesische Online-Händler Alibaba sowie Google, welches schon länger mit dem Konzept des Online-Zahlens kämpft. Auch Einzelhändler wie Wal-Mart haben zuletzt viel Geld in den Ausbau des Internetgeschäfts und die Zahlungsabwicklung gesteckt. eBay-Chef John Donahoe, der lange gegen Forderungen von Aktionären nach einer Aufspaltung gekämpft hatte, sagte, jeder Bereich habe nun die größtmögliche Flexibilität.

Mit dem umtriebigen Großaktionär Carl Icahn, der besonders laut auf die PayPal-Abspaltung gedrungen hatte, traf eBay zudem eine Art "Stillhalteabkommen". Dieses sieht vor, dass Investoren bei dem Bezahldienst ein größeres Mitspracherecht bekommen, sobald dieser an die Börse gebracht ist. Das soll in der zweiten Jahreshälfte geschehen. Icahn teilte mit, sollte es ein Übernahmeangebot geben, müssten die Aktionäre darüber entscheiden - und nicht der Vorstand.

MASSIVER STELLENABBAU

Um die Kosten zu senken, will eBay unterdessen 2400 Stellen streichen - sieben Prozent der gesamten Belegschaft. Die Jobs sollen im laufenden Quartal wegfallen. Analysten zufolge kann das Unternehmen dadurch für mögliche Käufer attraktiver werden. Kurzfristig dürfte der Stellenabbau aber zu Sonderkosten führen. Dafür veranschlagte eBay zwischen 210 und 240 Millionen Dollar im ersten Quartal und 350 bis 400 Millionen im Gesamtjahr.

Die Ankündigung des Stellenabbaus ging ironischerweise einher mit der Bekanntgabe besonders guter Quartalszahlen: Für das erste Vierteljahr 2015 stellte der Konzern zudem einen Gewinn je Aktie von 68 bis 71 Cent in Aussicht und einen Umsatz in Höhe von 4,35 bis 4,45 Milliarden Dollar. Analysten hatten in beiden Fällen bislang mit mehr gerechnet. Im abgelaufenen Quartal stieg der Überschuss um zehn Prozent auf 936 Millionen Dollar. Die Erlöse kletterten insgesamt um neun Prozent auf 4,92 Milliarden Dollar.

Paypal wuchs 18 Prozent

Gewinntreiber bei eBay war laut Quartalsbericht erneut der Bezahldienst PayPal - der jetzt eben abgespalten werden soll. Hier legte der Umsatz vom vierten Quartal 2013 auf das vierte Quartal 2014 um 18 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar zu; im gleichen Zeitraum wuchs der Umsatz im Enterprise-Segment um neun Prozent auf 443 Millionen Dollar. Im Vergleich dazu wuchs der Umsatz am eBay-Marktplatz um nur einen Prozent - mit 2,3 Milliarden Dollar macht die bekannte Website aber noch immer den größten Anteil am Umsatz aus.

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