Ebay spaltet eigenen Bezahldienst Paypal ab

Ebay spaltet eigenen Bezahldienst Paypal ab

2002 kaufte Ebay den Bezahldienst Paypal, jetzt soll das Unternehmen wieder eigenständig werden und 2015 sogar an die Börse gehen. Grund dafür sei das schnelle Wachstum. Den einflussreichen Investor Carl Icahn dürfte es freuen: Er forderte schon länger, dass Paypal mit seinen 170 Millionen Nutzern ein eigenständiges Unternehmen werden sollte.

Bangalore. eBay beugt sich dem Druck von Investoren und spaltet seinen rasant wachsenden Bezahldienst PayPal nun doch ab. PayPal werde als eigenständiges Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte 2015 an die Börse gebracht, teilte der amerikanische Online-Händler am Dienstag mit. Die Konzernführung sei zu dem Schluss gekommen, dass eBay und PayPal jeweils alleine besser aufgestellt seien, sagte Vorstandschef John Donahoe. Damit folgt er überraschend der Argumentation des einflussreichen Investors Carl Icahn.

An der Börse wurde der Schritt honoriert: eBay-Aktien verteuerten sich um mehr als sechs Prozent auf 56,05 Dollar. Die eBay-Handelsaktivitäten könnten nun attraktiver für Übernahmen werden, hieß es in einer Kurzstudie der Investmentbank Piper Jaffray. Zuletzt war das chinesische Amazon -Pendant Alibaba in New York an die Börse gegangen. Mit 25 Milliarden Dollar sammelte es so viel Geld ein wie bislang kein anderes Unternehmen und will nun in Amerika expandieren.

eBay-Chef Donahoe räumte im Gespräch mit der "New York Times" ein, Icahns Empfehlungen zu folgen. Dies sei aber nicht das Ergebnis von Druck, sondern einer ausführlichen Strategieüberprüfung. Sie habe zu dem Ergebnis geführt, dass die Vorteile, eBay und PayPal unter einem Dach zu führen, schwindeten. PayPal steht stärker denn je im Wettbewerb mit Google. Auch Apple drängt in den Bereich und dürfte bald Finanzgeschäfte abwickeln.

170 Millionen Paypal-Mitglieder stützen Ebay

Icahn, der mit knapp 2,5 Prozent an eBay beteiligt ist, hatte sich wiederholt und gewohnt lautstark für die Aufspaltung starkgemacht. eBay und PayPal könnten getrennt voneinander insgesamt mehr wert sein und stärker wachsen, so seine Argumentation. Der Umsatz in den Handelsbereichen von eBay kletterte in den vergangenen vier Quartalen um zehn Prozent auf 9,9 Milliarden Dollar. Bei PayPal betrug das Plus im gleichen Zeitraum 19 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar.

Noch im Frühjahr hatte eBay das Ansinnen zurückgewiesen und sich zunächst gegen Icahn durchgesetzt. Der für sein aggressives Finanzgebaren bekannte Aktionär zog im April nicht nur seine Forderung zurück, PayPal vom Konzern abzuspalten, sondern auch zwei Vertraute in den Verwaltungsrat zu bringen. Icahn legt sich immer wieder mit Unternehmen - zuletzt etwa Apple und Dell - an, um kurzfristig Vorteile für die Aktionäre herauszuholen, etwa in Form von Sonderausschüttungen.

PayPal gilt mit seinen rund 140 Millionen aktiven Nutzern als Stütze von eBay. Über den Bezahldienst können Kunden ihre Online-Einkäufe abwickeln. Die Firma wurde Ende der 1990er Jahre gegründet und ging 2002 an die Börse. Kurz darauf kaufte eBay den Dienst für 1,5 Milliarden Dollar.

Nach der Abspaltung wird der einstige Thomson-Reuters -Manager Devin Wenig die eBay-Handelsaktivitäten leiten. Dan Schulman, früher für die Online- und Handy-Zahlungen bei American Express zuständig, wird PayPal vorstehen. Donahoe und Finanzchef Bob Swan werden in den Führungsgremien beider Gesellschaften vertreten sein.

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