DO & CO serviert einen kräftigen Profit

DO & CO serviert einen kräftigen Profit
DO & CO serviert einen kräftigen Profit

Es geht noch höher: DO&CO-Chef Attila Dogudan hat im abgelaufenen Geschäftsjahr nochmals kräftig zugelegt.

DO & CO hat im Geschäftsjahr 2014/15 das Ergebnis um 33,7 Prozent auf 34,9 Mio. Euro gesteigert. Alle drei Geschäftsfelder legten kräftig zu. Die Belegschaft wurde um rund 20 Prozent auf 8667 Mitarbeiter aufgestockt. In die Weiterbildung der Mitarbeiter sollen jährlich bis zu zehn Millionen Euro fließen. DO & CO will weiter wachsen. Die Fußball-WM 2016 in Frankreich ist für DO & CO die nächste Großveranstaltung.

Der börsenotierte Caterer DO&CO mit Sitz in Wien und istanbul blickt auf ein glänzendes Geschäftsjahr 2014/15 zurück. Der Umsatz legte um 25,1 Prozent auf 795,6 Mio. Euro zu, beim Konzernergebnis gab es einen Zuwachs von 33,7 Prozent auf 34,9 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) schnellte um 22,2 Prozent auf 80,9 Mio. Euro nach oben. Die EBITDA-Marge blieb mit 10,2 Prozent stabil.

Der Gewinn je Aktie (EPS) erhöhte sich den Unternehmensangaben zufolge von 2,68 auf 3,62 Euro. Angesichts dieser Ergebnisse soll die Dividende von 0,85 auf 1,20 Euro je Anteilsschein angehoben- zu Basisausschüttung von 0,85 Euro addiert sich eine Sonderdividende von 0,35 Euro.

Angriff auf die Milliarde

"Wir erwarten weiterhin Umsatzsteigerungen und stabile Margen", sagte Konzernchef Attila Dogudan am Dienstag vor Journalisten in Wien. Innovationen und die Unternehmenskultur seien die Treiber. Es gehe immer Marge vor Umsatz - "wir sind keine Umsatzkaiser", meinte der CEO.

Die Milliardengrenze beim Umsatz will er allerdings spätestens im Geschäftsjahr 2016/17 erreichen: "Organisch knacken wir die Milliarde heuer noch nicht - falls irgendeine Akquisition kommt, schon, sonst spätestens im nächsten Jahr." Im abgelaufenen Jahr sei sich diese Marke wegen des Dollarkurses nicht ausgegangen.

DO & CO hat im vergangenen Jahr rund 188 Mio. Euro investiert - "so viel wie noch nie", wie der Finanzvorstand berichtete. 112 Mio. Euro davon flossen in den Ankauf des Wiener Haas-Hauses, der Rest wurde in Istanbul, Airline-Catering und Hotel investiert. "Wir werden heuer im Sommer unser Restaurant in Istanbul eröffnen, das Hotel wird voraussichtlich gegen Jahresende fertig sein", kündigte Dogudan an.

Zwei Paläste mit 100 Zimmern

Heuer will er rund 100 Mio. Euro investieren - in den Ausbau bzw. die Modernisierung von Standorten bzw. in das Hotel, ein 50-Prozent-Joint-Venture mit einem türkischen Partner. Das Hotel bestehe aus zwei denkmalgeschützten Palästen und biete Raum für 100 Zimmer. Die Pläne für ein weiteres Hotel in New York liegen vorerst auf Eis.

Die Division Airline Catering war auch im Geschäftsjahr 2014/2015 mit einem sehr kompetitiven und volatilen Marktumfeld konfrontiert. Trotz dieser schwierigen Marktbedingungen konnte DO & CO sich sehr gut behaupten und die Umsätze steigern. Er stieg bis 31. März um 17,9 Prozent auf 530,6 Mio. Euro, das EBITDA legte um 22,5 auf 62,8 Mio. Euro zu. Beim Event Catering gab es gar ein Umsatzplus von 66,2 Prozent auf 101,1 Mio. Euro (EBITDA: plus 10,3 Prozent, 8,3 Mio. Euro). Im Geschäftsfeld Restaurants, Lounges & Hotel kletterte der Umsatz auf 164 Mio. Euro (plus 31 Prozent), das EBITDA wuchs um 32,7 Prozent auf 9,8 Mio. Euro an.

Der Umsatz der Division International Event Catering beträgt im Geschäftsjahr 2014/2015 EUR 101,06 Mio (VJ: EUR 60,79 Mio). Im Hinblick auf die Ausdehnung der Aktivitäten in dieser Division ist insbesondere die Arena One GmbH hervorzuheben, welche seit 1. Jänner 2014 in den DO & CO Konzern einbezogen wird. Zu den größten Veranstaltungen im Bereich Event Catering gehörten im abgelaufenen Geschäftsjahr 16 Formel-1-Grand-Prix (Catering für VIP-Gäste im Paddock-Club), das Tennisturnier in Madrid im Zuge der ATP Tennis Masters Series und das UEFA Champions League Finale in Lissabon.

Die Division Restaurants, Lounges & Hotel erzielte einen Umsatz von EUR 163,96 Mio (VJ: EUR 125,16 Mio). Dies entspricht einem Umsatzwachstum von 31,0 Prozent. Do&Co betreibt weltweit 26 Airport Lounges, die Restaurants und Demel Cafés und das DO & CO Flagship Restaurant am Stephansplatz. Zusätzlich erweiterte sich das Restaurant Portfolio durch die Übernahme der Arena One GmbH um zwei weitere Standorte im Olympiapark in München.

"Wir wollen der Louis Vuitton des Essens sein", positioniert sich Attila Dogudan, CEO, Gründer und Hauptaktionär von DO & CO im Luxussegment. Mit den Ausbildungsanstrengungen will er es schaffen, die Qualitätsstandards zu halten bzw. zu verbessern. Derzeit kocht DO & CO in 28 Küchen weltweit. Allein in Wien werden täglich 40.000 bis 50.000 Essen frisch gekocht, in Istanbul sind es im Schnitt 160.000 bis 170.000.

Nespresse Café im Test-Modus

DO & CO hat gemeinsam mit Nestlé Nespresso S.A. eine Gesellschaft zum Betrieb von Nespresso Cafés gegründet. In Wien wurde bereits im April das weltweit erste Nespresso Café eröffnet. Ein weiteres Café soll in naher Zukunft in London folgen. Die beiden Kaffeehäuser seien "in Wahrheit ja Testcafés" und "nicht grundsätzlich das Endziel", wie man sich vorstellen könne, deutete Dogudan nach einer ein- bis zweijährigen Testphase weitere Expansionsschritte an.

Auch bei den Henry-Imbiss-Outlets will DO & CO noch zulegen. Zu den bereits bestehenden sechs Henry-Imbiss-Outlets in Wien sollen in diesem Geschäftsjahr vier neue hinzukommen. International gibt es bisher vier Henry-Standorte.

Zug fährt ab

Bei der kulinarischen Versorgung der ÖBB-Kunden ("Henry am Zug") wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr keine Verluste mehr geschrieben. "Wir konnten die Umsätze um 10 Prozent auf 34 Mio. Euro steigern und haben den Turnaround nicht nur geschafft, sondern dieses Jahr erstmals Geld verdient - wenn auch nicht viel", berichtet Chief Commercial Officer Gottfried Neumeister.

Auch die Kundenzufriedenheit sei im letzten Jahr gestiegen. Besser dürfte es mittlerweile auch dem Servicepersonal im Speisewagen gehen, deren niedrige Entlohnung Anfang des Jahres wieder für Negativ-Schlagzeilen gesorgt hat. Die Angestellten wurden laut Gewerkschaft vida auch auf österreichischen Strecken zu ungarischen Konditionen von nur etwa 500 Euro im Monat entlohnt. "Wir haben eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen, die wir mit der Gewerkschaft ausverhandelt haben", sagte der Chief Investment Officer von DO & CO, Haig Asenbauer.

Geht es nach DO & CO sollten die Bahnreisenden längst von ihrem Platz aus via QR-Code ihre Bestellungen per Handy aufgeben können. Die Pläne dafür liegen den Angaben zufolge fertig ausgearbeitet in der Schublade. Es gebe aber noch Probleme mit der Internetverbindung im Zug. "Das ist eine Geschichte, die wahrscheinlich mit der nächsten Generation der Züge kommt", erwartet Konzernchef
Dogudan.

Doppelpass mit Frankreich

Auch bei Fußball-Großturnieren will Dogudan weiterhin aufkochen. Als nächste Mega-Herausforderung steht die Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich auf dem Programm. Dogudan kann sich aber auch durchaus vorstellen, die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland zu versorgen: "Wenn uns einer fragt, werden wir etwas tun."

Börsen-Glanzlicht

Auch an der Börse hat das Unternehmen geglänzt. Sowohl an der Wiener als auch an der Istanbuler Börse konnte DO & CO über das Geschäftsjahr kräftig zulegen. An der Wiener Börse verzeichnete die DO & CO Aktie im Geschäftsjahr 2014/2015 einen Kursgewinn von 83,6 Prozent und schloss per 31. März 2015 mit einem Kurs von 69,05 Euro. Mit heutigem Tag notiert die Aktie in Wien bei 80 Euro. An der Istanbuler Börse verzeichnete die DO & CO Aktie einen Kursgewinn von 70,4 Prozent und schloss am 31. März 2015 mit einem Kurs von 192,50 Lira. Mit heutigem Tag notiert die Aktie in Istanbul bei 235,50 Lira.

DO & CO-Gründer und Vorstandschef Attila Dogudan hält über seine Attila-Dogudan-Privatstiftung 40 Prozent der Aktien, die verbleibenden 60 Prozent sind im Streubesitz. 1,59 Prozent der DO & CO-Aktien, die im Anteil der Privatstiftung enthalten sind, sind für Management- und Mitarbeiterbeteiligungen bestimmt.

Die Mandate des Konzernvorstands wurden um fünf Jahre verlängert. Attila Dogudan ist Chief Executive Officer (CEO), Haig Asenbauer Chief Investment Officer, Gottfried Neumeister Chief Commercial Officer und Klaus Petermann Finanzchef (CFO).

Die Mitarbeiterzahl des Unternehmens erhöhte sich im Jahresvergleich von 7323 um rund 20 Prozent auf 8667.

Neue Ausbildungsakademie

Um die Qualität international halten zu können, will der Konzern für die Mitarbeiter heuer ein eigenes Ausbildungszentrum in der Wiener Innenstadt eröffnen. "Es gibt ein Problem, die geeigneten Leute zu finden", begründete Unternehmenschef Dogudan den Schritt.

Auf einer Gesamtfläche von rund 4000 Quadratmetern in der Akademiestraße sollen künftig berufsbegleitende Fortbildungen angeboten werden - für Controller ebenso wie für Köche. Für den Betrieb hat Dogudan vorerst Ausgaben in Höhe von fünf bis zehn Mio. Euro jährlich budgetiert.

"Wir werden auch ein eigenes Mitarbeiterhotel mit 50 Zimmern in der Nähe des Gaudenzdorfer Gürtels machen", gab der Firmenchef bekannt. Mehrere hundert Personen pro Jahr sollen in dem neuen Ausbildungszentrum weitergebildet werden. Unterrichten werden Profi-Lehrer, Gastlehrer und das eigene Management, also auch Dogudan selbst.

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