Deutsche Wohnen scheitert bei Conwert-Übernahme

 Deutsche Wohnen scheitert bei Conwert-Übernahme

Die conwert-Übernahme durch die Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen ist gescheitert. Die Deutschen wollten zumindest 50 Prozent plus eine Aktie an dem heimischen Unternehmen.

Die finalen Daten, wieviel Prozent Deutschlands zweitgrößter börsennotierter Wohnungskonzern an der conwert bekommen hätte, werden zur Stunde noch ausgearbeitet - sie sollen heute gegen Abend offiziell bekanntgegeben werden. Der Angebotsleger wollte die Mehrheit an der Wiener conwert, um dort auch das Sagen zu haben. "Und da wird man doch deutlich entfernt sein - 48 oder 49 Prozent werden es wohl nicht", erwarten Insider.

Da halfen auch die rund 30 Prozent nichts, die der Deutschen Wohnen bereits bei Angebotslegung, also lange vor Ablauf der Frist, gestern 17.00 Uhr, von zwei conwert-Großaktionären - der Familienstiftung des Bauunternehmers Hans Peter Haselsteiner (24,4 Prozent) und der deutschen Ehlerding-Familie (6,6 Prozent) - bereits fix zugesagt waren.

Mit einem neuerlichen Anlauf der Deutschen Wohnen auf die conwert ist nicht zu rechnen. Vonseiten des deutschen Immo-Konzerns hieß es heute, man könne sich selbst nach der laut Übernahmegesetz vorgeschriebenen einjährigen Sperrfrist (Cooling-off-Phase) nicht vorstellen, noch einmal für die conwert zu bieten.

Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger bezeichnete das Vorgehen der Deutschen als "sehr ungeschickt". Die Deutsche Wohnen habe sich selbst jede Flexibilität genommen. In Österreich sei man ber gewohnt, dass doch die eine oder andere Nachbesserung eines Übernahmeangebots möglich ist. "In der Endphase muss man noch etwas im Talon haben, um nachbessern zu können - das ist gut investiertes Geld." Außerdem seien sich die Deutschen "ihrer Sache zu sicher" gewesen, hätten sich dabei aber nur auf die positiven Signale der beiden Großaktionäre Hans Peter Haselsteiner und Karl Ehlerding verlassen. Mit den "unzufriedenen Aktionären" - Alexander Proschofsky und die Investorengruppe um Klaus Umek von der Firma Petrus Advisers - hätten sich die Deutschen "zu wenig auseinandergesetzt".

Viele Spekulationen

Deutsche-Wohnen-CEO Michael Zahn betonte gegenüber der APA einmal mehr, dass das Angebot "von vielen Spekulationen begleitet war, gerade was den Aktienkurs angeht". "Wir müssen leider feststellen, dass diese Spekulationswelle unsere sachlichen Argumente verdrängt hat." Die conwert sei für die Deutsche Wohnen "eine Option, kein strategisches Asset" gewesen. "Das haben wir stets gesagt", bekräftigte Zahn.

Das conwert-Management meinte in einer Aussendung nur knapp, dass die Aktionärsstruktur "vorerst unverändert" bleibe. Man sehe die Ablehnung des Übernahmeangebots als "Auftrag der Aktionäre", die Rentabilität zu verbessern und die Zinsbelastung zu senken.

Der Aktienkurs der conwert sank nach Bekanntwerden des gescheiterten Übernahmeversuchs heute, Donnerstag, um 1,48 Prozent auf 11,35 Euro je Aktie. Der Kurs der Deutsche Wohnen AG stieg zunächst geringfügig um 0,12 Prozent auf 25,02 Prozent und gab dann um 0,92 Prozent auf 24,76 Euro nach. Die deutsche Gesellschaft hatte 11,50 Euro je conwert-Aktie geboten - in Summe wollte sie mehr als 1 Mrd. Euro für das österreichische Unternehmen auf den Tisch legen.

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