Deutsche Bank überrascht mit sattem Gewinn

Deutsche Bank überrascht mit sattem Gewinn

Die Deutsche Bank-Chefs Jürgen Fitschen (li.) und Anshu Jain präsentieren Gewinne - statt der erwarteten Verluste.

Deutschlands größte Bank hat für 2014 sowohl Aktionäre als auch Analysten überrascht. Der Jahresgewinn wurde gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Nicht wenige Experten hatten für die Deutsche Bank noch Verlusten erwartet. Verschiedene Maßnahmen sowie sinkende Rechtskosten haben schon früher das Ergebnis positiv beeinflußt. Allerdings: Noch nicht alle Altlasten sind getilgt.

Frankfurt. Die Deutsche Bank sorgt für eine kräftige Überraschung. Für das Jahr 2014 hat Deutschlands größte Bank sehr gute Zahlen präsentiert. Allein im vierten Quartal lag der Nettogewinn bei 441 Millionen Euro - im Schlussquartal des Vorjahres wurden noch ein Verlust in der Höhe von 1,4 Milliarden Euro eingefahren. Hauptgrund waren solide Geschäfte im Kerngeschäft Investmentbanking. Außerdem gab es weniger Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten. Allerdings: Das Privatskundengeschäft stottert und entwicklet sich zunehmend zum Problem: Im vierten Quartal 2014 brach der Vorsteuergewinn der Sparte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Viertel auf 55 Mio. Euro ein.

Ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom Oktober 2014 hatte die Privatkundensparte besonders belastet. Kunden können demnach eine vor Jahren gezahlte Bearbeitungsgebühr für Kreditverträge zurückfordern. Allein dafür stellte die Bank 330 Millionen Euro zurück.

Die Vermögensverwaltung hingen ist wieder auf der Erfolgsspur nachdem sie jahrelang die größte Baustelle im Konzern war. Hier ist das Ergebnis im Schlussquartal auf 365 Mio. Euro gestiegen, nach 200 Millionen Euro noch im Vorjahresquartal. Vermögen in der Höhe von rund eine Billion Euro wird von der Deutschen Bank derzeit verwaltet.

Im Gesamtjahr schreibt Deutschlands Top-Bank einen Überschuss von 1,7 Milliarden Euro - das ist eine Milliarde mehr als noch vor Jahresfrist - deutlich mehr als von Analysten erwartet.

"Viele Ergebnisse des vergangenen Jahres und des vierten Quartals sind ermutigend", erklärten die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die derzeit an einer neuen Strategie feilen. "Dennoch arbeiten wir hart an unserer Kostenbasis, und daran, unsere Kapitalstärke aufrecht zu erhalten und die Rendite für unsere Aktionäre zu steigern."

Die Gründe, warum die Deutsche Bank statt Verluste nun satte Gewinne schreibt: Das Investmentbanking wirft wieder kräftige Gewinne ab. Und auch für Gerichtsprozesse musste das Bankhaus zuletzt weniger Rückstellungen machen. Mit 207 Millionen Euro waren die Rechtskosten deutlich niedriger als erwartet. Darüber hinaus hat das Sparprogramm erste Auswirkungen auch auf das Ergebnis, was auch für die Zukunft richtungsweisend sein soll. Die Vorstände wollen im zweiten Quartal eine neue Strategie präsentieren.

Die Bank ist allerdings noch nicht aus dem Schneider, was die Rechtstreitereien anbetrifft. Es gibt noch juristischen Klärungsbedarf und somit noch einige offene Baustellen - von den Skandalen rund um manipulierte Zinsen (Libor) und Devisen über den Vorwurf des Steuerbetrugs bis hin zu diversen US-Hypothekenklagen. Und noch immer ist der Libor-Vergleich noch nicht fixiert. Mit den angelsächsischen Regulierern sind Jain und Fitschen noch eifrig in Verhandlungen.

Kräftiges Eigenkapital

Die Deutsche Bank hat ihre Kapitaldecke zum Jahresende weiter aufgepolstert. Die harte Kernkapitalquote nach den strengeren Basel-III-Standards kletterte im vierten Quartal auf 11,7 Prozent von 11,5 Prozent per Ende September, wie Deutschlands größtes Geldhaus am Donnerstag mitteilte.

Die absolute Verschuldungsquote (Leverage Ratio) verbesserte sich auf 3,5 Prozent von zuvor 3,2 Prozent. Hier liegt die von den Regulierern geforderte Mindestschwelle bei drei Prozent.

Fragezeichen zum Privatkundengeschäft

Immer wieder tauchen die Gerüchte auf, die Bank könnte das Privatkundengeschäft rund um die Postbank abspalten. Es wird damit gerechnet, dass die Vorstände zur Präsentation ihre neue Strategie Anfang des zweiten Quartals 2015 auch zum Privatkundengeschäft Stellung nehmen werden.

Die Aktie hat nach den positiven Zahlen am Donnerstag um 1,18 Prozent auf 25,42 Euro zulegen können. Kurz nach Mittag notierte das Papier sogar mit 2,49 Prozent im Plus.

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