Dax-Vorschau: Konjunktur, jede Menge Bilanzen und ein IPO

Dax-Vorschau: Konjunktur, jede Menge Bilanzen und ein IPO

Nach der Oktober-Rally dürfte sich der Dax auch in der kommenden Woche weiter nach oben arbeiten. Im Fokus stehen Konjunkturdaten aus den USA, sowie Bilanzen deutscher Konzerne. Und für Freitag ist noch ein IPO geplant.

Zahlreiche Konjunkturdaten und eine Flut an Unternehmensberichten dürften die Anleger am deutschen Aktienmarkt in der neuen Woche auf Trab halten. Börsianer rechnen damit, dass sich der Dax auch nach seiner Oktober-Rally langsam weiter nach oben arbeiten wird. "Viele institutionelle Anleger sitzen auf hohen Geldbeständen und dürften versuchen, diese noch bis zum Jahresende am Aktienmarkt unterzubringen", sagte Frank Geilfuß vom Bankhaus Löbbecke. Im Oktober legte der Dax in der Spitze rund 1200 Punkte zu - ein Plus von mehr als zwölf Prozent. Auch an der Wall Street ging es beim Dow-Jones-Index rund neun Prozent bergauf.

Spekulationen auf eine mögliche Ausweitung der Geldflut im Euro-Raum befeuerten zuletzt vor allem den Dax. EZB-Chef Mario Draghi hatte in der vergangenen Woche eine mögliche Ausweitung der lockeren Geldpolitik im Euro-Raum ins Spiel gebracht. Zudem freuten sich Anleger über die vorerst anhaltende Niedrigzinspolitik in den USA, da die Notenbank Fed frühestens im Dezember die erste Straffung seit fast zehn Jahren wagen will. Am Mittwoch beließen die Notenbanker die Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld noch bei null bis 0,25 Prozent.

Jobs in den USA entscheiden über Zinsen

Bedingung für die Zinswende ist allerdings, dass die Konjunktur in den USA kräftig genug ist. Wie es um die Wirtschaft bestellt ist, zeigen in der neuen Woche unter anderem der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe (Montag) und die Arbeitsmarktdaten für Oktober am Freitag. Hier sei nach zwei schwächeren Monaten mit einer besseren Entwicklung zu rechnen, prognostizieren die Analysten der Helaba. Experten erwarten laut einer Reuters-Umfrage im Schnitt ein Plus von 178.000 nach 142.000 neuen Stellen im September.

Im Euro-Raum geben die Einkaufsmanagerindizes (Montag und Mittwoch) sowie die Erzeugerpreise (Mittwoch) Einblick in die konjunkturelle Verfassung der Währungsunion. Und auch das Thema China verlieren die Anleger nicht aus den Augen: Am Wochenende stehen die Einkaufsmanagerindizes für Industrie und Dienstleistungen auf der Agenda. Das Wirtschaftswachstum in der Volksrepublik könnte in diesem Jahr auf das langsamste Tempo seit 25 Jahren absinken und erstmals unter sieben Prozent liegen.

Woche des Bilanz-Feuerwerks

Ebenfalls im Fokus steht die Bilanzsaison. Zu Wochenbeginn gibt die Commerzbank Einblick in ihre Bücher. "Gerade nach dem Zahlenwerk der Deutschen Bank wird der Fokus verstärkt auf den anderen Finanztitel liegen", sagt Andreas Lipkow, Marktstratege beim Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Deutschlands größtes Geldhaus verbuchte im abgelaufenen Quartal unterm Strich einen Verlust von sechs Milliarden Euro. Die Anleger müssen in diesem und nächsten Jahr nun auf eine Dividende verzichten, zudem plant die Bank den zweitgrößten Jobabbau ihrer Geschichte.

Für Gesprächsstoff sollten auch die Quartalsberichte von BMW und Vonovia sorgen (jeweils am Dienstag). Der Autobauer hat nach Einschätzung von Analysten im dritten Quartal in der Autosparte weniger verdient. Bei Vonovia dürfte für Anleger im Fokus stehen, wie es mit der feindlichen Übernahme von Deutsche Wohnen weitergeht. Vonovia will die Nummer zwei der Branche für 14 Milliarden Euro schlucken. Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn lehnte einen Zusammenschluss zuletzt ab.

Hapag-Lloyd stapelt tiefer

Ein Auge werden die Investoren zudem auf die Zahlenwerke der Deutschen Telekom (Donnerstag), der Allianz (Freitag) und auf zahlreiche Berichte aus der zweiten Reihe werfen. Dazu gehören unter anderem Evonik, Hannover Rück (beide Mittwoch), Lanxess und Rheinmetall (beide Donnerstag).

Mit Spannung dürften Investoren auch auf den geplanten Börsengang der Container-Reederei Hapag-Lloyd warten. Weil nicht genügend Investoren zugegriffen hatten, musste das Unternehmen mit dem Preis heruntergehen. Die Nummer vier auf dem Weltmarkt senkte die Preisspanne für ihre Aktien auf 20 bis 22 Euro. Die Erstnotiz ist für Freitag geplant.

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