Dax-Vorschau: Auch kommende Woche blicken die Börsen nach Athen

Dax-Vorschau: Auch kommende Woche blicken die Börsen nach Athen

Zu Beginn der vergangenen Woche hatte die Aussicht auf eine Einigung im griechischen Schuldenstreit für gute Stimmung an den Börsen gesorgt, später kehrte Ernüchterung ein und die Anleger hielten sich zurück. Auch in der kommenden Woche wird das Thema die Investoren in Atem halten.

Einigen oder nicht einigen: Das ist die Frage im griechischen Schuldenstreit. Die Antwort darauf wird den europäischen Börsen in der neuen Woche die Richtung vorgeben. Die Geldgeber des hoch verschuldeten Mittelmeer-Anrainers wollen in den kommenden Tagen über die Reformvorschläge der Athener Regierung beraten. Eine Einigung ist die Voraussetzung für die Freigabe weiterer Finanzspritzen.

"Was den Ausgang des einmal mehr 'alles entscheidenden' Treffens angeht, ist alles möglich", sagt Andreas Paciorek, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. "Tendenziell schlägt das Pendel aber weiterhin in Richtung 'Einigung in letzter Minute' aus." Griechenland muss dem Internationalen Währungsfonds (IWF) bis kommenden Dienstag 1,6 Milliarden Euro zurückzahlen. Es ist unklar, ob das Land dieses Geld aufbringen kann.

In der alten Woche hatten Hoffnungen auf eine Beilegung des Schuldenstreits den Dax beflügelt. Er gewann 3,5 Prozent und verbuchte damit den größten Wochengewinn seit fünf Monaten. Der heimische Leitindex ATX gewann im gleichen Zeitraum um 2,84 Prozent; größter Gewinner in Wien bis Freitag, 16 Uhr, war Zumtobel mit einem Plus von 12,91 Prozent, größter Verlierer war Schoeller-Bleckmann Oilfield (SBO), dessen Aktien um 14,11 Prozent im Lauf der Woche nachgegeben haben.

Wann erhöht die Fed die Zinsen?

Börsianer werden ihre Aufmerksamkeit außerdem auf die US-Arbeitsmarktdaten am Donnerstag richten. Deren Veröffentlichung wird vorgezogen, weil die Wall Street am Freitag wegen des bevorstehenden US-Unabhängigkeitstages geschlossen bleibt. "Der private Konsum ist robust, die Autoabsätze stark, und auch die Bauwirtschaft legt zu. Dies sorgt für eine stabile Nachfrage nach Arbeitskräften", prognostiziert Commerzbank-Analyst Christoph Weil.

Die Entwicklung des US-Arbeitsmarktes ist ein wichtiger Baustein der geldpolitischen Entscheidungen der Notenbank Fed. Bislang gilt an den Finanzmärkten der September als wahrscheinlichster Termin für die lang erwartete US-Zinserhöhung. Einen Hinweis auf die Entwicklung der Beschäftigung liefern die Zahlen der privaten Arbeitsagentur ADP am Mittwoch.

Mit Spannung warten Investoren außerdem auf die Inflationszahlen aus der Euro-Zone (Dienstag). Sie erhoffen sich Rückschlüsse darüber, ob die milliardenschweren Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) weiter Früchte tragen, oder ob der Anstieg der Teuerung im Vormonat nur ein Ausreißer war. Die EZB pumpt monatlich 60 Milliarden Euro in die Finanzmärkte, um damit die drohende Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen, zu verhindern.

Bei Lufthansa droht ein neuer Streik

Bei den Unternehmen bleibt K+S im Rampenlicht. Der kanadische Konkurrent Potash hat ein Auge auf den Kasseler Düngemittel-Hersteller geworfen. Mit der Sache vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, K+S werde das Angebot vermutlich zurückweisen. Einige Börsianer halten sogar einen Bieterwettstreit zwischen Potash und dem Bergbaukonzern BHP Billiton für möglich.

Bei der Lufthansa droht ein erneuter Streik - diesmal des Kabinenpersonals. Ohne Einigung mit der Gewerkschaft UFO könnte es ab Donnerstag zu Arbeitsniederlegungen kommen.

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