Dax-Rekordjagd: Wieder Kurs auf 10.000 Punkte

Dax-Rekordjagd: Wieder Kurs auf 10.000 Punkte

Gutes Klima an der Frankfurter Börse.

Der deutsche Aktienmarkt ist wieder im Hoch. In der neuen Woche könnte der Dax die 10.000 Punkte Marke wieder durchbrechen und auf ein neues Allzeit-Hoch steigen.

Die Dax (DE0008469008) Rekordjagd dürfte in eine weitere Runde gehen. Börsianer halten einen Angriff auf die zuletzt im Juli erreichte Marke von 10.000 Punkten in der neuen Woche für möglich. Denn die Aussicht auf eine anhaltende Geldschwemme der Notenbanken dies- und jenseits des Atlantiks sowie ein schwächerer Euro -Wechselkurs dürften die Anleger bei Laune halten. "Spätestens das Referendum der Schotten und der Verbleib im Königreich hat die Fesseln gelöst", sagte Strategin Sarah Brylewski von Ayondo. "Viele Investoren sind noch immer skeptisch, doch erst einmal steht die Börsenampel nun auf grün, und der Spurt Richtung 10.000 kann beginnen."

Die politischen Krisen im Nahen Osten und in der Ukraine wurden an der Börse zuletzt ausgeblendet. "Ich frage mich was noch passieren müsste, dass es wirklich ernsthaft nach unten geht", sagte Postbank-Stratege Heinz-Gerd Sonnenschein. Vor allem die Aussicht auf längerfristig niedrige US-Zinsen lockt die Anleger weiter in Aktien. Darüber hinaus wetten viele auf umfassende Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB), im Börsenjargon Quantitative Easing (QE) genannt.

Deutschland profitiert vom schwachen Euro

Auch aus den USA bekommen die europäischen Börsen Auftrieb für neue Allzeithochs: Der Dow-Jones-Index (US2605661048) und S&P-500-Index (US78378X1072) blieben in der abgelaufenen Woche auf Rekordkurs. Der Dow gewann auf Wochensicht 1,7 Prozent und schloss bei 17.279 Punkten, der S&P-500 kletterte im Wochenvergleich 1,3 Prozent auf 2010 Zähler und die Nasdaq 0,3 Prozent auf 4579 Punkte.

Der Euro hingegen fiel bis auf 1,2828 Dollar (EUR/USD) und war damit so billig wie zuletzt im Juli 2013. Das wiederum wird laut Commerzbank vor allem den deutschen Exportunternehmen Rückenwind geben. Vor der Verkündung weiterer geldpolitischer Maßnahmen der EZB hatte der Euro noch Kurs auf 1,40 Dollar genommen, viele deutsche Unternehmen hatten deshalb schon über die Währungsbelastungen geklagt. "Schlagen die Firmen nun andere Töne an, könnte das in der neuen Berichtssaison positive Impulse liefern", sagte Sonnenschein.

Im Durchschnitt erzielten nach Berechnung der Commerzbank die Dax-Unternehmen rund 37 Prozent ihrer Umsätze in Ländern, deren Handel überwiegend in Dollar abgewickelt wird oder deren Währungen stark an die US-Valuta gebunden sind. Besonders profitieren könnten von einem günstigeren Wechselkurs Lanxess (ISIN DE0005470405), Infineon (ISIN DE0006231004), Bayer (ISIN DE000BAY0017), Linde (ISIN DE0006483001) und BMW (ISIN DE0005190003).

An der New Yorker Börse wiederum bereitet den Anlegern die Stärke des Dollar langsam Kopfzerbrechen. Eine ganze Reihe von Unternehmen - von Konsumgüterproduzenten bis zu Technologiefirmen und Ölkonzernen - werde die Bewegung am Devisenmarkt schmerzhaft zu spüren bekommen, erklärte Larry Glazer von Mayflower Adivsors. Die Anleger hoffen jedoch gleichzeitig, dass die Negativ-Effekte von den positiven Nebenwirkungen eines starken Dollar wettgemacht werden. Vor allem die Konsumenten können beim Einkauf Geld sparen und anderweitig ausgeben.

Konjunktur-Daten

Wichtige Termine gibt es in der neuen Woche nur wenige. Von Konjunkturseite stehen am Dienstag die europäischen Einkaufsmanagerindizes im Mittelpunkt. Am Mittwoch folgt dann der Ifo-Geschäftsklimaindex. Analysten rechnen hier erneut mit einem Rückgang. "Der jüngste deutliche Rücksetzer des ZEW-Finanzmarkttests hat untermauert, dass die deutschen Unternehmen die schwache Nachfrage aus der restlichen Eurozone belastet und auch die geopolitischen Unruhen weiter schwer wiegen", sagte Jana Meier von HSBC Trinkaus.

In den USA dürften die am Donnerstag anstehenden Auftragseingänge langlebiger Güter im August ein deutliches Minus von geschätzten 17 Prozent aufweisen. Dieses hat nach Einschätzung der BayernLB aber wenig Aussagekraft. Denn die Juli-Daten seien überaus gut gewesen, nachdem in dem Monat Aufträge des Flugzeugbauers Boeing wegen der Präsentation eines neuen Flugzeugtyps in die Höhe geschossen waren.

Bei den Unternehmen dürfte die Autobranche im Fokus stehen, denn die IAA Nutzfahrzeuge öffnet ihre Pforten. Ferner werden Anleger der Lufthansa die Tarifverhandlungen mit den Piloten und mögliche Streiks im Blick behalten. Am Donnerstag stehen Quartalszahlen von Nike (ISIN US6541061031) und H&M (ISIN SE0000106270) an. Am Dienstag bleibt die Börse in Tokio wegen eines Feiertages geschlossen.

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