Der Dax nimmt die 12.000er-Marke wieder ins Visier

Der Dax nimmt die 12.000er-Marke wieder ins Visier

Die Griechenland-Krise rückt in der kommenden Woche in den Hintergrund; stattdessen wird die US-Zinspolitik zum bestimmenden Thema, außerdem schielen Investoren mit einem Auge nernös nach China.

Das vorläufige Happy End im Griechenland-Drama macht Experten zufolge den Weg frei für weitere Kursgewinne an den europäischen Börsen. "Anleger sind zunehmend gewillt, wieder Risiken einzugehen", sagt Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black.

"Längerfristig wäre es aber besser, wenn der Markt erst einmal zur Ruhe kommt", betont NordLB-Aktienstratege Tobias Basse. Auf dieser Basis könne der deutsche Leitindex dann Anlauf zum Sprung auf ein Rekordhoch nehmen. In der alten Woche legte der Dax um etwa 3,5 Prozent zu und lag mit rund 11.700 Punkten etwa 700 Zähler unter seiner bisherigen Bestmarke; der heimische Leitindex Atx legte im gleichen Zeitraum um 3,36 Prozent zu.

USA: Zinswende im September - und dann?

Da die Pleite Griechenlands laut NordLB-Experte Basse vorerst abgewendet ist, rückt die US-Geldpolitik wieder in den Mittelpunkt des Anlegerinteresses. "Die meisten Marktteilnehmer rechnen mit einer ersten Zinserhöhung der Fed im September." Unklar sei allerdings, ob die Notenbank im Dezember nachlege oder sich mit einer weiteren Straffung der Geldpolitik Zeit lasse.

Auf diese Frage hin würden Anleger die anstehenden Firmenbilanzen abklopfen, fügt Basse hinzu. Am Montag stehen unter anderem die Zahlen der Großbank Morgan Stanley auf dem Terminplan. Am Tag darauf folgt der iPhone-Hersteller Apple. Von der Konjunkturseite erhoffen sich Investoren Hinweise von den US-Frühindikatoren am Donnerstag und den Zahlen zum Eigenheimabsatz am Freitag.

Auch in Deutschland beginnt die Bilanzsaison, traditionell eingeläutet vom Softwarehaus SAP, das seine Zahlen am Dienstag vorlegt. Aus dem Dax wollen außerdem noch der Autobauer Daimler (Donnerstag) und der Chemiekonzern BASF (Freitag) ihre Bücher öffnen.

Investoren schielen nach China

Daneben schielten Investoren mit einem Auge weiterhin auf China, betonen Börsianer. Trotz der aktuellen Stabilisierung der Kurse an den Aktienmärkten im Reich der Mitte hätten Anleger den Schreck über den vorangegangenen Crash noch nicht verdaut. Der Leitindex der Shanghaier Börse legte in der alten Woche zwar um zwei Prozent zu, lag damit aber immer noch etwa 20 Prozent unter seinem Niveau von Mitte Juni.

"Der durch massive Eingriffe der Regierung vorerst gestoppte Ausverkauf am chinesischen Aktienmarkt hat einmal mehr die zahlreichen Probleme Chinas in Erinnerung gerufen", sagt Commerzbank-Analyst Ralph Solveen. "Denn dort hat sich das Wachstum deutlich abgeschwächt." Aus diesem Grund warten Investoren gespannt auf das Stimmungsbarometer der chinesischen Einkaufsmanager am Freitag.

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