Herr Zetsche soll Mister Daimler bleiben

Herr Zetsche soll Mister Daimler bleiben

Die Nummer 1 bleibt am Steuer: Dieter Zetsche hat noch ambitionierte Pläne. Er will BMW überholen.

Der deutsche Automobilkonzern Daimler schafft klare Fronten, was die Führung des Unternehmens anbetrifft. Der Vertrag von Dieter Zetsche soll vorzeitig schon um weitere drei Jahre verlängert werden. Er würde somit 14 Jahre das Steuer bei Daimler in der Hand haben. Die Aktionäre haben bisher seinen Kurs goutiert.

Stuttgart. Daimler-Chef Dieter Zetsche soll das Steuer bei dem Autobauer bis zum Ende des Jahrzehnts in der Hand behalten. Aufsichtsratschef Manfred Bischoff beendete am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Berlin Spekulationen über die Zukunft des 61-Jährigen nach dem Ende seines Vertrages im Dezember 2016. Der Aufsichtsrat habe die Absicht, Zetsche für drei weitere Jahre zu bestellen, kündigte Bischoff an.

Zetsche, am 1. Jänner 2006 das Steuer beim Stuttgarter Konzern übernommen hat, kann damit weiter um das von ihm selbst gesetzte Ziel kämpfen, bis 2020 die Rivalen BMW und Audi abzuhängen und wieder der größte Premiumhersteller der Welt zu werden.

Erhöhung des Wachstumstempos

Erste Erfolge auf dem Weg dorthin hat der Mann mit dem markanten Schnauzbart, der den Konzern seit 2006 führt, schon vorzuweisen. Die Marke mit dem Stern konnte den Absatz im vergangenen Jahr mit einem Plus von zwölf Prozent stärker steigern als die Konkurrenten. Und auch bei der Rendite verkürzte er den Rückstand mit einem Anstieg auf acht Prozent auf anderthalb Prozentpunkte.

Zum Jahresbeginn hat Mercedes-Benz das hohe Wachstumstempo gehalten. Dank zahlreicher neuer Modelle erhöhten die Schwaben den Absatz in den ersten beiden Monaten um 14,5 Prozent zum Vorjahr auf knapp 263.000 Fahrzeuge. Daimler kurbelt den Absatz mit einer Vielzahl neuer Modelle vom kleinen Geländewagen GLA bis zur Nobellimousine Mercedes-Maybach an. "Unsere Wachstumsstrategie trägt sichtbar Früchte", sagte Zetsche.

Analysten bezweifeln allerdings, dass Daimler den 2005 an BMW verlorenen Thron zurückerobern kann, denn die Konkurrenten starten ebenfalls mit neuen Modellen wieder durch.

Vollgas beim Profit

Zetsche bekräftigte vor den Aktionären die Jahresziele für 2015. Absatz, Umsatz und der operative Konzerngewinn sollen deutlich steigen, worunter beim Ergebnis ein Anstieg von mindestens zehn Prozent zu erwarten ist. Im vergangenen Jahr hatte Daimler den Umsatz um zehn Prozent auf knapp 130 Milliarden Euro gesteigert. Der Absatz erreichte mit 2,5 Millionen verkauften Autos, Transportern, Lastwagen und Bussen einen neuen Höchstwert. Das rein operative Ergebnis kletterte um 27 Prozent auf eine neue Bestmarke von 10,1 Milliarden Euro.

Die Modelloffensive geht bei Mercedes-Benz ins dritte Jahr. 2015 kommen acht neue oder überarbeitete Pkw auf den Markt, so werden fast alle Geländewagen erneuert. Inzwischen gibt es rund 30 Grundmodelle. Die Produktvielfalt soll weiter wachsen. "Unser Portfolio wird immer komplexer", sagte Zetsche. "Deshalb muss unsere Produktion immer flexibler werden." Mit dem Betriebsrat werde deshalb darüber verhandelt, wie die Flexibilität und Effizienz in jedem einzelnen Werk erhöht werden könne.

112 Prozent

Die Daimler-Aktie reagierte auf die Neuigkeiten in einem freundlichen Marktumfeld zunächst unfreundlich auf die Daimler-Botschaft mit einem leichten Kursgewinn um 0,35 Prozent auf 90,14 Euro. Spekulanten, die auf Daimler-Chef Zetsche gesetzt hatten, konnte mit der Aktie satte Zuwächse verbuchen. Seit Amtsantritt legte die Aktie um rund 112 Prozent zu. Beim Kurs von 43,14 Euro hatte Zetsche das Steuer übernommen. In der Finanzkrise hatten die Daimler-Papier bei 17,14 Euro den Tiefststand unter der Ägide von Zetsche zwischenzeitlich erreicht.

Daimler hat Ende März anlässlich des 100. Jahresjubliäum des Werkes in Sindelfingen angekündigt, die Milliardeninvestitionen in sein größtes Werk nochmals aufzustocken. Bis zum Jahr 2020 sollten weitere 600 Millionen Euro in Großprüfstände sowie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen gesteckt werden. In Sindelfingen wurden bis zum heutigen Tag 20 Millionen Autos produziert.

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