Chinas Telekom-Riese Huawei steigert Umsatz um fast 20 Prozent

Chinas Telekom-Riese Huawei steigert Umsatz um fast 20 Prozent

Die Nummer 3 am weltweiten Handy-Markt konnte die florierenden Handy-Absätze um 32 Prozent steigern, die Netzwerksparte wuchs um 15 Prozent. Westliche Konkurrenten werfen dem Unternehmen vor, eng mit der chinesischen Regierung zusammen zu arbeiten - Huawei selbst wird hingegen angeblich vom US-Geheimdienst NSA abgehört.

Der chinesische Telekomriese Huawei hat sein Geschäft im vergangenen Jahr um fast 20 Prozent steigern können. Das Unternehmen profitierte vom weltweit rasant wachsenden Smartphone-Absatz und der Aufrüstung auf schnellere mobile Datennetze. Das doppelt so große Wachstum wie im Vorjahr "übertraf unsere Erwartungen", sagte Finanzchefin Kathy Meng am Dienstag vor Journalisten in Peking.

Nach den vorläufigen Zahlen wuchs der Umsatz des zweitgrößten Netzwerkausrüsters weltweit auf 287 bis 289 Mrd. Yuan (39,5 Mrd. Euro). Die Umsatzrendite lag ähnlich wie im Vorjahr bei zwölf Prozent. Das Betriebsergebnis stieg auf rund 34 Mrd. Yuan, umgerechnet 4,6 Mrd. Euro.

Weltweite Nummer 3 - nach Samsung und Apple

Wegen florierender Handy-Umsätze konnte das Verbrauchergeschäft um 32 Prozent gesteigert werden. "Die Verbrauchersparte hat gute Arbeit geleistet", sagte Meng. Besonders stark war das Wachstum in Schwellenländern. Huawei ist hinter Apple und Samsung die Nummer Drei der Smartphone-Hersteller weltweit. Der kleinere, junge Bereich der Unternehmensdienstleistungen unter anderem mit Cloud-Diensten oder Software legte um 27 Prozent zu.

Die traditionelle, große Netzwerksparte wuchs dank der Modernisierung mobiler Netze auf schnellere Übertragungsstandards weltweit wieder stärker als im Vorjahr um 15 Prozent. Huawei hat bei den modernen LTE-Netzwerken einen Marktanteil von 46 Prozent, was Finanzchefin Meng "ziemlich bemerkenswert" nannte. Die Modernisierung der Netze in China trug nach ihren Worten zum guten Wachstum Huaweis bei. Das Unternehmen macht allerdings 70 Prozent seines weltweiten Geschäfts außerhalb Chinas.

Überall Internet

"Allgegenwärtige Vernetzung und die Speicherung großer Datenmassen werden eine neue industrielle Revolution intelligenter Technologie antreiben, die Modernisierung traditioneller Industrien vorwärtsbringen und die heutige industrielle und geschäftliche Landschaft neu formen", sagte Meng. "Konnektivität jederzeit und überall wird die neue Norm werden."

Wie in den Vorjahren setzte das in der Metropole Shenzhen in Südchina ansässige Unternehmen wieder stark auf Innovation. Huawei investierte rund 40 Mrd. Yuan (5,5 Mrd. Euro) in Forschung und Entwicklung - ein Plus von 28 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren steckte der Telekom-Riese 188 Mrd. Yuan (25,7 Mrd. Euro) in technologischen Fortschritt.

Mitarbeiter besitzen das Unternehmen

Weltweit arbeitet Huawei mit rund 500 Telekombetreibern in 140 Ländern zusammen. Jeder dritte Erdbewohner benutzt heute Technik von Huawei in irgendeiner Form. Das größte chinesische Privatunternehmen gehört über Anteile rund der Hälfte seiner 150.000 Mitarbeiter weltweit. Finanzchefin Meng ist Tochter des Firmengründers Ren Zhengfei.

Die USA unterstellen Huawei enge Beziehungen zum chinesischen Staat oder Militär. So werden Sicherheitsbedenken geltend gemacht, was dem Unternehmen den Zugang zum US-Markt weitgehend versperrt. Finanzchefin Meng räumte ein, dass das Geschäft "durch Beschränkungen der US-Regierung" beeinflusst werde. Sie fand dennoch lobende Worte für die "großartige Nation" USA, die sehr fortschrittlich sei: "Huawei unterstützt offene Märkte und ordentlichen Wettbewerb."

Über Testzentren wie etwa in Großbritannien, wo unabhängige Experten die Ausrüstung sogar anhand der Quellcodes überprüfen können, kontert Huawei Vorwürfe, dass seine Produkte nicht sicher seien oder irgendwelche Hintertüren hätten. Umgekehrt wurde Huawei laut Medienberichten selbst schon zum Ziel von Bespitzelungen durch den US-Abhördienst NSA.

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