Chinas Börsen: Nach dem Crash nun kräftiger Zuwachs

Chinas Börsen: Nach dem Crash nun kräftiger Zuwachs

Nach zwei Tagen Talfahrt drehen Chinas Börsen ins Plus. Anleger zögern jedoch, das Handelsvolumen hält sich in Grenzen.

Nach dem Börsencrash vom Montag scheint sich die Lage an Chinas Börsen wieder zu entspannen. Am Mittwoch notieren die Leitindices von Chinas Börsen mit über drei Prozent im Plus. Ein kurzes Intermezzo oder ein Fingerzeig für die Normalisierung? Stützungskäufe sollen die Wende bringen. Anleger warten aber auch auf den Zinsentscheid der US-Notenbank Fed.

Chinas Börsen haben sich wieder gefangen. Die seit zwei Tagen andauernde Talfahrt der Börsen scheint fürs Erste gebannt. Am Mittwoch zeigt das Börsenbarometer wieder auf grün: Die beiden wichtigsten Indizes in Schanghai und Shenzhen konnten Zugewinne von 3,4 beziehungsweise 3,1 Prozent verbuchen. Allerdings war das Handelsvolumen so niedrig wie seit zwei Monaten nicht mehr.

Doch das freie Spiel der Kräfte, zwischen Angebot und Nachfrage allein, ist allein nicht die Ursache für den aktuellen Zuwachs. Anleger pochen vielmehr auf die Kraft der Regierung im Reich der Mitte. Soll heißen: Die bereits am Dienstag avisierten Stützungskäufe der chinesischen Regierung scheint die Anleger positiv zu stimmen. Die Regierung will die Talfahrt mit aller Macht bremsen. Es steht viel auf dem Spiel. In China wurde in den vergangenen Jahren geradezu die Investition in Aktien auch Kleinanlegern schmackhaft gemacht. Und die Werbung der Behörden blieb nicht ohne Widerhall: Viele Chinesen setzen neben dem Ersparten auch Kredite ein, um an der Börse zu spekulieren.

Eingriff der Politik

Die Regierung drängt nun institutionelle Anleger zu Stützungskäufen. Gleichzeitig wird auch die Kreditaufnahme für spekulative Börsengeschäfte erschwert. Umgerechnet 36,6 Milliarden Euro wurden für ein Konjunkturprogramm aufgelegt. Die Hälfte aller in Festlandchina notierten Aktien wurden außerdem vom Handel ausgesetzt. Am Montagabend hatte der chinesische Börsenregulierer sein Bekenntnis zu stabilisierenden Eingriffen am Aktienmarkt bekräftigt. Ebenso wurde avisiert, dass Ermittlungen geführt werden. Größere Anleger sollen bewusst gegen sinkende Kurse und Indices spekuliert und somit die Talfahrt befeuert haben.

"Die Chance für eine Erholung in den kommenden Wochen ist recht groß, denn Liquidität ist ausreichend vorhanden und die Möglichkeiten, auf fallende Kurse zu wetten, sind stark begrenzt", sagte Analyst Zhang Qi vom Brokerhaus Haitong Securities dem Nachrichtendienst Reuters.

Am Montag waren die Aktienkurse in China so stark eingebrochen wie seit acht Jahren nicht mehr und hatten damit weltweit für Verunsicherung gesorgt. Auch am Dienstag schlossen sie deutlich im Minus. Immer mehr chinesische Kleinaktionäre planen den fluchtartigen Rückzug von der Börse.

Einen leichten Auftrieb mit gab es auch für die Börsen in Hongkong und Indien: Der Hang Seng Index stieg um 115,51 Zähler oder 0,47 Prozent auf 24.619,45 Punkten. Der Sensex 30 in Mumbai tendierte zuletzt mit einem Plus von 74,90 Punkten oder 0,27 Prozent bei 27.534,13 Zählern. In Australien wiederum stieg der All Ordinaries Index um 38,6 Zähler oder 0,69 Prozent auf 5.609,60 Einheiten.

Die positive Entwicklung in China hatte fr Japan keine Strahlkraft. In Tokio kam es zu Kursverlusten; der Nikkei-225 Index verlor 25,98 Punkte oder 0,13 Prozent auf 20.302,91 Zähler.

An den asiatischen Märkten hielten sich die Anleger im Vorfeld der für Mittwochabend anberaumten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed weitgehend zurück.

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