China und Ölpreis: Der Bärenmarkt ist eröffnet

China und Ölpreis: Der Bärenmarkt ist eröffnet

Im "Desaster Mode" sehen Chinas Fondsmanager die eigene Volrkswirtschaft

Die Börsen in China können sich nicht erholen. Und auch der Ölpreis geht wieder auf Talfahrt. Und notiert unter der 30-Dollar-Marke. Der Talfahrt der Börsenkurse wurde in China eröffnet. Die Anleger bleiben weiterhin pessimistisch. Börsenexperten sprechen bereits von einem Bärenmarkt und rechnen mit weiterhin fallenden Kursen.

Die Maßnahmen der Volksrepublik China, unter anderem mit Geld die Talfahrt der Aktienkurse zu stoppen und die eigene Währung Yuan zu stärken, sind wie eine Seifenblase zerplatzt. Am Freitag haben die Börsen in China einmal mehr mit einem satten Minus geschlossen. Um 3,5 Prozent tiefer schließt der Shanghai Composite Index (SCI) auf 2900,97 Punkten.

Seit Mitte Dezember hat der wichtigste Börsenindex Chinas rund 21 Prozent verloren und notiert nun unter dem Tiefststand im August 2015.

Eine Besserung ist nach Angaben von Börsenexperten nicht in Sicht. Sie rechnen mit weiteren Verlusten und vom Eintritt Chinas in einen "Bärenmarkt".

Auf Seiten der Börsenexperten steigt die Nervosität. Das Vertrauen in die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist schwer angeschlagen. Chinesische Fondsmanager sprechen bereits von dem Eintritt in den "Desaster Mode". Die Börsen hätten nun das Vertrauen in die Maßnahmen der Regierung verloren, die als Stützung des Marktes gedacht waren. Die Kurse vieler Aktien an Chinas Börsen werden zudem als zu hoch bewertet, sagen chinesische Banker.

China zieht Europa nach

Die Börsen in Europa haben am Freitag zunächst nur leichte Verlust verzeichnet. Nach Bekanntgabe des sinkenden Ölpreises auf unter 30 Dollar, haben aber auch die Indices der wichtigsten Börsen in Europa kräftig verloren. Der Dax in Frankfurt sowie der FTSE 100 in London notieren um 1,4 Prozent tiefer als am Donnerstag. 1,5 Prozent verliert der Euro-Stoxx-50. Der CAC 40 verliert 1,6 Prozent, der IBEX 35 in Spanien verliert bis Mittag 1,7 Prozent. Der ATX in Wien notierte gegen Mittag bereits mit über zwei Prozent im Minus.

Ölpreis auf Talfahrt

In Europa war die Tendenz an den Wertpapierbörsen am Freitagvormittag uneinheitlich. Gegen 11 Uhr folgte aber auch in London der nächste Paukenschlag: Der Ölpreis ist einmal mehr unter die 30-Dollar-Mark gerutscht. Ein Fass Rohöl der Sorte WTI Crude kostet nunmehr 29,70 Dollar, das 5,1 Prozent auf 29,61 Dollar je Barrel. Die Sorte Brent (Nordsee-Rohöl) fiel um 3,7 Prozent auf 29,73 Dollar und stellte damit ihr Zwölf-Jahres-Tief vom Vortag ein.

OPEC senkt den Preis auf 25 Dollar

Auch der OPEC-Rohölpreis ist weiter gefallen. Am Donnerstagabend hat das Rohölkartell der Erdöl exportierenden Länder den Preis für ein Barrel Rohöl erneut gesenkt auf nunmehr 25 Dollar. Am Mittwoch notierte die OPEC noch bei 25,69 Dollar, um 2,7 Prozent höher. Im Verlauf der Woche wurde das Barrel um mehr als zwei Dollar billiger. Seit Wochenbeginn hat die OPEC ihren Rohölpreis um 7,7 Prozent gesenkt. Der Preis errechnet die OPEC in Wien aus insgesamt zwölf Sorten Rohöl.

Die Verunsicherung am Rohölmarkt resultiert unter anderem aus der politischen Krise zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. Die Saudis wollen unbedingt die Produktion an Rohöl hoch halten. Ein Grund: der derzeitige Erzfeind Iran wird nach Aufhebung der internationalen Sanktionen wieder Rohöl exportieren. Außerdem will Saudi-Arabien die Konkurrenz aus den USA und Kanada fernhalten, die mit Fracking in ihren eigenen Ländern noch bis zum Frühjahr selbst einen großen Teil ihres Bedarfs gefördert haben. Allerdings benötigen die beiden Ländern einen Rohölpreis ab 60 Dollar um profitable produzieren zu können.

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