Chinas Probleme lassen Dax-Top-Performer Fresenius kalt

Chinas Probleme lassen Dax-Top-Performer Fresenius kalt

Der Gesundheitskonzern Fresenius hat ein Wundermittel gegen die Börse-Grippe aus China gefunden.

Der jüngste von der unerwarteten Wirtschaftsschwäche Chinas ausgelöste Börsencrash hat im deutschen Aktienindex Dax einen gravierenden Einschnitt hinterlassen. Alle Dax-Konzerne mussten Federn lassen. Die einzige Ausnahme ist der Gesundheitskonzern Fresenius. Ungeachtet der unsicheren Entwicklung der Weltwirtschaft hat der Konzern seine Ziele für das laufende Jahr bestätigt und will die Dividende um mehr als 20 Prozent anheben.

August 2015. Ganz Deutschland und seine Dax-Konzerne sind vor Sorge um die weitere Entwicklung der Wirtschaft Chinas entsetzt. Ganz? Nein! Ein einzelnes Unternehmen scheint einen Zaubertrank gefunden zu haben, um ungeachtet dessen auch an der Börse erfolgreich zu sein: Der Gesundheitskonzern Fresenius mit Sitz in Bad Homburg, Hessen.

"Auch in Zeiten konjunktureller Schwankungen setzt sich unser starkes Wachstum in allen vier Unternehmensbereichen ungebrochen fort. Wir blicken mit großer Zuversicht nach vorn und erhöhen den Ergebnisausblick für 2015", hatte Vorstandschef Ulf Mark Schneider schon Ende Juli bei der Präsentation des Halbjahresergebnisses erklärt und gegenüber dem Vorjahr ein währungsbereinigtes Ergebnis von rund 20 Prozent über dem Vorjahr in Aussicht gestellt. Einen Ausblick, den Schneider nun bekräftigte und gleichzeitig einen einen Anstieg der Dividende "um deutlich mehr als 20 Prozent" in Aussicht stellte.

Fresenius-Vorstandschef Ulf Mark Schneider: Gut 20 Prozent mehr Dividende.

Der Grund für Schneiders Optimismus ist, dass Fresenius im Gegensatz zu den übrigen Konzernen den Wirtschaftsabschwung in China nicht zu spüren bekommen hat. Im Gegenteil: Die Regierung in Peking will das Gesundheitssystem bis zum Ende des Jahrzehnts ausbauen, und Fresenius ist dabei gut im Geschäft. "Das kräftige Wachstum in China wird daher weitergehen", erklärt der Unternehmenschef. Und selbst wenn dem nicht so wäre, hätte das Unternehmen auch kein sonderlich großes Problem damit. In den vergangenen Jahren wurde das China-Geschäft zwar deutlich ausgebaut, der Anteil am Konzernumsatz liegt aber immer noch bei nur rund drei Prozent. Zum Vergleich: Aus den Regionen Asien-Pazifik, Lateinamerika und Afrika stammen dagegen 16 Prozent der Erlöse des Konzerns. Sehr gut im Geschäft ist Fresenius mit seinen Generika auch in den USA. Aufgrund der guten Geschäfte in den Vereinigten Staaten hatte der Konzern seine Prognose für 2015 zuvor bereits zweimal angehoben.

Für die Analysten und Anleger hat Schneider noch eine gute Nachricht in petto: Das für 2017 ausgegebene Ergebnisziel von 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro soll Fresenius bei derzeitigen Wechselkursen bereits in diesem Jahr erreicht werden, fügte Schneider hinzu. Damit übertraf das Unternehmen - genauso wie mit seiner Dividenden-Prognose - die Erwartungen der Analysten. Fresenius-Aktien schossen daraufhin rund fünf Prozent nach oben und waren damit größter Gewinner im deutschen Leitindex. Bei der Bilanzpressekonferenz im Februar 2016 will Fresenius neue mittelfristige Ziele bekanntgeben, die Zahlen für das dritte Quartal werden am 29. Oktober vorgelegt.

Der jüngste Kurseinbruch war für Fresenius nur eine Marginalie. Binnen Jahresfrist hat das Papier bereits um 65,22 Prozent an Wert zugelegt.

Börse

Schwache Dividendenrendite bei Österreichs Börsecompanys

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt