Börsenguru Mark Mobius warnt vor China-Crash

Der Bullenmarkt in China könnte schon bald in die Knie gehen.

Der Bullenmarkt in China könnte schon bald in die Knie gehen.

"Chinesische Aktien sind zu schnell, zu stark gestiegen", glaubt Emerging-Market-Guru Mark Mobius. Nach einem Siebenjahreshoch, hält er einen Kurssturz von 20 Prozent als sehr wahrscheinlich. Ausländische Investoren beginnen bereits Aktien abzustoßen. Auch die Regierung will die Rallye dämpfen.

Der chinesische Aktienmarkt ist so hoch gestiegen, wie zuletzt vor sieben Jahren. Der Shanghai Composite, der wichtigste Aktienindex auf dem Festland von China, ist in den vergangenen zwölf Monaten um 89 Prozent gestiegen. Das ist damit der höchste Anstieg unter den 92 globalen Benchmarks, die vom US-Börsendienst Bloomberg gemessen werden. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Marktwert chinesischer Aktien auf ein Rekordhoch von 6,5 Billionen Dollar verdoppelt.

Chinesen kaufen Aktien auf Pump

"Ein Kurssturz von 20 Prozent ist sehr wahrscheinlich", so Fondschef von Templeton Emerging Markets gegenüber Bloomberg in Hong Kong. Ein Ende des chinesischen Bullenmarktes sei das aber deshalb noch nicht. "Der Bullenmarkt ist intakt", glaubt Mobius. Die Alarmglocken schrillen bei Mobius nicht nur wegen des schnellen Anstiegs, sondern auch weil eine Rekordanzahl von Investoren Aktiendepots eröffnet haben und obendrein noch die Beleihung von Wertpapierdepots auf ein Rekordniveau gestiegen sind.


Die Nachfrage internationaler Investoren bleibt jedoch begrenzt, da es nach Einschätzung von Mobius sehr unwahrscheinlich sei, dass Aktien vom chinesischen Festland heuer in den Weltaktienindex MSCI aufgenommen werden.

Ausländische Investoren ziehen bereits die Reißleine

Ausländische Investoren haben bereits den Glauben an die China-Rallye verloren und fliehen aus Aktienfonds, die in China veranlagen. In den vergangenen Tagen haben ausländische Anleger rund 254 Millionen Euro aus chinesischen Aktienindizes abgezogen.

Chinesische Anlege sind aber weiter zuversichtlich. Sie hoffen auf die konjunkturfördernde Maßnahmen der Regierung. Die Schweizer Investmentexperten von UBS halten allerdings dagegen, dass die Stimuli nicht ausreichen würden.

Mehr Börsengänge sollen Rallye abwürgen

Auch die chinesische Regierung fürchtet sich offenbar vor einer Überhitzung der Märkte. Laut der Nachrichtenagentur Reuters plant die Regierung offenbar mit einer Flut von Genehmigungen für Börsengänge die chinesischen Behörden die Rally abzuwürgen. Die Börsenaufsicht der Volksrepublik billigte nun 30 Emissionen. Im Januar lag die Zahl noch bei 20 und im Februar und März bei je 24. Analysten zufolge will die Führung damit ein Signal zur Abkühlung der Märkte geben.

Weiteren Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung in China dürften die heute Mittwoch präsentierten Daten zum verarbeitenden Gewerbe liefern.

Börse

Schwache Dividendenrendite bei Österreichs Börsecompanys

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt