Zu wenig Eigenkapital: Moody's stuft heimische Banken herab

Zu wenig Eigenkapital: Moody's stuft heimische Banken herab

Die Bewertung der Verbindlichkeiten und Einlagen der Raiffeisen Bank International (RBI) und der Bank Austria wurden um eine Stufe gesenkt, die der Erste Group Bank um zwei Stufen, wie das Unternehmen in der Nacht auf Mittwoch in einer Aussendung mitteilte.

Das Downgrade reflektiere die Anfälligkeit der Banken durch ein ungünstiges Umfeld in einiger ihrer Kernmärkte in Zentral- und Osteuropa (CEE/CIS) sowie ein erhöhtes Risiko weiterer Erschütterungen in der derzeitigen Euro-Schuldenkrise, hieß es in der Begründung. Die Risiken durch Problemkredite in osteuropäischen Kernmärkten der Austro-Banken bleiben nach Ansicht der Ratingagentur 2012 und weiter hoch.

Als weiteren Grund für die Herabstufung nannte Moodys das vergleichsweise geringe Eigenkapital der Finanzinstitute. Gemessen an ihren Risiken seien die Bank Austria, die RBI und die Erste schwach kapitalisiert. Zwar habe es in den vergangen Jahren einige Verbesserungen beim Kernkapital gegeben, doch im Vergleich mit anderen europäischen Banken hätten die drei großen österreichischen Institute für ihre Risikoprofile noch immer wenig Eigenkapital, was sie anfällig für Stress-Szenarien mache.

Im derzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Umfeld in Europa sieht die US-Ratingagentur ein gestiegenes Risiko von plötzlichen Marktbewegungen und Veränderungen im Vertrauen der Investoren. Dies könnte sich auf die drei größten österreichischen Banken wegen deren Finanzierungsstruktur auswirken, so eine weitere Begründung der Herabstufung.

Konkret vergab Moody's der Raiffeisen Bank International die Note "A2". Bank Austria und Erste wurden mit "A3" bewertet. Das Finanzstärke-Ranking (BFSR) aller drei Institute wurde mit "D+" beurteilt. Die Basiskreditrisikoeinschätzung (BCA) fiel unterschiedlich aus: RBI und Bank Austria bekamen von der Agentur ein "ba1", die Erste "baa3".

Moody's setzte den Ausblick von Bank Austria und Erste auf "negativ". Erklärt wurde dies im Fall der Bank Austria mit einem negativen Ausblick der Mutter, der italienischen UniCredit. Bei der Ersten verwies Moody's auf ein weniger diversifiziertes CEE-Filialnetz, weswegen sie anfälliger für negative Entwicklungen in einzelnen Ländern wie Rumänien oder Ungarn sei. Der Ausblick von Raiffeisen Bank International wurde hingegen als "stabil" angegeben.

Es ist nicht alles schlecht

Die US-Ratingagentur fand bei ihrer Neubewertung der drei größten österreichischen Banken neben negativen Elementen auch einige positive Faktoren: Als mildernder Umstand beim Downgrading wirkte demnach das relativ stabile österreichische Wirtschaftsumfeld. Weiters wird für die RBI ins Treffen geführt, dass sie Teil eines starken Genossenschaftssektors sei. Die Erste Group profitiere von der Stärke des Sparkassensektors, und die Bank Austria könne über ihre italienische Mutter UniCredit einen breiteren Zugang zu Finanzierungen aufstellen. Positiv für das Rating der drei Austro-Banken sei auch ihr begrenztes direktes Exposure in südeuropäischen Ländern.

Moody's stufte am Mittwoch nicht nur österreichische, sondern auch mehrere deutsche Banken herab. Auch hier begründete die Ratingagentur ihre Bewertung mit höheren Risiken wegen der Finanzkrise in der Eurozone und den begrenzten Fähigkeiten dieser Banken, Verluste abzufangen. Bewertet wurden insgesamt sieben deutsche Banken, unter ihnen die Commerzbank, DZ-Bank, Dekabank, die Deutsche Hypothekenbank und einige Landesbanken. Das Rating der langfristigen Verbindlichkeiten und Einlagen für sechs Gruppen und der deutschen Zweigstelle einer ausländischen Gruppe wurde um eine Stufe gesenkt, teilte Moody's mit. Die Bewertung der Deutschen Bank AG und ihrer Töchter werde zusammen mit den Bewertungen anderer global agierender Institute erfolgen.

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