Wienerberger: Nicht nur die Ziegel sind rot

Wienerberger: Nicht nur die Ziegel sind rot

Beim weltweit größten Ziegelhersteller Wienerberger haben heuer im ersten Halbjahr die schwache Konjunktur, der extrem lange, kalte Winter und danach die starken Regenfälle und das Hochwasser auf das Geschäft gedrückt. Unter dem Strich prangt in der Halbjahresbilanz ein Verlust von 31 Mio. Euro - im Vergleichszeitraum 2012 hatte der Konzern noch einen Gewinn von 24,3 Mio. Euro ausgewiesen.

"Im vergangenen Jahr hatten wir durch die Pipelife-Transaktion einen einmaligen positiven Bewertungseffekt von rund 42 Mio. Euro", erklärte Wienerberger-Chef Heimo Scheuch die extreme Ergebnisverschlechterung.

Dank der vollständigen Übernahme des Rohrherstellers Pipelife erhöhten sich dafür der Umsatz um 27 Prozent von 988,7 auf 1,26 Mrd. Euro und das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 5 Prozent auf 106,3 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) verringerte sich heuer zum Halbjahr allerdings von 7,1 auf 4,9 Mio. Euro.

"Das zweite Quartal hat nicht diese Aufholeffekte gebracht, die wir uns erhofft hätten", sagte Scheuch am Dienstag in einer Pressekonferenz. Es belastete vor allem das Umsatzminus im ertragsstarken Dachziegelgeschäft. Der Konzern habe heuer einen nicht mehr aufholbaren EBITDA-Rückstand von 20 Mio. Euro.

"Westeuropa hat am meisten unter der Witterung gelitten", sagte Finanzvorstand Willy Van Riet. 90 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet der Ziegelriese in der EU.

Für das Gesamtjahr wiederholte Scheuch die EBITDA-Guidance von jetzt nur noch 260 Mio. Euro - im Mai hatte Wienerberger noch 280 Mio. Euro angestrebt. Insgesamt werde eine "leichte Umsatz- und Ergebnissteigerung" erwartet.

2012 hatte Wienerberger ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 245,5 Mio. Euro erzielt und dabei einen Nettoverlust von 40,5 Mio. Euro erlitten.

Für den weiteren Verlauf des Jahres 2013 ist Scheuch vorsichtig optimistisch: "Wir gehen davon aus, dass wir im zweiten Halbjahr ein stärkeres Geschäft vorfinden werden - vor allem im Ziegelbereich in Europa", so der Konzernchef. Die Sommermonate seien "in den Erwartungen" gewesen - auch in Westeuropa sei wieder "eine gesunde, stabile Entwicklung eingetreten".

Bei der Restrukturierung liege der Konzern "voll im Plan". Bis Jahresende sollen heuer 18 Mio. Euro eingespart werden, bis Ende 2014 rund 50 Mio. Euro. Auch die Verkäufe laufen den Angaben zufolge plangemäß - bis 2016 will Wienerberger stillgelegte Betriebsliegenschaften im Volumen von 100 Mio. Euro "verwerten", heuer sollen es 10 Mio. Euro sein.

Der Ziegelriese betreibt derzeit weltweit 216 Werke, die im Jahresschnitt zuletzt nur zu 60 Prozent ausgelastet waren. Wienerberger beschäftigte im ersten Halbjahr durchschnittlich 13.742 Arbeitnehmer (Vorjahr: 13.060) - rund 900 davon in Österreich. Hierzulande erzielt der Konzern einen Umsatz von rund 148 Mio. Euro.

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